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Fans von Dynamo Dresden bedrohen eigene Spieler

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"Eine Stunde, um die Stadt zu verlassen"  

Nach Abstieg: Dresden-Fans bedrohen eigene Spieler

11.05.2014, 20:30 Uhr | dpa

Fans von Dynamo Dresden bedrohen eigene Spieler. Im Hintergrund rollen Dresdens Fans ein Plakat mit der Aufschrift "Ihr habt eine Stunde, um die Stadt zu verlassen" aus. (Quelle: dpa)

Im Hintergrund rollen Dresdens Fans ein Plakat mit der Aufschrift "Ihr habt eine Stunde, um die Stadt zu verlassen" aus. (Quelle: dpa)

Fassungslosigkeit und lähmendes Entsetzen: Das Kapitel 2. Bundesliga ist für Dynamo Dresden beendet. Das Team von Trainer Olaf Janßen unterlag am 34. Spieltag im von einer Spielunterbrechung überschatteten Abstiegs-Gipfel gegen Arminia Bielefeld 2:3 (0:1) und steigt damit in die 3. Liga ab.

"Wir versinken erstmal in einer Depression. Was hier passiert ist, ist der absolute GAU. Es ist jetzt nicht die Zeit, um sachliche Analysen zu machen", konstatierte Sport-Geschäftsführer Ralf Minge sichtlich um Fassung bemüht. Und dann musste er auch noch die Bedrohung der Spieler durch die eigenen aufgebrachten Fans kommentieren. Die Anhänger entrollten auf der Tribüne ein Transparent mit der Aufschrift: "Ihr habt eine Stunde, um die Stadt zu verlassen." Minge reagierte alarmiert: "Solche Drohungen der Fans muss man immer ernst nehmen."

Spielunterbrechung nach Böllerattacke

Bielefeld trifft nun in zwei Relegationsspielen auf den Dritten der 3. Liga, Darmstadt 98. Das Spiel gegen Dresden war überschattet von einer 15-minütigen Spielunterbrechung. Dynamo-Chaoten hatten nach dem 2:0 für Bielefeld Böller auf das Spielfeld geworfen und dabei die Gesundheit der Akteure nachhaltig gefährdet.

"Was soll ich dazu noch sagen? Das ist der bitterste Moment meiner Karriere", sagte Dresdens Robert Koch, ehe er in Tränen ausbrach und in der Kabine verschwand. Auch Trainer Olaf Janßen war tief betroffen: "Dass ich derjenige bin, der mit dieser Mannschaft abgestiegen ist, trifft mich sehr. Es ist meine größte sportliche Niederlage, die extrem wehtut."

Trainer Janßen lässt seine Zukunft offen

Der Dynamo-Auftritt war ein Spiegelbild der gesamten Saison. Vielen Tiefs folgte eine kurze Phase der Euphorie, die man sich durch eigene Fehler wieder kaputt machte. "Die Mannschaft weiß selbst, dass wir sehr viele Dinge haben liegen lassen. Das macht den Schmerz für jeden Spieler nur noch schlimmer", bemerkte Janßen, der seine Zukunft in Dresden offen ließ. "Ich denke, dass man als Trainer, der diesen Weg zu verantworten hat, nicht ausrufen sollte, dass man auch der nächste Trainer in der 3. Liga sein wird", bemerkte er, fügte aber hinzu, dass er nachdenken werde, sollte Dynamo ihn bitten, weiterzumachen.

Nach dem Schlusspfiff lagen ie Spieler auf dem Rasen und ließen den Tränen freien Lauf. Auf den Rängen detonierten erneut Böller. Nach der Partie verließ der Bielefelder Mannschaftsbus unter Polizeischutz das Gelände. Ein Großaufgebot der Bereitschaftspolizei sorgte für Ordnung um das Glücksgas Stadion.

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