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Hockey-WM 2014: Deutsche Herren erleben historisches Aus

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Historisches Tief  

Deutsche Hockey-Herren bei der WM raus

10.06.2014, 19:19 Uhr | dpa, sid

Hockey-WM 2014: Deutsche Herren erleben historisches Aus. WM-Aus! Der Deutsche Mats Grambusch kann es nicht fassen. (Quelle: dpa)

WM-Aus! Der Deutsche Mats Grambusch kann es nicht fassen. (Quelle: dpa)

Zum ersten Mal seit 43 Jahren hat die deutsche Hockey-Nationalmannschaft das Halbfinale bei einer Weltmeisterschaft verpasst. Zwar gewann die Auswahl von Bundestrainer Markus Weise in Den Haag ihr letztes Vorrundenmatch in souveräner Manier gegen Südkorea 6:1 (3:0). Doch Rivale Argentinien hatte den deutschen Olympiasiegern und Europameistern zuvor durch ein 5:1 über Südafrika die letzten vagen Hoffnungen aufs Erreichen des Mindestziels genommen. Damit ist noch maximal Platz fünf möglich und das schlechteste Abschneiden seit dem ersten WM-Turnier 1971 besiegelt.

Die deutsche Mannschaft hatte nach einem 4:0 zum Auftakt gegen Südafrika ein überraschendes 0:1 gegenArgentinien kassiert und dann gegen Gastgeber Niederlande (0:1) verloren. Das 5:3 gegen Neuseeland reichte für einen der ersten beiden Plätze in der Gruppe B nicht mehr aus.

Weise: 85 Prozent reichen nicht

Weise hatte immer wieder die sehr kurze Vorbereitung beklagt: "Um reinzukommen, hatten wir drei Spiele in Düsseldorf und die ersten WM-Spiele hier. Bis Platz acht ist es in der Welt sehr eng geworden. Wenn man gegen den Achten mit 85 Prozent Einsatz spielt, kann man nicht mehr gewinnen."

Nur drei Wochen blieben dem Erfolgstrainer, um seine Mannschaft auf das Highlight einzustimmen, der Ausfall von Moritz Fürste wog schwer. Zudem hatte sich Olympiasieger Christopher Zeller vor der WM zehn Monate Auszeit gegönnt, um sich auf sein Studium zu konzentrieren. Und zu allem Überfluss brach sich Welthockeyspieler Tobias Hauke Anfang Mai den Schädelknochen. Der Hamburger spielte zwar in Den Haag, die Vorbereitung mitmachen konnte er aber nicht.

Der vollgepackte internationale Kalender machte Weise bei der dringend benötigten Vorbereitungszeit ebenso einen Strich durch die Rechnung wie die lange Hallen-Saison in Deutschland und das damit verbundene späte Ende der Feld-Spielzeit. Während die deutschen Nationalspieler mit ihren Klubs noch um die nationale Meisterschaft spielten, wurde anderenorts schon fleißig auf die WM hingearbeitet.

Nur eine Strukturreform kann helfen

Schon vor zwei Jahren hatte Weise seine Sorgen geäußert, doch an den Strukturen habe sich nichts geändert. Nur ein Olympiasieger in Topform könne bei der WM ganz vorne mitspielen, und das setze eine optimale Vorbereitung voraus, so Weise.

Um ein ähnlich frühes Scheitern der erfolgsverwöhnten deutschen Männer in Zukunft zu verhindern, fordert nicht nur Weise im Hinblick auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro 2016 eine Strukturreform. Auch Frauen-Kollege Jamilon Mülders hatte nach dem verpassten Halbfinale seines Teams "mehr Zeit, mehr Länderspiele und mehr Geld" gefordert. Beim DHB wird man sich nach Den Haag zusammensetzen müssen.

"Vielleicht sogar ganz hilfreich"

"Was das deutsche Hockey in den letzten zehn, zwölf Jahren erreicht hat, war einzigartig. Vielleicht ist es da sogar ganz hilfreich, wenn es auch mal anders als erhofft läuft", erklärte DHB-Präsident Stephan Abel zum mageren Abschneiden beider ambitionierten Mannschaften.

Man werde "vieles auf den Prüfstand stellen", um den Auswahlteams und ihren nicht zur Disposition stehenden Trainern "mehr Freiräume" für eine angemessene Vorbereitung auf Top-Events zu verschaffen. "Wenn wir bestimmte Voraussetzungen nicht erfüllen, kann das bei Olympia- oder WM-Turnieren immer in einer Enttäuschung enden", betonte Abel.

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