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Fußball  

FIFA-Reformator Zwanziger im Abseits

12.06.2014, 11:21 Uhr | dpa

FIFA-Reformator Zwanziger im Abseits. Theo Zwanziger ist mit seinem Demokratisierungskonzept gescheitert.

Theo Zwanziger ist mit seinem Demokratisierungskonzept gescheitert. Foto: Steffen Schmidt. (Quelle: dpa)

São Paulo (dpa) - Beim Heimatverband DFB fast schon Persona non grata, bei der FIFA der erste große Verlierer der WM: Theo Zwanziger ist auf der Zielgeraden seiner Fußball-Funktionärskarriere plötzlich ein Architekt ohne Projekt und damit ein Mann von gestern.

Die krachende Abstimmungsniederlage für eine Mandatsbeschränkung hoher FIFA-Funktionäre muss den ehemaligen DFB-Präsidenten beim Kongress in São Paulo schwer getroffen haben, doch Zwanziger machte eine viel zu gute Miene zum bösen Spiel der Fußball-Bürokraten.

"Ich bin zufrieden mit dem, was wir erreicht haben", sagte der 69-Jährige zur Überraschung der lauschenden Weltpresse. Dabei hatte er noch kurz zuvor vollkommen berechtigt verkündet, dass zumindest die Amtszeitbeschränkung eingeführt werden muss, wolle die FIFA ihren Demokratieprozess nicht unvollendet lassen.

"Man muss in einer Kommunikationsgesellschaft daran arbeiten, dass wir Instrumente haben, die greifen, und dass man nicht von Missbrauch spricht, wo gar keiner da ist", sagte Zwanziger, der von FIFA-Chef Joseph Blatter mit der Reformumsetzung betraut worden war.

Der Jurist bewies in der Niederlage Contenance. Doch vielleicht wäre ein Gefühlsausbruch authentischer gewesen. Als vor allem die FIFA-Delegierten aus Afrika und Asien demonstrierten, dass sie mit selbst auferlegten Demokratieregeln herzlich wenig anzufangen wissen, hätte Zwanziger auch auf den Tisch hauen können. Zu verlieren hat er schließlich nichts mehr, wie er immer betont. Der Abschied aus dem FIFA-Exekutivkomitee im Mai 2015, dem letzten wichtigen Posten, steht seit langem fest.

"Ich muss niemandem mehr gefallen", sagte Zwanziger dieser Tage gerne und schmiegte sich doch immer wieder sinnbildlich an FIFA-Chef Joseph Blatter an. Beim Deutschen Fußball-Bund wird ihm eine späte Annäherung nicht mehr gelingen. Das Tischtuch zwischen Verband und Ex-Chef ist zerschnitten - zumal Zwanziger immer wieder kritisch von der Seite grätschte, wie zuletzt beim Vorwurf der schlechten Vorbildrolle der Nationalmannschaft. Sein Nachfolger im nationalen Amt, Wolfgang Niersbach, bezeichnete Zwanziger als Mann, "der die letzten zwei Jahre in der Isolation gelebt hat".

Bei der FIFA hätte Zwanziger bis zum kommenden Jahr die Regularien der Amtszeitbeschränkung ausformulieren sollen. Das ist nun hinfällig. Im übertragenen Sinn wird der Mann aus Altendiez nun als erster Deutscher in die Geschichte eingehen, der bei einer WM ein Elfmeterschießen verlor. Etwas pathetisch hatte er den Reformprozess als ultimativen Shoot-Out bezeichnet. Vier Strafstöße seien schon verwandelt, die Amtszeitbeschränkung sei der finale Schuss zum Sieg - doch der ging weit daneben.

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