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Hambüchen bricht Giengers Rekord - Schock für Berger

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Hambüchen bricht Giengers Rekord - Schock für Berger

24.08.2014, 17:35 Uhr | dpa

Hambüchen bricht Giengers Rekord - Schock für Berger. Fabian Hambüchen sammelte weitere deutsche Meistertitel.

Fabian Hambüchen sammelte weitere deutsche Meistertitel. Foto: Daniel Maurer. (Quelle: dpa)

Fabian Hambüchen hat Altmeister Eberhard Gienger seinen 33 Jahre alten Titel-Rekord entrissen. Einen Tag nach seinem achten Mehrkampf-Erfolg holte sich der Turnstar bei den deutschen Meisterschaften in Stuttgart weitere drei Titel in den Gerätefinals. Damit schraubte der Olympia-Zweite sein Titel-Konto auf 35 und überholte Gienger, der zwischen 1971 und 1981 34 Einzel-Titel gefeiert hatte.

Gleichfalls 34 Siege erkämpfte der inzwischen verstorbene Leipziger Klaus Köste bei DDR-Meisterschaften.

"Alles perfekt"

Überschattet wurde der Finaltag von einer schweren Knieverletzung von WM-Medaillenhoffnung Janine Berger. Die Olympia-Vierte aus Ulm musste mit Verdacht auf Kreuzbandriss in ein Krankenhaus gebracht werden.

Für Hambüchen lief dagegen alles rund. Der 26-Jährige machte im Bodenfinale genau dort weiter, wo er tags zuvor aufgehört hatte. Er siegte. Für seine auch internationalen Ansprüchen genügende Übung bekam er 15,425 Punkte. "Alles perfekt", meinte er und holte beflügelt vom Erfolg anschließend auch die Siege am Sprung (14,812) und am Reck. Für die spektakuläre Übung an seinem Paradegerät erhielt er nach zwei harten Wettkampftagen mit 15,525 Punkten ein Topergebnis. An den Ringen und am Barren musste sich der Hesse jeweils nur Marcel Nguyen beugen, der damit sein Titelkonto auf zehn erhöhte.

In einem fast fehlerfreien Sechskampf hatte Hambüchen am Samstag mit 88,80 Punkten bei einem riesigen Vorsprung von 4,60 Zählern auf Andreas Toba aus Hannover als erster deutscher Turner den achten Mehrkampf-Erfolg verbucht. Doch er registrierte das ohne große Euphorie: "Wenn der Hallensprecher das nicht 20mal angesagt hätte, wäre mir das gar nicht bewusst gewesen", betonte Hambüchen mit einem Schmunzeln.

Eberhard Gienger reagierte unterdessen gelassen auf seinen verlorenen Rekord. "Ich gratuliere Fabian und freue mich für ihn. Es ist schön, wenn wir so gute Turner haben. Ich kann damit leben", sagte der 63 Jahre alte Bundestagsabgeordnete, der die Titelkämpfe aus der Ferne verfolgte, am Sonntag der Nachrichtenagentur dpa.

Mit dem überzeugenden Allround-Auftritt hat Hambüchen wie wohl auch seine direkten Verfolger Toba, Neuling Lukas Dauser (Unterhaching) und Nguyen das Ticket für die Weltmeisterschaften vom 3. bis 12. Oktober im chinesischen Nanning sicher. Dort gilt Hambüchen zehn Jahre nach dem Beginn seiner Erfolgskarriere in Athen erneut als Medaillen-Bank. "An Fabian kann keiner vorbei", gab Cheftrainer Andreas Hirsch danach seine erste WM-Nominierung bekannt.

Marcel Nguyen wies mit Blick auf die WM leicht ansteigende Form nach, patzte aber am Sprung, Boden und Reck. Das reichte am Ende nur zum fünften Mehrkampf-Platz. "Das war natürlich nicht das, was ich mir vorgestellt habe", sagte der Olympia-Zweite etwas enttäuscht. Sein Schulterzucken beim Winken ins Publikum sprach Bände.

Großes Bedrücken herrschte am Sonntag in der Scharrena nach dem schweren Sturz von Janine Berger. Kreidebleich nahm Cheftrainerin Ulla Koch zur Kenntnis, wie sich die Ulmerin im Sprung-Finale unglücklich das linke Knie verdrehte und vor Schmerzen schrie. Eine MRT-Untersuchung im Krankenhaus sollte Klarheit bringen, doch selbst als sie an Krücken in die Halle zurückkehrte, herrschte weiter Ungewissheit. "Ich weiß es selber noch nicht. Aber es ging mir schon mal besser", sagte Berger. Sollte sich der Verdacht auf Kreuzbandriss bewahrheiten, droht eine mehr als sechsmonatige Pause. WM-Hoffnungen weckte Kim Bui mit dem Gewinn ihres zweiten Mehrkampf-Titels mit persönlicher Rekordpunktzahl 56,55 und dem Sieg am Boden. Doppelmeisterin wurde auch Pauline Schäfer am Sprung und Balken.

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