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Hambüchen stürzt vom Reck - Turner ohne EM-Medaille

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Turnen  

Hambüchen stürzt vom Reck - Turner ohne EM-Medaille

25.05.2014, 17:49 Uhr | dpa

Hambüchen stürzt vom Reck - Turner ohne EM-Medaille. Fabian Hambüchen musste den Wettkampf abbrechen.

Fabian Hambüchen musste den Wettkampf abbrechen. Foto: Marijan Murat. (Quelle: dpa)

Sofia (dpa) - Den Teamgefährten stockte der Atem, Champion Epke Zonderland tröstete seinen Kumpel umgehend: Das "volle Risiko" im Kampf um Reck-Gold zahlte sich für Fabian Hambüchen bei den Turn-Europameisterschaften in Sofia nicht aus.

Beim gebückten Kovacs-Salto musste der Student aus Wetzlar das Königsgerät verlassen und fiel so unglücklich auf den Rücken, dass er den Wettkampf nicht beenden konnte.

Olympiasieger Zonderland fand sofort die Zeit, sich um den angeschlagenen Freund zu kümmern. Nach einer kurzen Behandlung konnte Fabian Hambüchen in der Teamecke wieder aufstehen und das Ende des Wettkampfes beobachten.

Hollands viermaliger "Sportler des Jahres", Zonderland, ließ sich vom Missgeschick des Freundes nicht schocken und demonstrierte als siebter Starter am Reck seine Klasse. Der Oranje-Turner setzte sich überlegen mit 15,833 Punkten vor den Briten Sam Oldham (14,866) und Kristian Thomas (14,808) durch. Damit gelang ihm der Hattrick mit Siegen bei Olympia, WM und EM.

Hambüchen wollte eigentlich diesen Hattrick verhindern. Voller Angriffslust war er in den Wettkampf gegangen. "Volle Lotte, volles Risiko", kündigte er an, als klar war, dass er als erster Turner im Finale an die Reck-Stange muss. "Es geht nicht darum, mit einer Sicherheits-Übung die Medaille abzusichern, sondern dass Duell mit Epke anzunehmen und den 'fliegenden Holländer' unter Druck zu setzen", sagte er schon vor dem Showdown in Sofia.

In den Tagen zuvor hatte Hambüchen als einziger im Turn-Team Deutschland sein derzeitiges Leistungsvermögen abgerufen und war der wichtigste Pfeiler der Riege, die auf Rang vier die fünfte deutsche Team-Medaille der EM-Geschichte nur knapp verfehlte. "Wir haben uns gegenseitig in den Arsch getreten, denn so wie im Vorkampf wollten wir uns nicht noch einmal präsentieren", meinte Hambüchen schmunzelnd, der dem Team mit Topleistungen an seinen fünf Geräten überhaupt erst den Finaleinzug ermöglicht hatte.

Es sei nur "schade, dass es nicht ganz zur Medaille gereicht" habe. Gelassen hatte der Student der Sporthochschule Köln auch das leichte Erdbeben weggesteckt, das am Samstag die Hochhäuser in Sofia für einige Sekunden wackeln ließ. "Wir waren in der Einturnhalle und haben nicht viel mitbekommen", meinte Hambüchen.

Den Titel holte sich zum fünften Male das Team Russlands vor Titelverteidiger Großbritannien und der Ukraine. Die Entscheidung im Medaillenkampf war vor gespenstisch leeren Rängen der Armee-Arena erst am letzten Gerät gefallen, als Sebastian Krimmer am Reck patzte. Eine Medaille hätte aber möglicherweise Schwachstellen im Team wieder zugedeckt. Daher konnte Cheftrainer Andreas Hirsch mit dem Resultat leben: "Platz vier ist zwar bitter. Aber er bietet auch Chancen."

Erfolgreichster Turner der Titelkämpfe war der Russe Denis Abljasin mit insgesamt vier Titeln. Der 22-Jährige holte sich nach dem Gewinn der Team-Goldmedaille mit der russischen Riege die Titel am Boden, Sprung und an den Ringen. Sauer reagierten alle Turner und Trainer auf die beschämende Kulisse in der 12 000 Zuschauer fassenden Arena. "Das ist einer EM unwürdig", sagte Cheftrainer Hirsch. Und Fabian Hambüchen fragte sich enttäuscht, "warum hier eine EM stattfindet, wenn keiner in die Halle kommt".

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