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Ringen: Aline Focken holt den Weltmeister-Titel

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Im Ringen  

Aline Focken holt den Weltmeister-Titel

10.09.2014, 17:45 Uhr | dpa

Ringen: Aline Focken holt den Weltmeister-Titel. Aline Focken hat sich in der Klasse bis 69 Kilogramm gegen die Japanerin Sara Dosho durchgesetzt. (Quelle: dpa)

Aline Focken hat sich in der Klasse bis 69 Kilogramm gegen die Japanerin Sara Dosho durchgesetzt. (Quelle: dpa)

Nach ihrem Gold-Coup in Usbekistan wurde Aline Focken von Papa Georg noch auf der Matte fast erdrückt. Die 23 Jahre Ringerin feierte bei der WM mit ihrem überraschenden Sieg in der Kategorie bis 69 Kilogramm den größten Erfolg ihrer Karriere und sicherte dem deutschen Verband im "Gymnastics Palace" von Taschkent gleichzeitig das erste WM-Gold seit 2002.

Im entscheidenden Duell setzte sich die Blondine mit 5:3 gegen die Japanerin Sara Dosho durch - und das, obwohl sie zehn Sekunden vor dem Ende noch einen Punkt Rückstand hatte. "Was soll ich sagen, ich muss das Ganze erst einmal verarbeiten und setzen lassen", sagte Focken nach dem Kampf, noch völlig überwältigt von den Gefühlen. Ihr Vater hatte Tränen in den Augen.

Die ganze Familie lebt auf der Matte

"Diese Emotionen sind einfach Wahnsinn, doch der Papa, der einen Riesenanteil hat, hatte den Vortritt", erklärte Jannis Zamanduridis, der Sportdirektor des Deutschen Ringer-Bundes (DRB). Bereits als Fünfjährige hatte die neue Weltmeisterin dank ihrer Familie mit dem Ringkampfsport begonnen - und jetzt die Krönung. Damit holte Focken am dritten Wettkampftag die erste Medaille für den DRB, nachdem Jaqueline Schellin (48 kg) frühzeitig scheiterte. "Wir sind alle so glücklich und stolz auf diese Leistung. Ich kann nur den Hut ziehen vor Aline. Aber auch das Trainerteam hat unglaublich gute Arbeit geleistet", lobte Zamanduridis.

Allen voran Bundes- und Stützpunktrainer Patrick Loes sowie Papa Georg, der als Heimtrainer seine Tochter betreut. Und weil die angehende Fitness- und Rehabilitationstrainerin Focken nicht ohne Ringen kann, geht auch Freund Jan Rotter mit auf die Matte. Bei der Europameisterschaft im Frühjahr im finnischen Vantaa gehörte er noch zur Nationalmannschaft, diesmal verpasste er jedoch die WM-Teilnahme.

Aufstieg in die höhere Klasse war Gold wert

Focken hatte ihre starke Form schon mit dem Sieg in der Vorbereitung bei den Klippan-Lady-Open in Schweden angedeutet. Die WM-Fünfte und EM-Dritte aus dem Vorjahr besiegte im WM-Halbfinale die Lettin Laura Skujina mit 3:1, nachdem sie im Achtelfinale die Kasachin Elmira Syzdykowa mit 8:5 bezwang. Zum Auftakt hatte die fünffache deutsche Meisterin die Mexikanerin Diana Gonzales vorzeitig geschultert. "Das war eine taktische Meisterleistung", sagte Zamanduridis.

Der Erfolg gewinnt sogar noch an Bedeutung, denn Focken kämpfte erstmals bei Titelkämpfen im Limit bis 69 Kilogramm. "Dort ist es derzeit sehr schwer, weil viele Ringerinnen von der 72 Kilo-Klasse abtrainieren, umso stärker ist die heutige Leistung zu bewerten", betonte Loes.

Focken hatte nach überaus erfolgreichen Jahren bei den Juniorinnen und dem EM-Titel 2010 eine Krise zu bewältigen und kam bei den Frauen zunächst nicht so klar. Dann wechselte sie von der 63er in die 67er Klasse und nach der Neuordnung ging es abermals einige Kilos hoch. Diese Entscheidung war Gold wert.

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