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Freiwasser-Weltmeister Thomas Lurz: Zeitnah über Rio nachdenken

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Freiwasser-Weltmeister Lurz: Zeitnah über Rio nachdenken

11.08.2014, 19:52 Uhr | dpa

Freiwasser-Weltmeister Thomas Lurz: Zeitnah über Rio nachdenken. Freiwasserschwimmer Thomas Lurz will 2016 in Rio antreten.

Freiwasserschwimmer Thomas Lurz will 2016 in Rio antreten. Foto: Axel Heimken. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Thomas Lurz denkt bei aller Unzufriedenheit über den Zeitplan der Heim-EM von Berlin schon weiter. Der Freiwasser-Rekordweltmeister will sich nach den Titelkämpfen "zeitnah" über eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio entscheiden.

Das einzig noch fehlende Gold seiner glorreichen Karriere lockt sehr. Der 34-jährige Würzburger spricht im dpa-Interview auch über seine Hass-Liebe zu seinem Sport, Freuden mit Sohn Felix, und dass er das Alter eigentlich gar nicht spürt.

Thomas Lurz, sind Sie der sicherste Gold-Tipp der Heim-EM?

Lurz: Natürlich will ich immer, wenn ich an den Start gehe, so gut abschneiden, wie möglich. Das ist klar. Aufgrund der Medaillen der letzten Jahre will ich schon immer gewinnen. Die Priorität sind die 10 Kilometer.

Die 5 und 10 Kilometer liegen zu EM-Beginn weniger als 24 Stunden auseinander. Welche Strecken werden Sie in Berlin schwimmen ?

Lurz: Die Priorität liegt ganz klar auf den 10 Kilometern. Die olympische Strecke ist das wichtigste. Leider ist es nunmal so vom Ablauf gelegt, dass man eigentlich nicht beides schwimmen kann. Aber ich kann es nicht über mich bringen, auf eine Strecke zu verzichten; mein Gefühl sagt mir, ich muss beides probieren. Ob der Deutsche Schwimm-Verband als Ausrichter da hätte Einfluss nehmen können, weiß ich nicht, aber es ist schade, dass die LEN (Europäischer Verband, Anm.) es so gelegt hat. Ob ich die 25 Kilometer schwimme, hängt auch von der Wassertemperatur ab. Wenn es unter 20 Grad hat, glaube ich nicht, dass ich durchkomme. Wenn es wärmer ist, kann man sich mal Gedanken machen.

Bis zur noch fehlenden Olympische Goldmedaille wären es noch zwei Jahre. Machen Sie bis 2016 weiter?

Lurz: Ich denke, dass ich das nach Berlin zeitnah entscheide. Bis jetzt läuft alles ganz gut, man muss natürlich gesundbleiben. Die Wettkämpfe waren gut, ich fühle mich auch gut, warum sollte ich dann aufhören, klar. Aber trotzdem: es sind immerhin noch zwei Jahre. Bei Olympia geht es dann um die Goldmedaille, da muss man dann schon genau überlegen, wie man das macht.

Wie gelingt als junger Vater der Spagat zwischen Windelwechseln und dem Training?

Lurz: Das Leben ändert sich tatsächlich, aber es macht Spaß. Natürlich gibt es Nächte, wo man nicht mehr so schlafen kann wie vorher, aber der Sohnemann bringt dann so viel Kraft und Energie. Wenn man ihn in der Hand hält, das macht sehr viel Spaß und ist wirklich ein ganz tolles Erlebnis.

Wie macht sich Baby Felix in der Badewanne?

Lurz: Er hat da noch nicht einmal geweint, hat sich immer gefreut und gelacht. Bis jetzt hat er im Wasser keine Probleme (lacht).

Angeführt von Präsidentin Christa Thiel preist Sie die DSV-Führungsebene als Vorbild. Können sie sich nach der Karriere vorstellen, im Verband mitzuarbeiten?

Lurz: Wenn man so viele Jahre dabei war, hat man viele Erfahrungen gesammelt und gibt diese auch gern weiter. Kann ich mir vorstellen, man müsste schauen, in welcher Art und Weise, in welcher Funktion. Aber grundsätzlich bin ich bereit dazu zu helfen, wenn ich helfen kann, dann mach ich das gerne.

Was treibt Sie nach all ihren Erfolgen weiter an - ist es das noch fehlende Olympia-Gold oder der Spaß am Sport?

Lurz: Der Spaß am Sport schon, aber nicht in dem Sinne, dass es Spaß macht, um sechs Uhr Morgens zehn Kilometer zu trainieren. Das ist nicht der Fall. Der größte Motivator ist der Erfolg, ganz klar. Man muss versuchen, wenn man nicht ein Jahrhunderttalent ist, was ich nicht bin, schon immer up to date zu sein und sich der Konkurrenz zu stellen.

Aber warum tut man sich sechs Stunden in oft dreckigem Wasser 25 Kilometer an?

Lurz: Weil ich in dieser Sportart gewinnen kann. Da bin ich der Beste. Das ist so die Nische, die ich mir herausgesucht habe, um erfolgreich zu sein. Ich würde mir auch lieber wünschen, ein Sprinter über 50 Meter Kraul zu sein, aber das bin ich nicht. Jeder muss seine Stärken erkennen und versuchen, alles zu geben.

Merken Sie Ihr Alter?

Lurz: Gar nicht bis jetzt. Ich fühle mich so, wie vor zehn, 15 Jahren auch. Wenn man wie ich Stefan (Lurz, Bundestrainer, Anmerkung) einen Trainer hat, der alles gut plant, dann kann man auch im höheren Alter noch gut sein. Es ist nicht so, dass ich frühmorgens kaum noch aus dem Bett komm'.

ZUR PERSON: Thomas Lurz (34) ist mit zwölf WM-Titeln der erfolgreichste Freiwasserschwimmer. Nur Olympia-Gold fehlt dem Würzburger noch in seiner beeindruckenden Titelsammlung - 2012 reichte es in London zu Silber. Der Sozialpädagoge und frischgebackene Vater ist seit kurzem in der Personalentwicklung eines Würzburger Modeunternehmens (s.Oliver) tätig.

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