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Pep Guardiola knackt den Matchplan von Thomas Tuchel

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Clevere Wechsel  

Taktik-Duell gewonnen: Pep knackt Tuchels Matchplan

23.03.2014, 11:06 Uhr | t-online.de

Pep Guardiola knackt den Matchplan von Thomas Tuchel. Bayern-Trainer Pep Guardiola hat das Taktik-Duell gegen FSV-Coach Thomas Tuchel für sich entschieden. (Quelle: imago/Eibner)

Bayern-Trainer Pep Guardiola hat das Taktik-Duell gegen FSV-Coach Thomas Tuchel für sich entschieden. (Quelle: Eibner/imago)

Aus Mainz berichtet Mark Weidenfeller

Pep Guardiola stand für einen Augenblick etwas hilflos in der Mixed Zone. "Markus, Markus, wo muss ich hin?", fragte er aufgeregt in Richtung Bayern-Pressesprecher Markus Hörwick. Der spanische Trainer war nach der Pressekonferenz auf fremde Hilfe angewiesen, um den Weg aus den unübersichtlichen Mainzer Katakomben zum bereits wartenden Mannschaftsbus zu finden. Es war dann allerdings tatsächlich auch der einzige Moment an diesem Tag, an dem Guardiola nicht Herr der Lage war. Wenige Minuten zuvor hatte er beim hart umkämpften 2:0 (0:0)-Erfolg seines FC Bayern gegen Mainz 05 nämlich mit geschickten Wechseln auf den nahezu perfekten Matchplan von Thomas Tuchel reagiert und somit letztlich den insgesamt neunten Auswärtssieg in Folge perfekt gemacht.

"Wir haben gegen einen sehr starken Gegner gespielt und gewonnen. Deswegen bin ich heute einfach zufrieden", sagte Guardiola nach nervenaufreibenden 90 Minuten. Die Hausherren, die von ihrem Trainer grandios eingestellt worden waren, hatten dem designierten Deutschen Meister das Leben richtig schwer gemacht und sich 82 Minuten nach Kräften gewehrt. Erst dann sorgten Bastian Schweinsteiger und Mario Götze (86.) mit ihren Treffern für die Entscheidung.

Die Bayern sind nun seit unglaublichen 51 Partien in Serie ungeschlagen und haben sogar alle der letzten 18 Duelle in der Bundesliga gewonnen. Doch trotz dieser Rekordflut fand Matthias Sammer nach der Begegnung erst einmal nur positive Worte für die Gastgeber: "Thomas Tuchel ist ein exzellenter Trainer und macht hier eine super Arbeit. Der hat hier heute eine Mannschaft zusammengestellt, das war wirklich sensationell", lobte der Sportvorstand den gegnerischen Coach. Dieser hatte im Vorfeld angekündigt, dem Rekordmeister Aufgaben stellen zu wollen. "Wenn sie die lösen, gehen wir rüber und gratulieren - aber vorher nicht", hatte er gesagt - und Wort gehalten.

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Münchner Torchancen Mangelware

Tuchels System gegen die Bayern, die ihre Meisterfeier aufgrund der gleichzeitigen Siege von Dortmund (3:0 in Hannover) und Schalke (3:1 gegen Braunschweig) noch einmal verschieben mussten, basierte auf zwei Grundideen. In der ersten Hälfte griffen die Gastgeber extrem früh an und zwangen die sonst so sichere Münchner Viererkette, in der mit David Alaba, Javi Martinez und Philipp Lahm gleich drei Neue im Vergleich zum Spiel gegen Leverkusen standen, zu Fehlern - und zu langen Bällen: insgesamt 57 Mal mussten die Defensivspieler zu diesem - für Kurzpass-Liebhaber Guardiola wenig erfreulichen - Mittel greifen.

Münchner Torchancen blieben so Mangelware, die wichtigen Aufbauspieler Alaba und Lahm wurden von den glänzend verschiebenden Eric-Maxim Choupo-Moting, Nicolai Müller und Dauerrenner Shinji Okazaki beinahe komplett aus der Partie genommen und im Gegenzug fuhren die 05er immer wieder gefährliche Konter. "Aus unserer Sicht wäre es möglich gewesen, eine Belohnung in Form eines Führungstreffers zu bekommen", sagte Tuchel.

Mainz ändert plötzlich alles

Das sah wohl auch Guardiola so: "In der ersten Halbzeit ging es nach vorne, nach hinten, nach vorne, nach hinten. In so einem Spiel haben wir ein paar mehr Probleme" gab er zu. Und auch Arjen Robben zeigte sich beeindruckt: "Sie haben extrem aggressiv gespielt und uns richtig gefordert", sagte er: "Die sind gelaufen wie die Wahnsinnigen." Und so standen nach 45 Minuten folgerichtig drei gelaufene Kilometer mehr auf dem Mainzer Tacho - und 0:0 auf der Anzeigetafel.

Nach genau einer Stunde - ein deutliches Zeichen dafür, dass sich Tuchel das vorher exakt so überlegt hatte - änderte Mainz dann plötzlich alles. Für den bestens aufgelegten Flügelstürmer Choupo-Moting, der wenige Sekunden nach dem Seitenwechsel bei der besten Mainzer Chance am Querbalken gescheitert war, kam Abwehrspieler Nico Bungert ins Spiel. Dieser gesellte sich umgehend neben Nikolce Noveski und Stefan Bell in die Innenverteidigung und aus der Vierer- wurde eine Fünferkette, aus dem 4-2-3-1-System wurde ein 5-4-1-System und statt früh zu stören wurde nun mit Mann und Maus in der eigenen Hälfte verteidigt. "Erst greifen die an, dann ziehen die sich plötzlich zurück. Das war verkehrte Welt", staunte Robben.

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Mainz muss dem hohen Anfangstempo Tribut zollen

Doch während der Holländer auf dem Rasen offenbar vor einem unlösbaren Rätsel stand und beinahe an der Mainzer Kompaktheit verzweifelte, reagierte der Spanier auf der Bank sofort. Er brachte Mario Götze für den glücklosen Thomas Müller in die Partie (64.) und ersetzte wenig später Robben durch Xherdan Shaqiri. Mit diesen positionsgetreuen Wechseln setzte Guardiola die entscheidenden Akzente in der Offensive und schaffte es durch die Installierung des quirligen und extrem ballsicheren Duos, die bis dahin felsenfest stehende Mainzer Defensive durcheinander zu wirbeln. Die Hausherren mussten dem hohen Anfangstempo Tribut zollen und kamen den spritzigen Shaqiri und Götze in den entscheidenden Momenten nicht mehr hinterher. Und so passierte, was passieren musste: Zuerst bereitete Joker Nummer eins Shaqiri mit einer Maßflanke das 1:0 durch Schweinsteiger vor, dann erzielte Joker Nummer zwei Götze den Entstand.

"Ich denke jeder Zuschauer hat gespürt, dass wir unser Herz in die Hand genommen haben. Wir haben mit viel Überzeugung und Aufwand gespielt. Es gibt wenig, was wir uns vorwerfen können", sagte Tuchel, der fast alles richtig gemacht, aber seinen Meister letztlich in Guardiola gefunden hatte.

"Das war ein Super-Test für uns"

Dieser freute sich dann sogar darüber, endlich wieder einmal gefordert worden zu sein: "Das war ein Super-Test für uns, auch für das Manchester-Spiel. Riesenkompliment an Mainz, sie haben es stark gemacht", sagte er und richtete den Blick direkt auf die nächste Aufgabe: "Jetzt fehlt uns nur noch ein Sieg. Wir haben es in der Hand, am Dienstag in der Hauptstadt Deutscher Meister zu werden." Und auch in Berlin wird er sicherlich jemanden finden, der ihn nach der Feier zum Bus bringt.

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