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Spielbericht  

Trotz Pizarro-Doppelpack! Hoffenheim stoppt Bayerns Siegesserie

29.03.2014, 17:40 Uhr | dpa, t-online.de

Hoffenheim stoppt Bayerns Siegesserie. Bayerns Pizarro (li.) schirmt den Ball gegen Hoffenheims Salihovic ab. (Quelle: AP/dpa)

Bayerns Pizarro (li.) schirmt den Ball gegen Hoffenheims Salihovic ab. (Quelle: AP/dpa)

Der FC Bayern hat sich im ersten Spiel als deutscher Meister eine missglückte Generalprobe für den Champions-League-Klassiker gegen Manchester United geleistet. Beim 3:3 (3:2) gegen 1899 Hoffenheim riss nach 19 Siegen nacheinander auch diese Erfolgsserie der Münchner, die aber seit 53 Bundesligaspielen ungeschlagen bleiben. Nach dem Rückstand durch Anthony Modeste (23.) drehte der deutsche Rekordchampion dank Treffern von Claudio Pizarro (34./40.) und Xherdan Shaqiri (34.) kurzzeitig die Begegnung zu seinen Gunsten. Aber Sejad Salihovic (44.) und Roberto Firmino (75.) schossen die forsch angreifenden Hoffenheimer zu einem verdienten Punktgewinn.

Nach einem schleppenden Start in die Partie sahen die 71.000 Zuschauer vor dem Viertelfinal-Hinspiel der Königsklasse doch noch ein unterhaltsames und kurioses Spiel. Die schon beim Warmlaufen in ihren Meister-Shirts gefeierten Bayern leisteten sich viele Unkonzentriertheiten. Die Münchner, bei denen Trainer Pep Guardiola im großen Stil rotieren ließ und das Ensemble im Vergleich zur Titelkür auf sieben Positionen umstellte, nutzten vor allem das naive Abwehrverhalten der schlechtesten Bundesliga-Defensive. Nach vorne aber imponierte Hoffenheim durchaus. Auf der Ehrentribüne konnte Uli Hoeneß daher beim ersten Stadionbesuch nach seiner Verurteilung als Steuerhinterzieher nicht wie gewohnt einen Bayern-Sieg bejubeln.

Spannungsverlust erkennbar

"Topfit und auf dem Höhepunkt der Leistungsfähigkeit" müsse die Mannschaft bei den K.o.-Spielen gegen Manchester sein, mahnte Sportvorstand Matthias Sammer kurz vor dem Anpfiff. Gegen Hoffenheim war das von Kapitän Bastian Schweinsteiger angeführte Team von dieser Verfassung jedoch weit entfernt. Nach dem Turbotitel war ein Spannungsverlust unverkennbar.

Die sonst so sicheren Pass-Stafetten endeten oft in den Füßen des Gegners. Wie beim 0:1, als Kevin Volland nach einem Ballverlust von Pizarro den enteilten Modeste bediente. Der für Manuel Neuer im Bayern-Tor aufgebotene Tom Starke parierte einmal, war im Nachschuss aber machtlos. Für den Ex-Hoffenheimer Starke war es der erste Gegentreffer im fünften Liga-Spiel für den Rekordmeister. Zwar reklamierten Sammer, Guardiola & Co. vehement an der Seitenlinie auf Abseits; Modeste war aber beim Volland-Pass in der eigenen Hälfte gestartet.

Nach langer Zeit mal wieder im Rückstand

Erstmals seit Ende Januar lag die Guardiola-Elf damit wieder in der Bundesliga zurück. Den Hoffenheimern verhalf die Führung aber keine Sicherheit. Stattdessen ließ sich das Team von Trainer Markus Gisdol auskontern. Nach einer Hereingabe von Shaqiri köpfte Pizarro zum Ausgleich ein. Drei Minuten späte legte der Peruaner eine Rafinha-Flanke auf Shaqiri ab, der verwandelte. Die Münchner hatten ein Spiel gedreht, in das sie bis dahin gar nicht richtig hineingekommen waren - auch ein Gütesiegel.

Munter ging es in der Münchner Arena weiter. Zunächst verfehlte Pizarro (37.) mit einem lässigen Heber das Hoffenheimer Tor. Nach einem Anspiel von Franck Ribéry netzte der 35-Jährige zu seinem 171. Bundesliga-Tor ein. Kurz vor der Pause verkürzte Salihovic mit einem sehenswerten Freistoß zum 2:3.

Kroos und Boateng auf der Tribüne

Nach dem Seitenwechsel agierten die Kraichgauer weiter mutig. Firmino (52.) prüfte per Kopf Bayern-Keeper Starke, der öfter eingreifen musste, als er das vielleicht erwartet hatte. Hoffenheims Offensivbemühungen wurden zum Entsetzen der Bayern-Fans belohnt. Firmino nahm die Gelbe Karte für sein beim Torjubel ausgezogenes Trikot gerne mit, denn mit einem Punkt bei den Münchnern hatte wohl keiner gerechnet. Die Bayern, die Toni Kroos und Jérome Boateng gar auf der Tribüne ließen, kassierten damit erstmals seit drei Jahren wieder drei Gegentore in einem Heimspiel.

Am Ende war Hoffenheim dem 4:3 sogar näher. In der Schlussphase hatten beide Torhüter noch große Szenen: Jens Grahl rettete gegen Arjen Robben (87.), Starke gegen Sebastian Rudy (90.).

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