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Kommentar zum HSV: Bundesliga-Dino braucht kompletten Neuanfang

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Kommentar zur HSV-Saison  

Der Bundesliga-Dino braucht den kompletten Neuanfang

19.05.2014, 07:19 Uhr | jru

Kommentar zum HSV: Bundesliga-Dino braucht kompletten Neuanfang. Dietmar Beiersdorfer leitete schon von 2002 bis 2009 die sportlichen Geschicke des HSV. (Quelle: imago/Picture Point)

Dietmar Beiersdorfer leitete schon von 2002 bis 2009 die sportlichen Geschicke des HSV. (Quelle: imago/Picture Point)

Ein Kommentar von Jörg Runde

Der Hamburger SV ist also noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Das Gründungsmitglied der Bundesliga bleibt trotz einer desaströsen Saison der einzige Klub der ersten Stunde, der das deutsche Fußballoberhaus noch nie verlassen musste.

Dass am Ende der Klassenerhalt stand, löste bei den Fans ein Gefühl der Erleichterung aus. Anlass zur Freude gab es nicht. Zu präsent war die Erkenntnis, dass es am Ende nur reichte, weil sich Braunschweig und Nürnberg noch schwächer präsentierten und Greuther Fürth in den Relegationsspielen schlichtweg das Quäntchen Glück fehlte.

Verantwortlich für die große Krise

Auch als Beobachter, der dem Hamburger SV völlig neutral gegenüber steht, kann man das Auftreten der Mannschaft, vor allem aber der Verantwortlichen in der Spielzeit 2013/2014 nur mit einem Kopfschütteln quittieren. 

Der Makel des ersten Abstiegs bleibt ihnen zwar erspart, die Namen Carl-Edgar Jarchow, Oliver Kreuzer und Mirko Slomka sowie Thorsten Fink und Bert van Marwijk werden ab jetzt aber immer fallen, wenn von der größten Krise der Klubgeschichte die Rede ist.

Was ist nur aus dem HSV geworden?

In ihren Funktionen als Klub-Vorstand, Sportdirektor und Trainer tragen sie die volle Verantwortung für ein Chaos, das bundesweit bereits seit längerem die Frage aufwirft: Was ist nur aus dem großen HSV geworden?

Das Bild, das der einst so mächtige und ambitionierte Klub aus der Hansestadt seit Monaten abgibt, ist eines Bundesliga-Dinos nicht würdig. Was von den Entscheidungsträgern zuletzt angepackt wurde, es erzielte nicht die erwünschte Wirkung.

Auch der Geistheiler half nicht

Jarchow und Kreuzer lagen mit ihren Personalentscheidungen bezüglich der Kaderzusammenstellung und der Trainerauswahl genauso daneben, wie Slomka, van Marwijk und Fink bei ihren sportlichen Maßnahmen. Taktisch und läuferisch agierte der HSV zuletzt weit unter Bundesliga-Niveau. Auch ein eigens für den Abstiegskampf angeheuerter Geistheiler konnte daran nichts ändern. Er steht stattdessen stellvertretend für die Konzeptlosigkeit des Trainers.

Immerhin Unterhaltungswert bot die Hamburger Komödie. Das Possenspiel, das der elf Mann starke Aufsichtsrat vor wenigen Monaten aufführte, zaubert so manchem HSV-Gegner noch heute ein schadenfreudiges Lächeln auf die Lippen.

Lustige Posse um Felix Magath

Mehrere Tage beherrschten die Indiskretionen um eine mögliche Verpflichtung von Felix Magath als Überboss die Schlagzeilen. Kommt er? Kommt er nicht? Er kam nicht.

Foto-Serie mit 6 Bildern

Wie man es dreht und wendet: Bei jedem Kreisligisten, in welchem Dorf er auch angesiedelt ist, wird wohl professioneller gearbeitet als beim HSV in der jetzigen Besetzung.

Das Führungstrio sollte gehen

Dass Jarchow, Kreuzer und Slomka auch in der 2. Liga bleiben wollten und auch jetzt gern weiter werkeln würden, mag gut gemeint sein.

Im Sinne der Fans und deren Wunsch nach Professionalisierung wäre das sicher nicht. Bevor das Führungs-Trio in ein paar Wochen bei der Mitglieder-Versammlung aus dem Amt geschubst wird, sollte es besser geschlossen zurücktreten. Und der komplette Aufsichtsrat gleich mit. Das wäre ein Signal für eine bessere Zukunft des Vereins.

Sie alle würden den Weg frei machen für einen Neuanfang mit dem Programm HSVPlus. Die Macher dieser Initiative bringen nicht nur professionelle, zeitgemäße Strukturen mit, sie haben mit Milliardär Klaus-Michael Kühne auch einen zahlungsfreudigen Geldgeber und mit Dietmar Beiersdorfer einen echten Fachmann für die Führungsrolle im Schlepptau.     

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