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Angst beim F1-Deal: Gribkowsky wollte BND einschalten

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Motorsport  

Angst beim F1-Deal: Gribkowsky wollte BND einschalten

24.06.2014, 14:02 Uhr | dpa

Angst beim F1-Deal: Gribkowsky wollte BND einschalten. Gerhard Gribkowsky im Landgericht München.

Gerhard Gribkowsky im Landgericht München. Foto: Andreas Gebert. (Quelle: dpa)

München (dpa) - Im Bestechungsprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone sind geheimnisvolle Details über den Hauptbelastungszeugen Gerhard Gribkowsky bekannt gewordn.

Ecclestones Anwalt Sven Thomas sprach vor dem Landgericht München von angeblichen Kontaktversuchen des Bankers zum Bundesnachrichtendienst (BND). Aus schriftlichen Dokumenten gehe hervor, dass der frühere BayernLB-Vorstand seine Sekretärin gebeten hat, eine Verbindung zum BND-Präsidenten herzustellen. Die Nummer sei auch in Gribkowskys Kontakten verzeichnet gewesen.

Hintergrund waren vermutlich verdächtige Beobachtungen beim Joggen, von denen Gribkowsky Ende 2004 auch der Polizei berichtet hatte. Er befürchtete ein Bedrohungsszenario durch Ecclestone, mit dem er während der Verkaufsverhandlungen für die Formel-1-Mehrheit der Landesbank aneinandergeraten war. Ecclestone muss sich seit Ende April vor Gericht verantworten, weil er Gribkowsky am Rande des Besitzerwechsels 44 Millionen Dollar gegeben hat. Der Brite bestreitet aber, dass es sich um Bestechungsgeld handelte und stellte die Zahlung vielmehr als eine Art Schweigegeld dar, damit ihn der Banker nicht bei den britischen Steuerbehörden anzeigt.

Von den verdächtigen Beobachtungen in seinem Umfeld hatte Gribkowsky auch seinen Kollegen und Geschäftspartnern erzählt, wie seine ehemalige Mitarbeiterin als Zeugin berichtete. "Ich fand es schon bezeichnend, dass er das so häufig erzählt hat und auch gegenüber den amerikanischen Banken", sagte sie. Ende 2004 alarmierte Gribkowsky schließlich die Polizei und berichtete von "bedrohlichen Beobachtungen", wie der zuständige Polizist vor wenigen Wochen als Zeuge erzählte.

Beim Joggen hätten sich ihm ohne ersichtlichen Grund Menschen in den Weg gestellt und es habe an seiner Tür geklingelt, ohne dass jemand dort stand. Wegen der Vorfälle wollte Gribkowsky damals nach Angaben von Ecclestones Anwälten auch den bayerischen Innenminister einschalten. Sie sehen darin - wie auch in den Kontaktversuchen zum BND - Anzeichen von einem Größenwahn Gribkowskys. Die Anwälte versuchen seit Monaten, die Glaubwürdigkeit des wichtigsten Zeugen zu erschüttern, um Ecclestones Unschuld zu beweisen. Gribkowsky war 2012 wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt worden, weil er zugegeben hatte, das Geld von Ecclestone erhalten und nicht versteuert zu haben.

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