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Justizminister Heiko Maas: Anti-Doping-Gesetz noch dieses Jahr

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Freiheitsstrafen bei Doping  

Anti-Doping-Gesetz noch in diesem Jahr

28.05.2014, 14:21 Uhr | dpa, sid

Justizminister Heiko Maas: Anti-Doping-Gesetz noch dieses Jahr . Doping-Vergehen werden künftig wohl härter betraft. (Quelle: imago)

Doping-Vergehen werden künftig wohl härter betraft. (Quelle: imago)

Bundesjustizminister Heiko Maas will noch dieses Jahr ein Anti-Doping-Gesetz vorlegen. Dem Radiosender hr-Info sagte der SPD-Politiker, der Betrug, der mit Hilfe von Doping begangen werde, solle künftig unter Strafe gestellt werden. Vorgesehen seien neben Geld- auch Freiheitsstrafen. Auch der Besitz und Vertrieb von Doping-Mitteln sollen als Delikt ins Strafgesetzbuch aufgenommen werden.

"Betrug ist zum Beispiel, wenn im Profi-Sport sich Sportlerinnen oder Sportler dopen und sich damit einen Vorteil verschaffen und damit Preisgelder gewinnen, die sie auf andere Weise nicht gewonnen hätten", erklärte Maas. "Sie bevorteilen sich gegenüber anderen, nicht gedopten Sportlern, und sie kriegen dafür Geld, weil sie erfolgreich sind und sich diesen Vorteil durch Doping erschlichen haben. Und das ist in anderen Fällen Betrug und das ist strafbar und das muss auch für Doping gelten."

Keine Ansprüche auf Schadenersatz

Maas kündigte an, dass das Anti-Doping-Gesetz in Kooperation mit dem Innen- und Gesundheitsministerium erarbeitet werde. "Wir wollen in einem ersten Schritt regeln, dass Doping, der Gebrauch - und übrigens nicht nur der Selbstgebrauch, sondern auch das Veräußern von Doping-Mitteln - unter Strafe gestellt wird", so der Minister.

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Zivilrechtliche Regelungen, um etwa Schadenersatz für Spiele einzuklagen, die auf Grund von Doping verloren gingen, sehe das neue Gesetz nicht vor. Es richte sich in erster Linie gegen Doping im Profisport: "Wir sind noch nicht abschließend so weit, wie mit dem Amateursport zu verfahren ist." Grund dafür seien vor allem praktische Fragen: "Wie will man dafür sorgen, dass dort begangene Doping-Vergehen auch verfolgt werden, bei Massenveranstaltungen wie dem Berlin-Marathon, bei dem 40.000 Menschen mitlaufen?"

Die Forderung nach einem Anti-Doping-Gesetz steht schon seit längerem im Raum. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hatte sich im vergangenen Dezember auf seiner Mitgliederversammlung in Wiesbaden mit großer Mehrheit erstmals konkret dafür ausgesprochen. Damit nahm der DOSB auch zum ersten Mal in seiner Geschichte dopende Profisportler ins Visier, nicht wie zuvor nur deren Hintermänner.

DOSB reagiert mit Zurückhaltung

Der Präsident DOSB, Alfons Hörmann, reagierte zunächst jedoch mit Zurückhaltung auf die Ankündigungen von Maas. Vor einer Verabschiedung müsse über das Gesetz intensiv diskutiert werden. "Ich bin zuversichtlich und gelassen, dass es uns gelingt, ein Gesetz zu verabschieden, das alle Probleme berücksichtigt", sagte Hörmann bei der Bundestrainer-Konferenz in Leipzig. "Bei den Gesprächen, die ich mit den involvierten Ministern für Justiz, Inneres und Gesundheit geführt habe, hat sich gezeigt, dass es ein sehr schwieriges Gesetz wird. Je tiefer man sich damit beschäftigt, umso schwerer wird es, alles in ein Gesetz einzubringen."

Wenn der Entwurf vorliege, werde sich der Sport intensiv damit beschäftigen, betonte Hörmann. Auch Maas hatte bestätigt, dass es um komplizierte Regelungen gehe und neben strafrechtlichen auch arzneimittelrechtliche Aspekte wichtig seien.

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