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Differenzen ausgeräumt: Nguyen nimmt Kurs auf Turn-WM

29.07.2014, 10:55 Uhr | dpa

Differenzen ausgeräumt: Nguyen nimmt Kurs auf Turn-WM. Marcel Nguyen bereitet sich mit auf die Turn-WM in Nanning vor.

Marcel Nguyen bereitet sich mit auf die Turn-WM in Nanning vor. Foto: Marijan Murat. (Quelle: dpa)

Kienbaum (dpa) - Marcel Nguyen steuert mit voller Kraft die Turn-WM in Nanning an. Dies war zuletzt nicht immer so. Bei einem Gespräch mit Cheftrainer Andreas Hirsch wurden die verschiedenen Standpunkte ausgetauscht - und Differenzen ausgeräumt.

Turn-Star Nguyen wollte von Spannungen nichts wissen. Hirsch räumte immerhin atmosphärische Störungen ein. "Der kleinste gemeinsame Nenner ist gefunden. Die Mannschaft will nach Rio, Marcel will das auch", brachte der Cheftrainer die zuletzt leicht angespannte Situation um den Vorzeigeturner auf den Punkt. Aus Nguyens Sicht hört sich das so an. "Der Bundestrainer und ich hatten ein gutes, konstruktives Gespräch. So wie das zwischen Trainer und Athlet üblich ist", sagte der 26-Jährige der Nachrichtenagentur dpa.

Durch seine spektakulären Erfolge bei den Olympischen Spielen in London mit zwei Silbermedaillen löste Nguyen vor allem in Hongkong einen Boom aus und nahm viele Einladungen nach Fernost an. Er war Stargast bei Shows und der "Fashion Week", posierte bei Foto-Shootings in Disneyland und Auto-Präsentationen. Darunter litt vor allem im Frühjahr die Trainings-Intensität, die Ergebnisse bei der Turn-EM in Mai ernüchterten seine Fans. Und auch den Coach, der schon in Sofia verhalten Kritik am Trainingseifer seines neben Fabian Hambüchen wichtigsten Turners geäußert hatte.

Bei Nguyen kam zeitweilig der Gedanke auf, sich künftig nicht mehr dem kompletten Mehrkampf zu stellen, sondern sich auf sein Spezialgerät Barren konzentrieren zu wollen. Dies stieß auf Gegenwehr des Chefcoaches. "Wir haben uns nun gemeinsam die Frage gestellt: Wie komme ich am besten zu Olympia nach Rio? Und die Antwort heißt: Über die Mannschaft. Und das Team braucht Marcels Übungen, weil er damit sehr mannschaftsdienlich sein kann", bekräftigte Hirsch.

Die Turn-Nationalmannschaft erhielt in den vergangenen Jahren wenig Nachschub aus dem Nachwuchsbereich, um dem viel gepriesenen "Goldenen Jahrgang" mit Hambüchen, Nguyen und dem inzwischen zurückgetretenen Philipp Boy Druck zu machen. "Nguyen ist nicht unser Problem", bekundete daher Hirsch unlängst mit Blick auf mangelnde Talente-Findung und -Entwicklung.

Im Klartext heißt das: Für Nguyen gibt es derzeit keinen gleichwertigen Ersatz. "Da bin ich gezwungen, Diplomatie einfließen zu lassen", gestand Hirsch. Der Chef weiß, dass verhärtete Fronten keiner Seite weiter helfen würden. "Ich freue mich, dass er mir seine Meinung direkt ins Gesicht sagt und nicht hintenrum nur getuschelt wird. So können wir uns einen gemeinsamen Standpunkt bilden", sagte Hirsch. "Ich muss Geduld haben. Aber ich weiß auch, meine Argumente müssen überzeugend sein."

Konsequent bleibt der Bundestrainer bei seiner Forderung, dass die WM-Tickets über den Mehrkampf vergeben werden. Das heißt, auch Nguyen muss bei der internen Qualifikation am 9. August in Kienbaum und den deutschen Meisterschaften zwei Wochen später in Stuttgart möglichst hochkarätige Übungen an allen Geräten vorstellen, auch am verhassten Pauschenpferd. "Ich freue mich auf die Meisterschaften in meiner Wahlheimat Stuttgart", meinte Nguyen, ohne detaillierter auf seine im Gespräch mit Hirsch geäußerten Wünsche einzugehen. "Die WM in Nanning ist ein großes Ziel, und in den kommenden Wochen ist alles darauf ausgerichtet", fügte er hinzu. Seine Pläne, eventuell ein Studium zu beginnen, sind damit auch vorerst aufgeschoben.

Bei seinem olympischen Gala-Auftritt 2012, bei dem er die 76 Jahre althaltende Medaillen-Abstinenz deutscher Turner im Mehrkampf beendete, legte Nguyen nach dem zwischenzeitlich letzten Rang am Pferd noch eine sagenhafte Aufholjagd zu Silber hin. Doch die Form von London scheint bei diesem Trainingspensum derzeit schwer reproduzierbar. Trotzdem: Bei einer Super-Präsentation seiner schwierigen Barren-Übung bei der WM im chinesischen Nanning (1. bis 12. Oktober) ist dort sogar eine Medaille möglich.

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