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Krakau zieht Olympia-Bewerbung nach Referendum zurück

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Krakau zieht Olympia-Bewerbung nach Referendum zurück

26.05.2014, 16:10 Uhr | dpa

Krakau (dpa) - Jetzt auch noch Krakau: Dem IOC brechen die Bewerber für die Olympischen Winterspiele 2022 weg. Nach dem negativen Bürgerentscheid wird auch die südpolnische Stadt ihre Olympia-Kandidatur zurückziehen, bestätigte Bürgermeister Jacek Majchrowski.

Beim Bürgervotum am Sonntag stimmten immerhin 69,7 Prozent der Krakauer gegen die Olympia-Ambitionen ihrer Stadt. Mit einer Wahlbeteiligung von nahezu 36 Prozent ist das Referendum, das gleichzeitig mit der Wahl zum Europäischen Parlament abgehalten wurde, gültig.

Mehr als 200 000 Einwohner sagten "Nein" zu Olympia. Sie fürchteten, Krakau sei den Herausforderungen nicht gewachsen. Zu groß, zu laut, zu teuer - auch wenn jährlich Touristenmassen in die heimliche Hauptstadt Polens strömen, schien das Olympia-Projekt den Gegnern zu gigantisch. "Eine vernünftige Entscheidung. Für uns ist die Angelegenheit damit beendet", sagte Tomasz Lesniak von der Initiative der Olympia-Gegner.

Der olympische Gigantismus schreckt mehr und mehr traditionelle Wintersport-Nationen ab. Zuvor hatten bereits die Bewohner von München und Graubünden Olympia-Bewerbungen abgelehnt. In Stockholm votierte der Stadtrat gegen eine Kandidatur. Die 50 Milliarden Dollar, die der russische Schwarzmeerkurort Sotschi für seine Spiele investiert hat, wirken nach und wurden überall als Begründung für die negative Haltung der Bevölkerung genannt.

Im Rennen um den Hauptpreis Olympia 2022 bleiben jetzt nur noch Almaty (Kasachstan), Peking, das ukrainische Lwiw und Oslo als potenzielle Ausrichter übrig. In Oslo steht die endgültige Entscheidung über eine Bewerbung noch aus, in der norwegischen Regierung gibt es derzeit aber keine Mehrheit. Ein Rückzug von Lwiw gilt angesichts der politischen Lage in der Ukraine als wahrscheinlich.

Weltweite Begeisterung für das winterliche Premium-Produkt des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) sieht anders aus. Gut möglich, dass die stimmberechtigten IOC-Mitglieder im Juli 2015 in Kuala Lumpur beim Votum über den Gastgeber der Spiele 2022 am Ende nur noch zwei Städte zur Wahl haben: Peking und das favorisierte Almaty in der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan. Nach den Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang und den Sommerspielen 2020 in Tokio ist es aus geopolitischen Gründen kaum vorstellbar, dass die Olympier die Spiele erneut nach Asien vergeben.

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