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Fußball  

Uli Hoeneß: Urteil löst gemischte Reaktionen aus

14.03.2014, 08:29 Uhr | dpa

Uli Hoeneß: Urteil löst gemischte Reaktionen aus. Wolfgang Niersbach ist der Präsident des DFB.

Wolfgang Niersbach ist der Präsident des DFB. Foto: Andreas Gebert. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Das Urteil gegen Steuersünder Uli Hoeneß hat unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Aus dem Fußball erhält der streitbare Präsident des FC Bayern München erstaunlich viel Aufmunterung. Die Politik dagegen lobt den Richterspruch und die verhängte Haftstrafe von drei Jahren und sechs Monaten.

Die Dimension des gesamten Vorgangs habe auch den Deutschen Fußball-Bund überrascht, erklärte DFB-Präsident Wolfgang Niersbach, betonte aber auch: "Die großen Verdienste von Uli Hoeneß für Bayern München und den gesamten deutschen Fußball bleiben unabhängig von diesem Prozess bestehen." Ligapräsident Reinhard Rauball äußerte sich in der Sache zurückhaltend, erinnerte aber ebenfalls daran, dass "die Verdienste von Uli Hoeneß um den deutschen Fußball trotz seines von ihm selbst eingestandenen Fehlverhaltens unberührt" bleiben.

Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Sigmar Gabriel begrüßte das Urteil. "Der Rechtsstaat funktioniert. Ich hoffe, dass wir jetzt im Kampf gegen Steuerhinterziehung eine neue Qualität erreichen, sagte der SPD-Vorsitzende der "Passauer Neuen Presse".

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) verwies auf die menschliche Dimension der Verurteilung. "Ich bin zuallererst menschlich betroffen, weil eine Freiheitsstrafe natürlich für jeden Menschen, und damit auch für Uli Hoeneß, ein gravierender Eingriff ist", sagte Seehofer am Rande der Ministerpräsidentenkonferenz in Berlin. Als Politiker und Ministerpräsident habe er das Ergebnis eines rechtsstaatlichen Prozesses zu respektieren.

Mitgefühl äußerte Heribert Bruchhagen vom Bundesliga-Konkurrenten Eintracht Frankfurt. "Mir tut es unendlich leid für Uli. Ich bin sehr erschrocken über die Vorstellung, dass Uli für seinen Fehler so heftig büßen muss. Ich bin sehr traurig", sagte der Vorstandschef der Eintracht. Carl-Edgar Jarchow, Vorstandschef des Hamburger SV, sagte: "Ich bin kein Jurist und kann das alles nicht beurteilen. Aber ich könnte mir schon vorstellen, dass bei ihm Erleichterung aufkommen wird, das alles überstanden zu haben." Schadenfreude komme bei ihm ganz und gar nicht auf, so der FDP-Politiker.

Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder twitterte: "Jetzt, da Justitia gesprochen hat, könnte die Häme aufhören!" Der dreimalige Wimbledonsieger und Bayern-Fan Boris Becker schrieb in dem Kurznachrichtendienst: "Ich bin einfach nur traurig für den Mensch Uli #Hoeness !"

Zahlreiche deutsche Politiker begrüßten das harte Urteil als "wichtig", "angemessen" oder "absolut richtig". "Die Haftstrafe ohne Bewährung war unausweichlich. Angesichts der riesigen Summen konnte das Gericht nicht anders entscheiden", sagte die Vorsitzende des Bundestags-Rechtsausschusses, Renate Künast (Grüne).

Der Grünen-Fraktionsvorsitzende Anton Hofreiter sagte der "Rheinischen Post" (Freitag): "Ich halte es für absolut richtig, dass das Urteil so gefallen ist. Es gab weder einen Promi-Bonus noch einen Promi-Malus für Hoeneß." Nach Einschätzung des Parlamentarischen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Michael Meister (CDU), wird sich der Richterspruch positiv auf die Steuermoral in Deutschland auswirken. "Das Urteil gegen Hoeneß wird die Steuermoral der Bürger stärken. Es zeigt, dass es sich nicht lohnt, Steuern zu hinterziehen", sagte er der "Rheinischen Post".

Niedersachsens Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) bezeichnete die Haftstrafe für Hoeneß als angemessen. "Der Rechtsstaat hat gezeigt, dass er sich nicht vom Promistatus beeinflussen lässt, sondern der Schwere des Falles entsprechend entschieden worden ist", sagte Schneider der dpa in Hannover.

Sein nordrhein-westfälischer Ressortkollege Norbert Walter-Borjans (SPD) nannte das Urteil "ein unüberhörbares Signal an alle, die meinen, dass die Mitfinanzierung unseres Gemeinwesens in ihrem eigen Belieben steht". Für Schadenfreude gebe es aber keinen Anlass.

Der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Manfred Rekowski, warnte ebenfalls vor Häme und Schadenfreude. "Eines Menschen Straftaten zu ahnden, darf nicht dazu führen, den Menschen selbst zu verdammen - Uli Hoeneß genauso wenig wie jeden anderen Straftäter", schrieb Rekowski am Donnerstag in seinem Blog. "Ein Mensch, der Fehler macht, wird bei Gott nicht zum Unmenschen." Seinen Beitrag überschrieb der Präses der zweitgrößten deutschen Landeskirche mit "Gott liebt auch Steuersünder".

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