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Nach Pleite gegen BVB: Bayern-Coach Guardiola räumt Fehler ein

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Guardiola räumt Fehler ein  

Dem FC Bayern geht in der Liga die Luft aus

13.04.2014, 08:35 Uhr | jv, t-online.de

Nach Pleite gegen BVB: Bayern-Coach Guardiola räumt Fehler ein. Ratlos: Bei der herben Heimpleite seiner Bayern gegen Dortmund wollte Trainer Pep Guardiola gar nicht mehr hinschauen. (Quelle: dpa)

Ratlos: Bei der herben Heimpleite seiner Bayern gegen Dortmund wollte Trainer Pep Guardiola gar nicht mehr hinschauen. (Quelle: dpa)

Es waren die eigenen Worte, die Pep Guardiola nach dem schlafmützigen 0:3 (0:1) seines FC Bayern München im Gipfeltreffen gegen Borussia Dortmund wieder um die Ohren flogen. "Es kann schon sein, dass ich einen Fehler gemacht habe mit dieser Aussage", musste der Trainer des Rekordmeisters eingestehen. Der Spanier hatte jüngst erklärt, die Bundesliga sei für ihn mit dem Meistertitel vorbei. Und tatsächlich: Gegen taktisch bärenstarke Dortmunder wirkte seine Mannschaft nicht nur ideenlos, sondern auch mental äußerst ausgelaugt.

"Es ist ein Problem, dass die Liga für uns schon beendet ist", erklärte Guardiola angesichts der zweiten Bundesliga-Niederlage in Folge bei Sky. "Wenn dann eine hochmotivierte Mannschaft kommt, dann bekommt man Schwierigkeiten. Das Ziel für mich ist jetzt, die Mannschaft wieder aufzubauen."

Bayern-Elf nur auf dem Papier mit Top-Qualität

Dabei hatten sowohl Guardiola als auch sein Gegenüber Jürgen Klopp einiges getan, um dem Verdacht zu entgehen, die tabellarisch wenig relevante Spitzenpartie als Aufwärmprogramm für das anstehende DFB-Pokal-Halbfinale zu nutzen. Lediglich Klopp sorgte für eine kleine Überraschung, indem er dem im Sommer zum FC Bayern wechselnden Topstürmer Robert Lewandowski nach insgesamt 27 Startelfeinsätzen eine Verschnaufpause gönnte und erst nach einer Stunde einwechselte.

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Ansonsten schickten beide Trainer trotz Kaiserslautern und Wolfsburg vor Augen ihre besten Männer aufs Feld. Doch schnell offenbarte sich, dass die Aufstellung der Bayern nur auf dem Papier Top-Qualität hatte.

Ribéry und Co. wie abgeschnürt

Der BVB hingegen zeigte vom Anpfiff weg, wie ernst er es meinte und setzte voll auf die eigene Pressingstärke. Die hoch stehende Doppelsechs aus Kehl und Sahin brachte die Aufbauspieler der Bayern immer wieder schon in deren Hälfte in Bedrängnis. Die Borussen liefen letztlich acht Kilometer mehr als die Münchner, formierten in der Zentrale ein undurchdringliches Massiv und zwangen den Gegner so zu vielen langen Bällen. Mit Erfolg: Franck Ribéry, Mario Götze, Arjen Robben und auch Mario Mandzukic in der Spitze wirkten über das komplette Spiel wie abgeschnürt.

"Wir haben das gegen den Ball sehr gut gemacht, sehr frech, sehr konsequent", freute Klopp sich nach seinem 200. Spiel als BVB-Coach über die starke Kollektivleistung seiner Spieler und den Treffern von Henrich Mchitarjan (20.), Marco Reus (49.) und BVB-Youngster Jonas Hofmann (56.). "Wenn man Bayern 3:0 schlägt, ist eigentlich alles perfekt. Wir wollten sie so lang wie möglich vom Tor fern halten und das hat auch gut funktioniert."

Sammer: "Unsere Spieler sind keine Roboter"

Die Bayern zeigten sich hingegen ungewohnt fahrig und oftmals nur im Lamentieren meisterhaft. So kamen auch die Pfiffe einiger Fans wenig überraschend.

"Wir hatten Probleme mit dem Rhythmus und dem Spielaufbau", erklärte der nach dem Spiel erstaunlich gelassene FCB-Sportdirektor Matthias Sammer. "Aber wir müssen damit umgehen, dass unsere Spieler keine Roboter sind. Bei der Niederlage in Augsburg lag es ja angeblich an den jungen Profis. Heute haben wir gesehen, dass wenn zwei, drei Prozent fehlen, dass man dann nicht bestehen kann." Dennoch sei die Niederlage "kein Beinbruch", beschwichtigte er.

Rafinha sieht Rot, Neuer relativiert

Der FC Bayern hatte am Ende zwar 70 Prozent Ballbesitz, doch gefährden konnte der Rekordmeister den Sieg der Borussia zu keinem Zeitpunkt. Zu allem Überfluss verlor noch Rafinha, der bereits im vorletzten Ligaduell der beiden vom Platz geflogen war, in der Nachspielzeit bei einem Wortgefecht mit Mchitarjan die Beherrschung und kassierte vom aufmerksamen Schiedsrichter Felix Zwayer die Rote Karte.

Die Luft ist raus: Drei Spiele, seit dem Gewinn der Meisterschaft bei Hertha BSC, ist der FC Bayern nun schon ohne Sieg. Nach dem Remis gegen Hoffenheim gab es gegen Augsburg und Dortmund zwei Niederlagen. Dennoch versuchte Keeper Neuer den ernüchternden Abend zu relativieren. "Wir haben keinen guten Tag erwischt", sagte der 28-Jährige und verwies auf den 3:0-Erfolg gegen den BVB im November. "Aber im Spiel in Dortmund, in dem es um etwas ging, haben wir gewonnen. Unsere wichtigen Aufgaben liegen woanders. Trotzdem sollten wir die Bundesliga nicht vernachlässigen."

Wiedersehen in Berlin?

"Wir müssen jetzt darauf achten, dass der Fußball mit dem Kopf gespielt wird", sagte Sammer und hatte da wohl auch das Pokal-Halbfinale gegen Zweitligist Kaiserslautern am kommenden Mittwoch im Sinn. Hier ist ein Sieg Pflicht. Und gewinnt auch der BVB gegen Wolfsburg, käme es im Finale zu einem erneuten Aufeinandertreffen.

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Hoffnung dafür schöpfen konnten nach dem Spiel in der Allianz Arena beide Teams. Während die Dortmunder nun Gewissheit haben, dass auch die Super-Bayern zu knacken sind, dürfte es die Münchner freuen, dass es in Berlin wirklich wieder "um etwas geht".

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