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Schwimm-EM 2014: Nach Zwischenfall - Thiel für Regeländerung

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Schwimm-EM 2014  

Nach Schwimm-Zwischenfall: Thiel für Regeländerung

15.08.2014, 09:47 Uhr | dpa

Schwimm-EM 2014: Nach Zwischenfall - Thiel für Regeländerung. Natalie Charlos wird von einem Rettungsschwimmer geborgen.

Natalie Charlos wird von einem Rettungsschwimmer geborgen. Foto: Michael Kappeler. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Der dramatische Zwischenfall um Freiwasserschwimmerin Natalie Charlos bei der EM-Entscheidung über zehn Kilometer bewegt weiter die Gemüter.

Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) wehrt sich gegen Kritik, ihre Helfer hätten bei der Schwimm-EM in Berlin der im Wasser kollabierten Polin Charlos zu spät geholfen, zugleich attackierte die DLRG das Kampfgericht. Während der Europäische Verband (LEN) keine Fehler erkennen kann, sprach sich DSV-Präsidentin Christa Thiel für Regeländerungen aus.

"Man muss vielleicht künftig nachdenken über das Regularium, dass ein Schwimmer sich auf den Rücken legen soll und den Arm hochheben soll. Ich denke, viele, die mit dem Schwimmen nichts zu tun haben, sagen: Die haben einen Sprung, so eine Regel zu haben", sagte die Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbandes und Vizepräsidentin des Europäischen Verbandes LEN am Donnerstag in Berlin.

Die für Polen startende und in Elmshorn trainierende Charlos war tags zuvor bewusstlos aus dem Wasser gezogen worden. Erst nach aufgeregten Rufen von zahlreichen Betreuern und Zuschauern waren die Retter der DLRG der völlig entkräfteten 21-Jährigen zu Hilfe gekommen. Nach einer Besprechung der LEN mit dem Organisationskomitee erklärte Thiel, eine besondere Sensibilisierung der Rettungskräfte sei nach dem Vorfall nicht mehr erforderlich gewesen. "Es ging hier nicht um irgendwelche Schuldzuweisungen", stellte die Juristin klar.

Das Technische Komitee der LEN solle sich mit Regeländerungen befassen. So regte Thiel an, dass künftig Sicherheitspersonal zunächst neben einem entkräfteten Athleten schwimmen könne, ohne dass dieser wie bislang automatisch disqualifiziert wird. Seit dem Tod des US-Langstreckenschwimmers Francis Crippen 2010 schreibt der Weltverband FINA bei Meisterschaftsrennen einen "Safety-Officer" vor. "Man kann sicherlich noch mehr tun", sagte Thiel.

Freiwasser-Bundestrainer Stefan Lurz zeigte sich dafür offen. "Wenn es um die Sicherheit geht, finde ich jede Regeländerung positiv", sagte er. So könne man auch wie bei anderen Rennen mit Tauchern gearbeitet werden. Lurz warnte davor, in Sicherheitsfragen die Verantwortung abzuschieben. "Ein DLRG-Mann oder ein Laie kann im Hochleistungssport gar nicht klar erkennen, wann er einschreiten soll", sagte er. "Dennoch bin ich der Meinung, dass man hätte sehen können, dass das Mädchen schon vorher komplett desorientiert war. Sie schwamm als Profi in den falschen Zielkorridor." Hier seien auch die Funktionäre eher gefragt: "Man braucht als Schiedsgericht immer ein bisschen Fingerspitzengefühl."

Nach Aussagen von DSV-Mannschaftsarzt Alexander Beck hatte sich Charlos schon vor dem Rennen nicht fit gefühlt. "Mir haben Mediziner gesagt, sie sei sowieso im Tunnel gewesen", erklärte Thiel zu Fragen, warum sich die Schwimmerin nicht an der Leine festgehalten habe. "So schlimm das auch klingt: Sowas ist immer auch hilfreich für die Zukunft, es besser zu machen", sagte Thiel mit Blick auf mögliche Regeländerungen. Diese könnten binnen Jahresfrist umgesetzt werden. LEN-Präsident Paolo Barelli betonte, Organisatoren und Retter hätten sich genau an die FINA-Regularien gehalten.

Die DLRG weist jede Schuld an dem suboptimalen Einsatz von sich. "Als die Rettungsschwimmer des Bootes die Gefahr für die polnische Schwimmerin erkannten, fragten sie sofort beim Kampfgericht nach, ob sie die erschöpfte Athletin aus dem Wasser holen sollten. Die Antwort des Kampfgerichtes lautete nein", sagte DLRG-Landeseinsatzleiter Frank Villmow am Donnerstag. Die Nachfrage habe viel Zeit gekostet. "Dieses Verfahren hat die polnische Langstreckenschwimmerin in eine lebensbedrohliche Situation gebracht", erklärte Villmow.

Die DLRG fordert für die Zukunft mehr Entscheidungsfreiheit für die Rettungskräfte bei der Sicherung von Freiwasser-Veranstaltungen. Falls nötig, müssten Ausnahmesituationen in das Regelwerk aufgenommen werden. Das Leben der Athleten müsse im Vordergrund stehen, heißt es in der Mitteilung.

Die Nacht zu Donnerstag verbrachte Natalie Charlos zur Beobachtung noch im Krankenhaus. Untersuchungen haben nach DSV-Angaben keine besonderen Auffälligkeiten ergeben.

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