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Draft von Michael Sam löst Diskussion über Homosexualität aus

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American Football  

Nach Sam-Draft: USA diskutieren über Homosexualität

16.05.2014, 10:22 Uhr | dpa

Draft von Michael Sam löst Diskussion über Homosexualität aus. Die Sportnation USA diskutiert nach der Draft von Michael Sam über Homosexualität im Sport.

Die Sportnation USA diskutiert nach der Draft von Michael Sam über Homosexualität im Sport. Foto: Chris Lee. (Quelle: dpa)

New York (dpa) - Nach dem größten Triumph seiner Karriere strahlte der American-Football-Spieler Michael Sam in die Kamera, weinend vor Glück drehte sich dann zur Seite und küsste - seinen Freund.

Per Telefon hatte Sam gerade erfahren, dass er es in die Mannschaft der St. Louis Rams in die Football-Liga NFL geschafft hat, als erster offen homosexueller Spieler der Geschichte. "Ich danke den St. Louis Rams und der ganzen Stadt St. Louis", twitterte der 24-Jährige. "Ich werde das nutzen, um Großes zu schaffen."

Schon bald flatterten die Glückwünsche herein. Kollegen, Trainer, die offen lesbische Moderatorin Ellen DeGeneres und selbst US-Präsident Barack Obama gratulierten Sam, der sich im Februar geoutet hatte, zu seinem Erfolg. Dass er es in die Mannschaft geschafft habe, sei ein "wichtiger Schritt auf dem Weg unseres Landes", hieß es aus dem Weißen Haus. Moderatorin Oprah Winfrey kündigte sogar eine Doku-Serie über Sams Leben an.

Aber es mehren sich auch Proteste, vor allem gegen den öffentlichen Männer-Kuss. "Es tut mir leid, aber das war nicht richtig von Michael Sam, das vor laufender Kamera zu machen", twitterte der frühere Profi-Footballer und Super Bowl-Gewinner Derrick Ward. "Von mir aus ist es der Anfang einer neuen Ära, aber das vor dem ganzen Land im Fernsehen zu machen, ist ekelhaft."

Miami Dolphins-Spieler Don Jones schrieb "schrecklich" bei Twitter, löschte den Kommentar auf Druck seiner Mannschaft aber später wieder und entschuldigte sich. Die Kontroverse macht deutlich: Trotz Sams Erfolg ist Homosexualität im American Football und überhaupt im US-Sport noch immer weit von Alltagsnormalität und allgemeiner Akzeptanz entfernt.

Allein der Zeitpunkt von Sams Auswahl spricht Bände. Obwohl er als einer der besten College-Spieler galt, wurde er erst am dritten Tag des Auswahlverfahrens als insgesamt 249. Spieler ausgewählt - nur noch sieben andere Spieler kamen nach ihm. Keine andere Verpflichtung sorgte für mehr Schlagzeilen. "Ich wusste, ich würde irgendwann ausgewählt werden", sagte Sam, der zuvor als Defensive End bei der College-Mannschaft der Universität Missouri brilliert hatte. "Bei jedem Team, das mich übergangen hat, habe ich mir vorgestellt, wie ich ihren Quarterback umreißen werde."

Football-Profi Sam ist nun Pionier, aber das Kämpfen ist er gewöhnt. Er stammt aus einfachen Verhältnissen in der texanischen Kleinstadt Hitchcock. Drei seiner Geschwister sind bereits tot, zwei sind im Gefängnis. Sein Outing hat das Verhältnis zu seiner konservativen und religiösen Familie belastet. "Ich bin enger mit meinen Freunden als mit meiner Familie", sagte er der "New York Times". Der Sport half ihm, auf ein College zu kommen.

Die Verpflichtung von Sam gilt als bedeutender Schritt für die NFL, die "New York Times" bezeichnete ihn gar als "historisch". Die NFL habe sich "auf diesen Moment gefreut, und ich glaube, sie werden ihm gerecht werden", sagte der Sportwissenschaftler Richard Lapchick der Zeitung. "Wäre Sam nicht ausgewählt worden, wäre es ein Signal gewesen, dass die NFL nicht so einladend sein würde."

Nicht alle hatten Sams Auswahl erwartet. Zahlreiche Eklats im Zusammenhang mit der Diskriminierung Homosexueller hatten die Liga jüngst erschüttert. Erst im vergangenen Jahr hatte Chris Culliver von den San Francisco 49ers mit schwulenfeindlichen Kommentaren für Wirbel gesorgt und musste sich später entschuldigen.

Die anderen US-Profiligen stehen nicht viel besser da. Die Fußballliga MFL präsentierte vor einem Jahr ihren ersten offen homosexuellen Spieler, den Mittelfeldspieler Robbie Rogers bei Los Angeles Galaxy. Die Basketball-Liga NBA folgte im Februar mit Jason Collins bei den Brooklyn Nets. Beide gelten immer noch als Einzelfälle. In der Eishockey- und Baseball-Liga gibt es bislang keine homosexuellen Spieler.

Aber letztlich, so betonte der frühere NFL-Spieler Bill Curry, müsse es doch in erster Linie um den Sport gehen - bei Sam wie bei allen anderen Spielern. "Wenn der Typ seine Leistung bringt, sollte ihn jeder mit offenen Armen empfangen."

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