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Fechten  

Endlich der Coup: Säbelherren stehen im WM-Finale

21.07.2014, 16:12 Uhr | dpa

Endlich der Coup: Säbelherren stehen im WM-Finale. Die deutschen Säbelherren stehen im WM-Finale.

Die deutschen Säbelherren stehen im WM-Finale. Foto: Sergei Ilnitsky. (Quelle: dpa)

Kasan (dpa) - Nicolas Limbach und Co. lagen sich jubelnd in den Armen, tanzten auf der Fechtbahn, sogar das russische Publikum applaudierte dem bärenstarken deutschen Säbelteam.

Im dramatischen Halbfinale von Kasan bezwangen der ehemalige Weltchampion Limbach und seine Dormagener Kollegen Max Hartung, Matyas Szabo und Benedikt Wagner Titelverteidiger Russland nach spannendem Verlauf mit 45:40. Silber war sicher - nach fünften Plätzen bei der WM 2013 und Olympia in London oder Rang vier beim Weltchampionat 2011.

"Das ist ein super Gefühl", meinte Coach Vilmos Szabo. Und erinnerte an eine Fußball-Parallele: "Ich glaube, es ist das gleiche Gefühl, Brasilien bei der WM zu Hause zu bezwingen." Limbach strotzte vor Selbstbewusstsein, als er schon vor dem Schlussgang eines festhielt: "Wir können hier jeden schlagen."

Finalgegner Südkorea, der Olympiasieger von London, gewann in der anderen Vorschlussrunde 45:32 gegen Ungarn. Letztmals holte ein deutsches Säbelteam mit Bronze 2002 in Lissabon eine WM-Medaille. Und: Erstmals seit Silber 1989 in Denver stand ein Säbelteam des Deutschen Fechter-Bundes (DFeB) wieder in einem WM-Finale.

Limbach, bei EM-Bronze im Juni in Straßburg noch verletzt fehlend, hatte es irgendwie geahnt: "Mit dem Team habe ich eine WM-Medaille im Hinterkopf" - mit dieser Prämisse war er Richtung Kasan gestartet. Und es lief: zäh beim 45:41 gegen die USA unter den besten Acht, top gegen die enttäuschten Russen mit Einzel-Weltmeister Nikolai Kowalew.

Limbach brachte seine Crew in Führung. Hartung, individuell als Siebter bester Deutscher, geriet in Teilgefecht zwei in Rückstand (9:10). Dann waren sie nicht mehr zu halten, ehe es noch ein paar Schrecksekunden gab, als Bundestrainer-Sohn Matyas Szabo in Durchgang sieben ein 33:35 nicht verhindern konnte. Limbach übernahm gegen den eingewechselten früheren Weltmeister Wenjamin Reschetnikow, übergab mit 40:38 an Hartung - und der 24-Jährige machte gegen Kamil Ibragimow alles klar.

Das weibliche Säbelquartett mit den Dormagenerinnen Stefanie Kubissa, Anna Limbach und Sibylle Klemm sowie Alexandra Bujdoso aus Koblenz gewann das Platzierungsgefecht gegen Japan mit 45:41 und wurde wie 2013 Elfter. Im Achtelfinale hatte Deutschland gegen Italien 35:45 verloren und die darauffolgenden Trostrundengefechte gegen Aserbaidschan (45:38) und Ungarn (39:45) mit einem Sieg und einer Niederlage beendet.

Nur mit viel Mühe schafften die Florettherren die Qualifikation für das Achtelfinale. Gegen Israel siegte das Team des Olympia-Dritten von London mit dem viermaligen Einzel-Weltmeister Peter Joppich aus Koblenz an der Spitze knapp mit 45:38. Erster Konkurrent am Dienstag ist Japan. Das weibliche deutsche Quartett hatte für die Runde der besten 32 ein Freilos und trifft auf Kanada.

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