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Fragebogen-Affäre: Beckenbauer folgt Garcia-Diktat

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Fußball  

Fragebogen-Affäre: Beckenbauer folgt Garcia-Diktat

19.06.2014, 10:08 Uhr | dpa

Fragebogen-Affäre: Beckenbauer folgt Garcia-Diktat. Franz Beckenbauer soll die Fragen der FIFA beantwortet haben.

Franz Beckenbauer soll die Fragen der FIFA beantwortet haben. Foto: Marcus Brandt. (Quelle: dpa)

Rio de Janeiro (dpa) - In der schillernden Vita von Franz Beckenbauer wird die 90-Tage-Sperre bald nur noch eine merkwürdig anmutende Fußnote sein. Die Dauerdebatte um die Skandal-WM 2022 in Katar wurde durch den FIFA-Fall des Fußball-Kaisers um ein erstaunliches Kapitel bereichert.

Neue Erkenntnisse über das Geflecht von Macht, Intrige und Verdacht rund um das Turnier in acht Jahren am Golf, gab es letztlich zwar nicht. Aber einen klaren Punktsieger: Den Chefermittler des Weltverbandes, Michael Garcia.

Nicht viele Fußball-Protagonisten können wie der Ex-FBI-Direktor von sich behaupten, die Lichtgestalt Beckenbauer innerhalb von 48 Stunden zum Umdenken und innerhalb weniger Tage zum Handeln bewegt zu haben. Die Aussagepflicht aller an den umstrittenen WM-Vergaben an Russland 2018 und Katar 2022 beteiligten Fußball-Größen wurde an einem prominenten Namen exemplarisch durchdekliniert.

Welche Fäden nach Verhängung der provisorischen Sperre am vergangenen Freitag im für die WM nach Rio de Janeiro verlegten Hauptquartier des Weltverbandes oder beim Beckenbauer-Clan in Kitzbühel gesponnen worden, liegt im Dunkeln. Die für den Ehrenpräsidenten des FC Bayern vor allem lästige und angesichts der eingestandenen oder auch nur vorgeschobenen Fremdsprachenprobleme auch ein bisschen peinliche Angelegenheit ist mit der nachträglichen Aussage zu den Fragen der Ethikkommission aber praktisch erledigt.

Die Aufhebung der Sperre, bei der man nie wusste, ob sie tatsächlich mehr als einen symbolischen Wert haben könnte, ist nur noch eine Frage der Zeit. Das sah am vergangenen Wochenende noch anders aus. "Ich habe gedacht, das ist ein Aprilscherz. Vielleicht hat sich da jemand einen Spaß erlaubt", sagte Beckenbauer in einer ersten Reaktion beim TV-Sender Sky. Schnell wurde klar, die FIFA-Ethikhüter spaßen nicht. Nach zwei Tagen kündigte Beckenbauer an, die WM-Fragen zu beantworten. Drei Tage später meldete Manager Marcus Höfl Vollzug.

Die Zeit drängte dann offenbar doch, denn Beckenbauer will noch zur WM nach Brasilien - und hätte das unter dem FIFA-Bann nicht in angemessener Weise gekonnt. "Zur Info: Heute Nachmittag hat die FIFA-Ethikkommission per Mail & Fax die Antworten von Franz Beckenbauer auf alle ihre Fragen erhalten", lautete die Internet-Botschaft von Höfl.

Wie lange die Ethikkommission genau braucht, um diese zu sichten und den unter Berufung auf Artikel 83.1. des Ethikreglements verhängten Ausschluss zu den Akten zu legen, ist ungewiss. Schon so manches Mal dürfte Beckenbauer den Tag verflucht haben, an dem er sich in das FIFA-Exekutivkomitee wählen ließ - und so Teil einer zweifelhaften Gesellschaft wurde.

Beckenbauers Back-up-System funktionierte in den Tagen der offiziellen Isolation aus der weltweiten Fußball-Familie. Sogar DFB-Chef Wolfgang Niersbach und dessen Vorgängen Theo Zwanziger waren ausnahmsweise einer Meinung und unterstützten den Kaiser. Via "Bild"-Zeitung sprang dann auch am späten Mittwochabend auch noch Bayern-Präsident Karl Hopfner bei.

"So ein Vorgehen gegenüber einer Person wie Franz Beckenbauer, die über die Jahre hinweg mit Lob und Orden von der FIFA ausgezeichnet wurde, ist inakzeptabel", sagte der Vereins-Chef. Der deutsche Rekordmeister halte bedingungslos zu Beckenbauer. "Wir, der FC Bayern, wehren uns gegen die Sperre und stehen voll hinter Franz Beckenbauer. Er ist und bleibt unser Ehrenpräsident - ohne Wenn und Aber", sagte Hopfner.

Die Fragebogen-Affäre ist praktisch ausgestanden. Was noch hängen bleibt, sind die Vorwürfe aus der "Sunday Times" um die Katar-Reisen des Kaisers in den Jahren 2009 und 2011 auf Einladung des später lebenslang gesperrten Katarers Mohamed bin Hammam - letztere als Berater einer Hamburger Firma. Beckenbauer hat jede Art der unangemessenen Verquickung von FIFA-Amt und persönlichem Geschäft vehement zurückgewiesen. Ermittler Garcia hat angekündigt, auch die Quellen der "Sunday Times" genau zu prüfen.

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