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Ukraine-Krise: Lwiw zieht Olympia-Bewerbung 2022 zurück

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Sportpolitik  

Ukraine-Krise: Lwiw zieht Olympia-Bewerbung 2022 zurück

30.06.2014, 11:40 Uhr | dpa

Ukraine-Krise: Lwiw zieht Olympia-Bewerbung 2022 zurück. Ein ukrainischer Soldat auf einem Militärstützpunkt in Lwiw.

Ein ukrainischer Soldat auf einem Militärstützpunkt in Lwiw. Foto: Ivan Boberskyy. (Quelle: dpa)

Lausanne (dpa) - Dem IOC gehen die Bewerber für die Olympischen Winterspiele 2022 aus. Jetzt zog auch noch die westukrainische Stadt Lwiw ihre Kandidatur für das Ringe-Spektakel zurück. Dies teilte das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Lausanne mit.

Erst Ende Mai hatte die polnische Stadt Krakau nach einem negativen Bürgerentscheid ihre Bewerbung für die Winterspiele 2022 zurückgenommen. Im Rennen bleiben nur noch Almaty (Kasachstan), Peking und Oslo als potenzielle Ausrichter übrig - die Kandidatur Oslos steht allerdings auf der Kippe.

"In meinen Diskussionen mit dem ukrainischen Premierminister und NOK-Präsident kamen wir zu dem Schluss, dass es unter den derzeitigen Umständen extrem schwierig wäre, die Bewerbung weiterzuverfolgen, aber eine Kandidatur in der Zukunft würde Sinn machen für die Ukraine und den ukrainischen Sport", erklärte IOC-Präsident Thomas Bach in einer Pressemitteilung. Die IOC-Exekutive will auf ihrer Sitzung von kommenden Montag bis Mittwoch in Lausanne die offiziellen Kandidaten für Olympia 2022 bekanntgeben.

Als Grund für die Entscheidung aus Lwiw wurde die angespannte politische und wirtschaftliche Lage in der Ukraine genannt. Vorausgegangen waren laut IOC Gespräche zwischen IOC-Präsident Thomas Bach, dem ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk und Sergej Bubka, dem Chef des Nationalen Olympischen Komitees. Lwiw werde seine Aufmerksamkeit nun auf eine mögliche Bewerbung für die Winterspiele 2026 lenken, hieß es. Ein Rückzug Lwiws für 2022 hatte sich wegen der Krise in der Ukraine abgezeichnet.

Was nun IOC? Die Winterspiele 2014 in Sotschi waren wegen ihrer immensen Kosten stark umstritten. Der Gigantismus schreckt mehr und mehr traditionelle Wintersport-Nationen ab. Bereits die Bewohner von München und Graubünden hatten Olympia-Bewerbungen abgelehnt. In Stockholm votierte der Stadtrat gegen eine Kandidatur.

In Oslo steht die Bewerbung für 2022 auf wackligen Füßen: In der norwegischen Regierung gibt es derzeit keine Mehrheit für die Spiele. Auch die Bevölkerung lehnt Olympia laut aktuellen Umfragen mehrheitlich ab. Bei einer Volksabstimmung im vergangenen September hatten sich die Einwohner der norwegischen Hauptstadt nur knapp für eine Olympia-Kandidatur ausgesprochen. Norwegen war schon zweimal Austragungsort der Winterspiele, 1952 mit Oslo und 1994 mit Lillehammer.

Es scheint also gut möglich, dass die stimmberechtigten IOC-Mitglieder im Juli 2015 in Kuala Lumpur beim Votum über den Gastgeber der Spiele 2022 am Ende nur noch zwei Städte zur Wahl haben: Peking und das favorisierte Almaty in der ehemaligen Sowjetrepublik Kasachstan. Nach den Winterspielen 2018 im südkoreanischen Pyeongchang und den Sommerspielen 2020 in Tokio ist es aus geopolitischen Gründen kaum vorstellbar, dass die Olympier die Spiele erneut nach Asien vergeben.

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