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Timo Boll: Mit 33 die Schraube etwas angezogen

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Tischtennis  

Timo Boll: Mit 33 die Schraube etwas angezogen

25.04.2014, 11:08 Uhr | dpa

Timo Boll: Mit 33 die Schraube etwas angezogen. Seinen größten Einzel-Erfolg feierte Timo Boll 2011 als WM-Dritter.

Seinen größten Einzel-Erfolg feierte Timo Boll 2011 als WM-Dritter. Foto: Ole Spata. (Quelle: dpa)

Düsseldorf (dpa) - Timo Boll hat sich auf der internationalen Tischtennis-Bühne rargemacht. Zuletzt zwang eine Rückenverletzung den Rekord-Europameister zum Startverzicht bei den German Open. Vor Beginn der Team-WM am Montag in Tokio hat Boll in diesem Jahr kein großes Turnier gespielt.

Dennoch geht der 33 Jahre alte Linkshänder, der seit dem 3. Dezember Vater einer Tochter ist, mit viel Zuversicht in seine 14. WM seit 1997. Dass er in der deutschen Mannschaft hinter Europameister Dimitrij Ovtcharov die Nummer zwei ist, bezeichnete Boll im Gespräch beim Lehrgang vor der WM als normalen Werdegang.

Wie geht es Ihrem Rücken kurz vor dem WM-Start?

Boll: Dem Rücken geht es wieder gut. Ich hatte es bei der Rückengymnastik ein bisserl übertrieben. Da hat sich ein Reiz gebildet. Es brauchte eine Zeit, bis er wieder rausging. Seit drei Wochen bin ich wieder im Training. Ich fühle mich fit, ein paar Prozent nach oben gehen noch.

Wie sehen Sie Ihren aktuellen Leistungsstand?

Boll : Ich habe das Gefühl, wenn ich mich gut bewegen und meinen Körper in Wallung bringen kann, dass ich dann ein ähnliches Niveau erreiche wie früher. Das Spielgefühl ist da, die Erfahrung ist da, meine Spielübersicht kommt schnell. Klar hätte ich gerne noch ein paar richtig harte Vergleiche mit den Chinesen gehabt. Das fehlt vielleicht so ein bisschen. Aber die Spiele gegen Dima waren schon auf einen hohen Niveau und bringen mich weiter.

Sie haben gegen Dimitrij Ovtcharov zuletzt mehrfach verloren und sind in der Weltrangliste fünf Plätze hinter der neuen deutschen Nummer eins eingestuft. Wie beurteilen Sie die Hierarchie-Änderung?

Boll: Das ist ein normaler Werdegang. Ich glaube, es wäre hitziger, wenn ich jetzt in seinem Alter wäre und mir die Weltranglistenposition extrem wichtig wäre und man sich bekämpft, wer höher ist. Bei mir ist das Augenmerk mehr auf die großen Turniere gerichtet. Da will ich meine Bestleistung abrufen. Für die Weltranglistenposition müsste ich viel zu viel spielen.

Mit 33 Jahren muss man Rücksicht auf das Alter nehmen?

Boll: Ich kann nicht mehr so viel in einer Einheit trainieren wie unsere jüngeren Spieler. Deshalb muss ich probieren, irgendwo anders etwas draufzupacken. Ich habe jetzt einen privaten Fitnesstrainer, der bei mir im Ort wohnt und wo ich tagtäglich ohne großen Aufwand hinkommen kann. Er bietet mir ein komplettes Paket.

Wie sieht das aus?

Boll: Eine Kombination aus Fitnesstraining, Yoga, viel Rückengymnastik, Stretching und Ernährung. Ich habe in allen Bereichen die Schraube etwas angezogen.

Mit sichtbaren Konsequenzen?

Boll: Seit November habe ich sieben, acht Kilo Gewicht verloren.

Was hat sich bei der Ernährung geändert?

Boll: Peking-Ente gibt es seltener. Ich versuche, so ein bissel vegan zu leben, bin aber kein Veganer, weil ich ab und zu noch etwas Fleisch esse. Aber relativ wenig Fleisch, viel Gemüse, kein Fett, wenig Zucker.

Wie hat sich die Geburt der Tochter auf den Beruf ausgewirkt?

Boll: Von der Professionalität her eigentlich gar nicht, weil ich einfach ein paar Änderungen vorgenommen habe. Ich habe genauso viel Zeit für die Familie, auch der Trainingsumfang ist mindestens gleich geblieben, weil nicht mehr so viel Fahrerei nach Frankfurt anfällt. Das ist schon angenehm, aber wir haben auch ein sehr pflegeleichtes Kind. Das muss ich sagen, die Nächte sind umkompliziert.

Haben Sie ein Kindermädchen ?

Boll: Nein, meine Frau hat viel mehr zu leisten und nimmt mir natürlich viel Arbeit ab. Sie hat alles einfach gut in Griff. Das ist wichtig. Es ist ein gutes Team, auch zu Hause, das man auch braucht. Wenn es da mit dem Kind drunter und drüber geht, wird es schwierig, sich im Job zu behaupten. Gerade im Tischtennis, wo Konzentration extrem gefragt ist, um sich auf dem Toplevel zu halten.

In Tokio ist Ovtcharov die Nummer eins und Sie die Nummer zwei im Team. Wie wirkt sich das aus ?

Boll: Schon bei der letzten WM in Dortmund haben wir oft variiert bei der Aufstellung. Er mal eins, ich mal eins, das werden wir immer nach Gegner abstimmen und mit Trainer Jörg Roßkopf. Da wollen wir uns nicht in die Karten gucken lassen, für Rossi ist eine gute Situation.

Wie sind die Chancen gegen China im Vergleich zu 2012 ?

Boll: Die Situation ist ähnlich. Es ist eine große Aufgabe, aber uns läuft irgendwo die Zeit davon. Wir haben jetzt die beste Generation, die wir vielleicht jemals hatten. Deshalb müssen wir irgendwann unsere Möglichkeiten nutzen. Wir müssen einfach mal einen perfekten Tag erwischen und alle über uns hinauswachsen. Anders wird es nicht gelingen. Als Mannschaft sind die Chinesen extrem stabil.

Zur Person: Timo Boll gilt als Deutschlands bekanntester Tischtennisspieler. Bei Europameisterschaften gewann der 33 Jahre alte Linkshänder von Borussia Düsseldorf 16 Titel. Das ist Rekord. Seinen größten Einzel-Erfolg feierte er 2011 als WM-Dritter.

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