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NFL-Problem Gehirnerschütterungen: "Zu viele?"

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American Football  

NFL-Problem Gehirnerschütterungen: "Zu viele?"

29.08.2014, 10:46 Uhr | dpa

NFL-Problem Gehirnerschütterungen: "Zu viele?". In der Saisonvorbereitung der NFL hat es noch nie so viele Gehirnerschütterungen gegeben wie in diesem Sommer.

In der Saisonvorbereitung der NFL hat es noch nie so viele Gehirnerschütterungen gegeben wie in diesem Sommer. Foto: Cj Gunther. (Quelle: dpa)

Boston (dpa) - Harte Tackles, Checks und Stöße gehören zum Football dazu - genau wie die Diskussion um Kopfverletzungen und deren Folgen. Und derzeit sind die Zahlen alarmierender denn je.

In der Saisonvorbereitung der National Football League NFL hat es noch nie so viele Gehirnerschütterungen gegeben wie in diesem Sommer. Die Beteiligten reagieren gewohnt unbeeindruckt: "Football ist ein Vollkontakt-Sport - da kommen Verletzungen schon mal häufiger vor", sagt Sebastian Vollmer, Right Tackle der New England Patriots.

Unterstützung bekommt er von Markus Kuhn, Defensive Tackle der New York Giants. "Die Helme werden besser, es wird mehr darauf geachtet, wie getackelt wird. Aber letztlich es ist wie beim Boxer. Der sollte sich auch nicht beschweren, wenn er eine Gehirnerschütterung hat", sagte der 143 Kilo schwere Weinheimer der Nachrichtenagentur dpa. "Mich zwingt ja niemand dazu, dies zu machen."

Auch wenn die Profis die Problematik als "business as usual" abtun, rückt das Thema immer mehr in die Öffentlichkeit. "Wie viele Gehirnerschütterungen sind zu viel?", fragte "NBCSports" gerade. Auslöser war Wes Welker: Der Wide Receiver der Denver Broncos zog sich vor einer Woche in einem Testspiel eine Gehirnerschütterung zu - seine dritte innerhalb von neun Monaten. Und das, obwohl er seit seinen zwei Gehirnerschütterungen in der Vorsaison einen viel beworbenen "neuen und verbesserten" Helm trug. Welker konnte zwar selbständig das Feld verlassen, die Partie war für ihn aber vorbei.

Man müsse den Spieler vor sich selbst schützen, forderten einige danach. Broncos-Trainer Jon Fox stellte derweil klar, dass ein Karriereende des 33-Jährigen noch nicht diskutiert wurde. Er betonte, die Sicherheit des Spielers habe höchste Priorität. Bei Welker werde deshalb das Protokoll genau abgearbeitet, das bei Gehirnerschütterungen von der Liga vorgeschrieben ist. Es sieht vor, dass der Profi das Okay vom Teamarzt und von einem unabhängigen Experten bekommen muss, bevor er wieder eingesetzt werden darf.

Hört sich gut an und Kuhn spricht von einem "sehr strengen Protokoll". Er sagt aber auch: "Ich habe Videos von Gegnern gesehen, bei denen klar war, dass der Spieler eine Gehirnerschütterung hatte. Trotzdem stand er nächste Woche wieder auf dem Platz." Dabei droht besonders Gefahr, wenn das Gehirn noch nicht vollständig geheilt ist und zu früh erneuten Erschütterungen ausgesetzt wird.

Unter dem Liga-unabhängigen Twitter-Account "@NFLConcussions" werden sämtliche Gehirnerschütterungen dokumentiert. Derzeit sind es 68 - zum gleichen Zeitpunkt 2013 waren es 40. Das Wirtschafts-Magazin "Forbes" führt diesen Anstieg auf ein "gestiegenes Bewusstsein in Sachen Gehirnerschütterungen" bei Spielern, Teams und den Medien zurück. Die Dunkelziffer sei "zweifellos" höher - in der Pre Season sind NFL-Teams nicht verpflichtet, Gehirnerschütterungen zu melden.

Doch gerade in der Saisonvorbereitung ist die Gangart rauer als im Rest der Saison. Mit knapp 100 Profis startet jedes der 32 NFL-Teams in die fünfwöchige Vorbereitungsphase - nur 53 von ihnen schaffen es in den vorläufigen Saisonkader. "Wir kämpfen sprichwörtlich um die Plätze. Das geht natürlich schon auf den Körper", sagt Kuhn.

Er hatte nach eigenen Angaben noch nie eine Gehirnerschütterung, auch noch nie Symptome. Allerdings weiß auch der 28-Jährige, dass solche Verletzungen gerne mal verschwiegen werden. "Wir wollen immer gewinnen, die Trainer wollen immer, dass du spielst. Da gesteht man sich nicht ein, wenn mal etwas wehtut." Letztlich gehe es auch um Eigenverantwortung. Dennoch würden die wenigsten Profis langfristig denken und sich mit eventuellen Spätfolgen beschäftigen.

Die Tageszeitung "Denver Post" schrieb bereits von "einer ermutigenden Genesung" von Wes Welker. Die Hoffnung ist groß, dass er beim Saisonauftakt am 7. September gegen die Indianapolis Colts dabei sein wird - 15 Tage nach seiner Verletzung. Schon im Dezember hatte Journalist Jeff Pearlman in seinem Blog Welker den Rücktritt nahegelegt: "Du kommst immer und immer wieder zurück. Und die Kommentatoren loben dich für deinen Mut und deine Härte. Nun, ich denke nicht, dass du mutig bist. Ich denke, du bist verdammt dumm."

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