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Formel 1: Die Hitzeschlacht von Hockenheim

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GP von Deutschland  

Hitzeschlacht aus der Wundertüte

20.07.2014, 12:32 Uhr | t-online.de

Formel 1: Die Hitzeschlacht von Hockenheim. Weltmeister Sebastian Vettel versucht, beim Großen Preis von Deutschland den Durchblick zu behalten. (Quelle: imago/Marca)

Weltmeister Sebastian Vettel versucht, beim Großen Preis von Deutschland den Durchblick zu behalten. (Quelle: Marca/imago)

Aus Hockenheim berichtet Patrick Rutishauser

Nico Rosberg startet beim Rennen in Hockenheim (ab 13.45 Uhr im t-online.de Live-Ticker) von der Pole Position. So weit, so gut. Alles wie gewohnt, möchte man meinen.

Allerdings gibt es beim Großen Preis von Deutschland eine ganze Reihe unberechenbarer Faktoren, die eine entscheidende Rolle spielen könnten. Während einige Pläne durch die Bedingungen wohl durchkreuzt werden könnten, müssen einige Fahrer wie beispielsweise Sebastian Vettel sogar auf etwas Unvorhersehbares aus der Wundertüte hoffen.

Massa: "Die Hitze ist eine Herausforderung für jeden"

Es ist vor allem die Hitze, die allen zu schaffen macht. Schon in T-Shirt und kurzer Hose ist es kaum auszuhalten in der prallen Sonne. Im Renn-Overall fast zwei Stunden in einem Formel-1-Auto zu sitzen, stellt die Fahrer vor eine extreme konditionelle Herausforderung. Nur die fittesten können die Konzentration die ganze Zeit bei 100 Prozent halten. Nur ein kurzer Moment der Unachtsamkeit könnte aber in einem Crash enden. 

Daneben beeinflussen die extremen Temperaturen aber auch das Verhalten der Autos. Vor allem die Reifen machen allen Teams Sorgen. Das Qualifying ist da nur bedingt ein Gradmesser. "Auf einer Runde kann man die Probleme gut kaschieren", sagte Ferrari-Pilot Fernando Alonso. In der Rennsituation jedoch wird die Hitze "eine große Herausforderung für jeden", erklärte auch Williams-Fahrer Felipe Massa.

Zwei, drei oder vier Stopps?

Die soften und super-soften Gummi-Mischungen stehen zur Verfügung, der Verschleiß steigt mit den Temperaturen. Manche Autos gehen schonender mit dem schwarzen Gold um, andere weniger. Wenn die Reifen keinen Grip mehr bieten, muss das Auto zum Wechsel in die Box kommen. "Es ist nicht einfach, die Reifen die ganze Zeit in einem guten Zustand zu halten. Möglicherweise sehen wir mehr Stopps als bei anderen Rennen", sagte Massa. Auch Nico Hülkenberg war sich nicht sicher, ob es zwei, drei oder vier Stopps geben wird. "Alles ist drin", so der Force-India-Fahrer.

Ebenfalls ein heißes Thema sind die Bremsen. Bei diesen hohen Temperaturen werden auch die Bremsscheiben vor besondere Herausforderungen gestellt und an die Grenze ihrer Belastbarkeit geführt. Der Schaden von Lewis Hamilton beim Qualifying dürfte zumindest diejenigen mit der gleichen Anlage beunruhigen. Denn bei diesem System, das von der Firma "Brembo" stammt, hat es in dieser Saison bereits mehrere Defekte gegeben.

>>>Formel-1-Gezwitscher zum Deutschland-Grand-Prix<<<

Ferrari vertraut seinem Bremssystem

Ferrari nutzt "ähnliches Material", gab Alonso zu. Bisher habe es aber keine Probleme gegeben. "Wir machen uns keine Sorgen", versicherte der Spanier.  

Ein weiteres Fragezeichen stellt das Aufhängungssystem der Auto dar. "FRIC" ist das Stichwort. Dieser Begriff geistert plötzlich durch die Medien. FRIC ist die Abkürzung für "Front to Rear Interlinked Suspension". Das ist ein Aufhängungssystem, das Vorder- und Hinterachse verbindet und das Auto in der Längsachse ausfedert, um eine bessere Aerodynamik zu erreichen.

Gewitter drohen

Nach einer Warnung des Automobil-Weltverbandes haben die Teams FRIC erstmals in dieser Saison nicht mehr in ihren Autos. Die Auswirkungen waren bisher gering, aber im Rennen mag das anders aussehen. Einige Experten bringen die vielen Ausritte, besonders bei Mercedes, mit dem Fehlen des Systems in Verbindung.

UMFRAGE
Wer gewinnt den Großen Preis von Deutschland?

Die gute Nachricht ist, dass es am Renntag etwas kühler sein soll. Aber es wird immer noch glühend heiß sein. Und für den Nachmittag sind Gewitter vorhergesagt. Wann die genau über den Hockenheimring ziehen, ist ungewiss. Ein heftiger Schauer würde das Feld durcheinander wirbeln.

Das macht aber nicht allen Angst. Vettel würde es "nicht stören, wenn es regnen würde." Er fühlt sich "wieder wohler" in seinem Red Bull und ist "zuversichtlich für morgen." Vielleicht liegen dem Weltmeister Rennen der Kategorie Wundertüte.

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