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Ecclestone-Prozess beleuchtet Pläne für F1-Konkurrenz

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Motorsport  

Ecclestone-Prozess beleuchtet Pläne für F1-Konkurrenz

16.07.2014, 15:39 Uhr | dpa

Ecclestone-Prozess beleuchtet Pläne für F1-Konkurrenz. Bernie Ecclestone fürchtete 2006 eine Konkurrenzveranstaltung zu seiner Rennserie.

Bernie Ecclestone fürchtete 2006 eine Konkurrenzveranstaltung zu seiner Rennserie. Foto: Tobias Hase. (Quelle: dpa)

München (dpa) - Formel-1-Chef Bernie Ecclestone musste nach Darstellung eines Zeugen vor acht Jahren eine Konkurrenzveranstaltung der Autohersteller zu seiner Rennserie befürchten.

Die Pläne seien bereits sehr konkret gewesen, sagte ein Mitarbeiter der Kommunikationsagentur CNC, der die Hersteller bis zum Jahr 2006 bei dem Deal beraten hatte, am Mittwoch im Schmiergeldprozess gegen Ecclestone vor dem Landgericht München. Ecclestone habe seine Position als mächtiger Formel-1-Chef aber verteidigen wollen. "Mein Eindruck war, dass Herrn Ecclestone daran gelegen war, sämtliche Allianz-Bildungen zu verhindern."

Mit einem eigenen Rennen wollten die Hersteller Daimler, BMW, Ferrari, Ford und Renault mehr Geld an den Rennen verdienen, als es mit Ecclestone möglich wäre. Dieser wäre seinen Job dann wohl los gewesen. Nach Angaben des Zeugen waren die Hersteller über die Bedeutung Ecclestones gespalten. "Da gab es einige Herstellervertreter, die haben ihn immer als eine der zentralen Vertreter gesehen und wollten nicht dran rütteln."

Andere hätten sich hingegen gefreut, wenn es zu einem Wechsel käme. Letztlich kam die Konkurrenzserie aber nicht zustande, weil zunächst Ferrari und dann auch andere Hersteller ausscherten. Welche Rolle Ecclestone dabei im Hintergrund spielte, ist unklar. Der 83-Jährige verfolgte die Aussage des Zeugen, die ihm von seiner Dolmetscherin ins Englische übersetzt wurde, sichtlich aufgebracht. Mehrmals schüttelte er den Kopf, blies die Backen auf und machte sich Notizen.

Die Pläne der Autohersteller waren aus Sicht der Staatsanwaltschaft ein Grund dafür, dass Ecclestone dem ehemaligen BayernLB-Vorstand Gerhard Gribkowsky beim Formel-1-Verkauf 44 Millionen Dollar gezahlt haben soll, um seinen Posten an der Formel-1-Spitze zu sichern.

Die Anklage wertet dies als Bestechung eines Amtsträgers. Es gebe gewichtige Anhaltspunkte dafür, dass Ecclestone gewusst hat, dass es sich bei der BayernLB um eine Staatsbank handelte, sagte Staatsanwalt Christian Weiß. Zeugen hätten berichtet, dass Ecclestone die BayernLB-Mitarbeiter "Beamten-Banker" genannt habe und die Bank selbst als "Staatsbank". "Dies belegt, dass der Angeklagte sich mit der Rechtsnatur der BayernLB auseinandergesetzt hat."

Der Vorsitzende Richter Peter Noll hatte nach mehreren Zeugenaussagen Zweifel daran geäußert, dass für Ecclestone erkennbar war, dass die BayernLB keine normale Geschäftsbank ist und den Staatsanwalt um eine Stellungnahme gebeten. Für den Prozess ist die Frage von großer Bedeutung, da die Bestechung von Amtsträgern sehr viel härter bestraft wird als die sonstige Bestechung im Geschäftsverkehr. Der Staatsanwalt betonte aber, dass die Frage nicht abschließend behandelt werden könne, da die Beweisaufnahme noch andauert.

Die BayernLB war froh, dass sie ihre Beteiligung an der Formel 1 im Jahr 2006 endlich loswurde: Für 840 Millionen Dollar kaufte der Investor CVC die Mehrheit und besitzt sie bis heute. Der Preis war aus Sicht des ehemaligen Chef-Kontrolleurs der Landesbank, Siegfried Naser, mehr als gut: "Das war ja ein Traumergebnis", sagte er als zweiter Zeuge am 19. Prozesstag. Kommende Woche hat Ecclestone Pause: Erst Ende Juli geht es weiter.

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