Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Timo Glock im Interview: "Ein Mercedes wird Weltmeiser"

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

"Mercedes wird Weltmeister"  

Timo Glock glaubt nicht an Vettels Titelverteidigung

05.03.2014, 08:34 Uhr | t-online.de

Timo Glock im Interview: "Ein Mercedes wird Weltmeiser". Timo Glock spricht über Sebastian Vettel und die WM-Chancen von Mercedes. (Quelle: xpb)

Timo Glock spricht über Sebastian Vettel und die WM-Chancen von Mercedes. (Quelle: xpb)

Das Interview führte Björn Lücker

Die zwölftägigen Wintertests haben gezeigt: Das Red-Bull-Team mit Weltmeister Sebastian Vettel hat kurz vor dem Saisonstart der Formel 1 am 16. März massive Probleme mit dem neuen Auto. Vor allem der Turbo-Motor von Renault will nicht auf Touren kommen. Mal stiegen Flammen aus dem Heck, dann quittierten die Batterie und die Software ihren Dienst. Zuletzt streikte das elektronische Bremssystem.

Mercedes hingegen strotzt vor Selbstvertrauen. Bei den Silberpfeilen lief außer kleinerer Probleme alles glatt. Nico Rosberg und Teamkollege Lewis Hamilton spulten - wie übrigens die mit einem Mercedes-Motor angetriebenen Autos anderer Teams auch - Kilometer um Kilometer ab und fuhren dabei auch noch Bestzeiten.

Doch wie ist das Ganze zu bewerten? Im Interview mit T-Online.de erklärt der ehemalige Formel-1-Fahrer und jetzige DTM-Pilot Timo Glock, warum er nicht an Vettels fünften Titel glaubt, Nico Rosberg Weltmeister werden kann und die Formel 1 mit dem neuen Motor auf dem falschen Weg ist.

Die großen Fünf 
Die Topteams der Formel 1 im Direktvergleich

McLaren, Lotus, Ferrari, Mercedes oder Red Bull: Wer hat die Nase vorne? Video

Herr Glock: Neuer Motor, neue Regeln, neues Glück - aber offenbar nicht für Red Bull und Sebastian Vettel. Die Testfahrten waren größtenteils ein Desaster. Droht beim Saisonauftakt ein Debakel?
Das muss man jetzt erst einmal abwarten. Derzeit sieht es schlecht aus, vor allem wenn kein Test mehr zur Verfügung steht, in dem die Probleme beseitigt werden können. Das Team ist aber so erfahren. Sie wissen jetzt genau, woran sie arbeiten müssen.

Wie arg brodelt es derzeit in Vettel? Im vergangenen Jahr dominierte er nach Belieben und jetzt so ein Rückschlag.
Für Vettel gilt es, ruhig zu bleiben. Es bringt ja nichts, sich verrückt zu machen. Und man muss auch bedenken: Alle Teams hatten Probleme bei den Tests. Es gibt wohl kaum einen Fahrer, der nicht ein bisschen Bammel vor dem ersten Rennen hat. Und selbst wenn der Auftakt in die Hose geht: Die Saison ist lang, da kann viel passieren.

Red Bulls Hauptproblem bei den Testfahrten war der Renault-Motor.
Ja, das neue System mit Turbo, Hybrid und der zusätzlichen Elektronik ist sehr kompliziert. Offenbar hat Renault Probleme, die Einheiten richtig aufeinander abzustimmen und zum Laufen zu bringen. Da haben Mercedes und Ferrari über den Winter deutlich bessere Arbeit abgeliefert.

Hinzu kommt ein sehr aggressiv gestyltes Auto von Staringenieur Adrian Newey. Immer wieder machte die Kühlung Probleme. Offenbar kann der Motor nicht richtig atmen.
Newey wandelt bei seinen Konstruktionen auf einem schmalen Grad. Es gab ja schon von ihm entworfene Autos, die kein Rennen bestritten haben. Bislang hat er aber meist richtig gelegen, darum haben auch schon so viele Boliden aus seiner Hand WM-Titel eingefahren. Dass es jetzt Probleme mit der Temperatur gibt, hat ihn wohl auch überrascht. Eigentlich wissen die Ingenieure vorher, wie viel Kühlung ein System braucht. Gut möglich, das bei Red Bull vorab in der Simulation etwas falsch gelaufen ist.

Was kann Red Bull jetzt so kurz vor dem Saisonstart noch machen?
Eigentlich nicht viel. Sie sollten die wenigen Daten, die zur Verfügung stehen, so gut es geht auswerten. So schaffen sie es vielleicht, ein bisschen sortiert nach Melbourne zu fahren.

Insgesamt hört sich das alles nicht gut an für Red Bull. Wird Sebastian Vettel seinen WM-Titel in dieser Saison verlieren?
Grundsätzlich zählt Red Bull trotz aller Probleme immer zu den Favoriten. Das Team ist nicht umsonst viermal hintereinander Weltmeister geworden. Das sagen auch die Konkurrenten. Für Vettel wird es aber sehr schwer. Ich denke, dass dieses Jahr ein Mercedes den WM-Titel holt.

Welche Chancen räumen sie dabei Nico Rosberg ein. Hat er das Zeug zum Weltmeister?
Auf jeden Fall. Mit seinen drei Grand-Prix-Siegen hat Rosberg gezeigt, wie man gewinnt. Zudem könnte ihm der Turbo-Motor mit der neuen Benzin-Regel (die Fahrer dürfen pro Rennen nur noch maximal 100 Kilogramm Sprit an Bord haben, Anm. d. Red.) in die Karten spielen. Er ist ein Fahrer, der eher besonnen fährt, während beispielsweise sein Teamkollege Lewis Hamilton aggressiver zur Sache geht.

Sie sprechen den neuen Motor an: Die sogenannte Power-Unit ist eine von vielen Neuerungen in diesem Jahr. Lassen die Testfahrten überhaupt Rückschlüsse auf die Rennen zu?
Klar ist doch: Die meisten Teams wissen nicht, wo sie stehen - jeder tut sich schwer. Und keiner weiß, was die Konkurrenz schon gezeigt hat. In erster Linie geht es bei den Testfahrten darum, das Auto standfest zu machen. Hauptsache ankommen, heißt das Motto bei dem ersten Rennen. Das eröffnet den kleineren Teams die Chance, den ein oder anderen Punkt abzustauben. Denn klar ist: Es wird einige Ausfälle geben.

Großer Preis von Australien 
Für die Formel 1 geht in Melbourne die Sonne auf

"Ein perfekter Saisonstart" für die Königsklasse des Motorsports. Video

Bleiben wir noch kurz bei den vielen Neuerungen in der kommenden Saison. Die Technik und die Regeln sind komplizierter geworden, der Sound der Formel 1 wurde durch den Turbo-Motor leiser und die Autos schwerer. Ist die Königsklasse des Motorsports mit der Entwicklung auf dem richtigen Weg?
Mit dem neuen Motor hat sich die Formel 1 sicher keinen Gefallen getan. Die ganze Einheit mit dem Hybridsystem ist sehr anfällig. Es wäre besser gewesen, alles so zu belassen, wie es war. Allein die Entwicklungskosten sind enorm. Aber die Hersteller wollten die neue Technik unbedingt. Jetzt muss man das Beste daraus machen.

Noch sind die Autos auch langsamer als mit dem alten Motor.
Da sehe ich kein Problem. Den Zuschauer interessiert es herzlich wenig, ob ein Auto nun zwei Sekunden schneller oder langsamer fährt. Am Ende muss der Rennsport und die Show stimmen. Alles andere ist zweitrangig.

Sie starten in diesem Jahr für BMW in ihre zweite DTM-Saison. Vermissen sie die Formel 1 schon oder fühlen sie sich bei den Tourenwagen wohl?
Ich fühle mich pudelwohl. Vor allem habe ich jetzt wieder ein Auto, mit dem um Siege mitfahren kann. Das macht mir unheimlich Spaß.

Im vergangenen Jahr verlief ihr Debüt eher durchwachsen. Erst im Saison-Finale auf dem Hockenheimring haben sie den ersehnten ersten Sieg geholt. Wie sehen die Ziele in diesem Jahr aus?
Da will ich mich nicht festlegen. Und Vorhersagen sind schwierig. In der DTM liegen 22 Autos innerhalb einer Sekunden hautnah beieinander, während in der Formel 1 vielleicht die ersten zwei, drei Teams an der Spitze um den Sieg fahren. In der DTM kommt es vor allem auf konstante Leistungen an. Die will ich in diesem Jahr zeigen und deutlich mehr Punkte sammeln, als in der vergangenen Saison.

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Die besten Videos des Jahres 2016 
Passant entlarvt angeblichen Beinamputierten

Misstrauisch werden die vermeintlichen Beinstümpfe befühlt. Video

Anzeige

Shopping
tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal