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Nico Rosberg vs. Lewis Hamilton: Eiszeit bei Mercedes

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Eiszeit zwischen Stallrivalen  

Hamilton boykottiert Rosbergs Sieg-Party

26.05.2014, 09:46 Uhr | t-online.de, dpa

Nico Rosberg vs. Lewis Hamilton: Eiszeit bei Mercedes. Nico Rosberg freut sich über seinen Sieg (re.), Lewis Hamilton geht auf Distanz. (Quelle: imago/HochZwei)

Nico Rosberg freut sich über seinen Sieg (re.), Lewis Hamilton geht auf Distanz. (Quelle: HochZwei/imago)

Mit seinem zweiten Triumph in seiner Wahlheimat Monaco beendete Nico Rosberg die Siegesserie seines Teamkollegen Lewis Hamilton und eroberte die WM-Gesamtführung zurück. Nun herrscht im bitterbösen Mercedes-Duell um den Formel-1-Titel endgültig Eiszeit zwischen den beiden Stallrivalen. Nach Rosbergs Triumph verweigerte der Brite dem 28-Jährigen gar den Handschlag und blieb von dessen Sieg-Party fern.

Die beiden Mercedes-Piloten würdigten sich nach ihrem fünften Doppelerfolg nacheinander auf dem Podium und bei der anschließenden Pressekonferenz keines Blickes und reagierten genervt auf die bohrenden Fragen nach dem Zustand ihrer Beziehung. "Wir kennen uns schon so lange. Wir müssen weitermachen", mahnte Rosberg.

Hamilton droht indirekt mit Crashs

Doch Hamiltons Miene blieb starr. Mit Verweis auf das einstige Hass-Duell zwischen Ayrton Senna und Alain Prost drohte der Brite: "Ich werde mir da was abschauen." Als Senna und Prost zwischen 1988 und 1990 gemeinsam für das McLaren-Team fuhren, ignorierten sich die beiden Streithähne, es kam damals sogar zu vorsätzlichen Crashs während der Rennen zwischen beiden Piloten.

Später revidierte Hamilton seine Drohung, diese sei nur ein Witz gewesen. Doch seine Gestik auf dem Podium verriet, wie es um Hamiltons Psyche bestellt war. "Man muss den Fahrer verstehen, das ist unheimlich intensiv", sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff und versicherte: "Das vergeht wieder." Die Momentaufnahme von Monaco aber lässt dies höchst fragwürdig erscheinen.

Schon während des Rennens stellten Rosberg und Hamilton die gesamte Crew wieder auf eine harte Probe. Nachdem Rosberg in der 25. Runde vor Hamilton zum Reifenwechsel in die Boxengasse gerufen wurde, unterstellte dieser seinem Team Benachteiligung und schimpfte in Richtung Renningenieur Peter Bonnington: "Ihr hättet mich eine Runde vorher reinholen müssen. Jetzt habe ich keine Chance mehr, Nico noch zu kriegen. Und ich wusste, ihr holt mich nicht rein."

Rosberg nun mit besseren Karten im WM-Kampf

"Es knistert heftig. Aber es kann ja gar nicht anders sein", betonte ihr oberster Boss, Daimler-Chef Dieter Zetsche: "Das ist die Spannung, die auch mich manchmal in den Wahnsinn treibt." Doch Mercedes-Aufsichtsratschef Niki Lauda sah das anders: "Wenn Lewis behauptet, dass es Absicht war, werde ich ein ernstes Wörtchen mit ihm reden."

Schon nach dem Qualifying kochte Hamilton innerlich. Rosberg hatte in der Mirabeau-Kurve zu spät gebremst und war dann notgedrungen geradeaus gefahren. Die Streckenposten schwenkten wegen der Gefahrenstelle gelbe Flaggen, Hamilton musste vom Gas und hatte keine Chance mehr, Rosbergs Bestzeit zu kontern.

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Die Formel-1-Experten Danner und Wasser analysieren den Monaco-GP. Video

Trotz der angespannten Stimmung im Mercedes-Lager zeigte sich Rosberg hochzufrieden mit seinem Sieg: "Lewis hatte einen Lauf. Den wollte ich brechen. Das ist ein ganz besonderer Tag." Im Kampf um die Weltmeisterschaft scheint der Deutsche nun die besseren Karten zu haben. Während Hamiltons Sieges-Serie blieb er äußerlich cool und gelassen. Hamilton hingegen ist nach dem Triumph seines Teamkollegen gereizt und scheint seinen Kopf zu verlieren.

Rosberg hofft auf Entspannung

Derweil setzt der neue Formel-1-Spitzenreiter im Ärger mit seinem Teamkollegen Hamilton auf klärende Gespräche. "Das Wochenende war eines der schwierigeren. Aber dann lassen wir es etwas ruhen, setzen uns dann wie immer zusammen und reden drüber", sagte Rosberg.

Rosberg und Hamilton kennen sich bereits aus Kartzeiten und wohnen in Monte Carlo im gleichen Appartment-Hochhaus. Für Rosberg ist Hamiltons Verhalten indes keine große Überraschung. "Es kann einen nicht so viel überraschen, wenn man sich schon kennt, seit man 13 Jahre alt war", sagte der gebürtige Wiesbadener.

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