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Fußball  

Pressestimmen zum Urteil gegen Uli Hoeneß

14.03.2014, 14:49 Uhr | dpa

Pressestimmen zum Urteil gegen Uli Hoeneß. Das Urteil im Prozess gegen Uli Hoeneß wurde international zur Kenntnis genommen.

Das Urteil im Prozess gegen Uli Hoeneß wurde international zur Kenntnis genommen. Foto: Sven Hoppe. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - "Ein Schlag für das Image des besten deutschen Fußballclubs" oder "Das für viele Undenkbare ist passiert" - auch in den internationalen Medien wird das Urteil von dreieinhalb Jahren Haft wegen Steuerhinterziehung für Uli Hoeneß kommentiert.

"Die sportlichen Erfolge und Erinnerungen retteten ihn nicht", schrieb beispielsweise die italienische Zeitung "La Repubblica".

ENGLAND: "Guardian": "Der deutsche Meister und Champions-League-Sieger hat trotz der vorhersehbaren Verurteilung keinen Notfallplan aufgestellt, wie der Präsident zu ersetzen ist und steht ohne ihn vor einer heiklen Ära."

"Mirror": "Der Mann, der aus dem deutschen Giganten einen der größten Clubs der Welt gemacht hat, ist auf dramatische Weise in Ungnade gefallen."

SPANIEN: "El País": "Uli Hoeneß war in Deutschland jahrelang eine moralische Instanz. Er wurde der seltenen Spezies von ehrenhaften Managern zugerechnet. Er war großzügig gegenüber den Mittellosen und scheute nicht davor zurück, soziale Ungerechtigkeiten in seinem Land zu verurteilen. Dieser Mann wurde nun wegen Steuerbetrugs zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt."

"El Mundo": "Deutschland kennt kein Pardon mit dem Steuerbetrüger. Hoeneß galt als ein Sinnbild des deutschen Erfolgs."

"El Periódico": "Das Hoeneß-Urteil ist ein Schlag für das Image des besten deutschen Fußballclubs."

"Marca": "Uli, Du hast ein Problem! Es ist kaum zu glauben: Einer der angesehensten Männer im deutschen Fußball wird wegen Steuerhinterziehung zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt."

ITALIEN: "Corriere della Sera": "Es ist nicht leicht, in Deutschland bei den Steuern zu betrügen, man muss aber sagen, dass Hoeneß in der Sache sein Bestes gegeben hat. Uli war ein Modell, jetzt wird er als Negativbeispiel bloßgestellt. Jedenfalls schien der, der in München aus dem Gerichtssaal trat, ein zerstörter Mann zu sein. Wobei die Unverbesserlichen ihm noch applaudierten."

"La Repubblica": "Von den Triumphen zur Verurteilung. Hier in Deutschland sind vor dem Gesetz wirklich alle gleich. Da reicht es nicht mehr aus, der Präsident der stärksten und beliebtesten Elf zu sein, eine Vergangenheit als Super-Fußballer mit Torerfolgen und Titeln zu haben oder sich freundschaftlicher Beziehungen zur Kanzlerin zu rühmen. Die sportlichen Erfolge und Erinnerungen retteten ihn nicht."

FRANKREICH: "Libération": "Im Land von Hartz IV spielte Uli Hoeneß an der Börse, wie man Monopoly spielt. (...) Steuerflucht scheint der Lieblingssport von deutschen Millionären geworden zu sein. Aber was lange Zeit als Bagatelle angesehen wurde, geht in der Meinung der Öffentlichkeit nicht mehr durch."

ÖSTERREICH: "Der Standard": "Das für viele Undenkbare ist passiert: Uli Hoeneß ist auf dem Weg ins Gefängnis. Es ist ein Absturz, wie man ihn in Deutschland in dieser Form noch nicht gesehen hat. (...) Dass dieser Fall auf so großes Interesse stößt, lag nicht in der Verantwortung des Gerichts. Hoeneß hat jahrelang den besserwisserischen Moralapostel gegeben, hat ausgeteilt und dabei immer vermittelt, seine Sichtweise sei das Maß aller Dinge. Dass gerade dann ein Fehlverhalten Beachtung findet, ist quasi Naturgesetz."

"Kronen Zeitung": "Der Zwiespalt, hier lupenreiner Präsident, dort kriminell gewordener Aktienspekulant, hat viel mit der zerrissenen Seele des Menschen Uli zu tun. Das Urteil eines Richters kann sich aber immer nur auf die gesamte Persönlichkeit des Beschuldigten beziehen: Daher ist es in diesem Fall gerecht."

"Kurier": "Der Absturz des Bayern-Bosses"

SCHWEIZ: "Blick": "Alle Reue, jedes Beteuern von Gutmenschentum hat nichts geholfen."

"Tages-Anzeiger": "Experten erwarten nicht, dass die Mannschaft unter der Verurteilung des Chefs unmittelbar leidet - so überragend professionell hat Hoeneß sie aufgestellt."

"Neue Zürcher Zeitung": "Hoeneß kann Gericht nicht überzeugen", "Die Strafsache Hoeneß wird als Cause célèbre eingehen in die wahrhaft umfangreichen Annalen prominenter deutscher Steuerfälle, in denen zuletzt Namen wie Alice Schwarzer verzeichnet wurden."

"Baseler Zeitung": "Hoeneß, der Wasserprediger und Weintrinker, ist aufgeflogen (...) "

PORTUGAL: "Record": "Das Leben des Uli Hoeneß hat an diesem Donnerstag eine Kehrtwende erfahren."

"Mais Futebol": "Bis vor kurzem war Hoeneß noch so etwas wie der inoffizielle Sprecher des finanziellen Fairplays der UEFA. Er war es, der die schärfste Kritik gegen die Ausgabenpolitik von Neureichen wie Manchester City und PSG formuliert und zur Moralisierung der Finanzen aufgerufen hatte. (...) Bleibt nur abzuwarten, welcher Schaden dieser Prozess dem Verein zufügt, den er in den vergangenen 40 Jahren aufzubauen geholfen hat."

TSCHECHIEN: "Lidove Noviny": "Er hat Deutschland schon zweimal bestohlen. Im Jahr 1976 hatte er einen Elfmeter verschossen, was Antonin Panenka mit einem siegreichen Lupfer bestrafte. Die favorisierte Bundesrepublik biss nur auf Silber. Doch jetzt hat man Uli Hoeneß ein wirkliches Verbrechen nachgewiesen. Der Präsident von Bayern München wurde wegen Steuerhinterziehung in Millionenhöhe zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt."

"Pravo": "Die Erwartungen haben sich erfüllt. Mit einer Bewährungsstrafe ist Uli Hoeneß vor Gericht nicht davongekommen, wenngleich sich eine Fan-Gruppe zu seiner Unterstützung versammelte."

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