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Montezemolo-Rücktritt: Darum schlittert Ferrari jetzt noch tiefer in die Krise

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Geht jetzt auch Alonso?  

Darum schlittert Ferrari noch tiefer in die Krise

11.09.2014, 11:23 Uhr | Björn Lücker, t-online.de

Montezemolo-Rücktritt: Darum schlittert Ferrari jetzt noch tiefer in die Krise. Fernando Alonso beobachtet die Entwicklung bei Ferrari mit Argwohn. (Quelle: imago/LAT Photographic)

Fernando Alonso beobachtet die Entwicklung bei Ferrari mit Argwohn. (Quelle: LAT Photographic/imago)

Fiat-Boss Sergio Marchionne, der Nachfolger des scheidenden Ferrari-Präsidenten Luca di Montezemolo, konnte beim Heimrennen in Monza am vergangenen Sonntag seinen Ärger nicht zurückhalten. "Seit sechs Jahren gewinnen wir nicht mehr, wir haben die besten Piloten der Welt und es kann nicht sein, dass wir zwischen dem 7. und 13. Platz starten", polterte er. Letztlich kam es noch schlimmer, als alle Ferraristi befürchtet hatten: Fernando Alonso fiel aus, Kimi Räikkönen holte als Neunter magere zwei Pünktchen - ein Desaster.

Er wolle Ferrari wieder zurück in die Erfolgsspur führen und die Scuderia wieder siegen sehen, hatte Marchionne bei der Rücktrittsankündigung von di Montezemolo gesagt. Doch ob dem 62-Jährigen das gelingt, ist fraglich. Im Gegenteil: Ferrari wird wohl noch tiefer in die Krise schlittern. Dafür gibt es mehrere Gründe.

Entscheidungsprozesse dauern in Zukunft länger

Es ist kein Geheimnis, dass Marchionne in seiner Doppelfunktion Ferrari stärker in den Mutterkonzern Fiat intergieren will. Dies kann allerdings nur von Nachteil sein, da Entscheidungsprozesse, die den Rennstall betreffen, in dem riesigen Konzern in Zukunft länger dauern dürften und wohl auch zu langsam auf neue Entwicklungen reagiert werden kann.

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Bestes Beispiel, so stellt "Spiegel Online" in seiner Analyse treffend fest, sei Toyota. Dort blieb einst, trotz hoher Investitionen, der Erfolg aus. Schließlich verabschiedete sich der weltgrößte Autobauer aus der Formel 1.

Marchionne dürfte über den Tisch gezogen werden

Marchionne muss sich auch fragen, ob er überhaupt der richtige Mann als Ferrari-Chef ist. In Italien gilt er als kühler Rechner, der zwar Umsätze steigern kann, aber eben kein Racer ist und wenig Leidenschaft vermittelt.

Zudem fehlt ihm das Fachwissen in der Formel 1, das di Montezemolo in 23 zum Teil sehr erfolgreichen Jahren in der Königsklasse zweifelsohne besaß. Wenn es hart auf hart kam, konnte er sich mit seiner Strahlkraft zum Wohle von Ferrari auch gegen Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone durchsetzen. Marchionne dürfte eher über den Tisch gezogen werden.

Ross Brawn will sich Ferrari offenbar nicht mehr antun

Erschwerend kommt hinzu, dass auch der erst vor wenigen Monaten neu eingesetzte Teamchef Marco Mattiacci - wie er selbst von sich sagt - von der Formel 1 keine Ahnung hat. Wie auch, zuvor war er für die Amerika-Geschäfte des Sportwagenherstellers verantwortlich.

Zuletzt wollte die Scuderia den früheren technischen Direktor Ross Brown, der dem Traditionsrennstall einst gemeinsam mit Michael Schumacher fünf WM-Titel bescherte, zu einem Comeback überreden und als neuen starken Mann gewinnen. Doch der Brite sagte dankend ab. Gut möglich, dass er sich Ferrari in der jetzigen Verfassung nicht mehr antun will.

Alonso Vertragsverlängerung fraglich

Die Entwicklung bei Ferrari beobachtet auch Starpilot Alonso mit Argwohn. Die Ablösung des allseits geschätzten Stefano Domenicali durch Mattiacci war ihm schon ein Dorn im Auge, mit Kritik hielt er nicht hinter dem Berg. Und jetzt ist auch noch di Montezemolo weg, mit dem der Spanier eine enge Beziehung pflegte.

"Er war in meinen fünf Ferrari-Jahren immer mein Präsident, er war für mich wie eine rechte Hand. Wenn das (Rücktritt, Anm. d. Red.) passiert, ändert sich alles", hatte Alonso vor wenigen Tagen gesagt. Mit anderen Worten: Die als sicher geltende Vertragsverlängerung über 2016 steht plötzlich in den Sternen. Ein Weggang von Alonso, der neben Lewis Hamilton als der beste Pilot in der Formel 1 gilt, träfe Ferrari hart.

McLaren, ab 2015 mit Honda-Power unterwegs und Geheimfavorit im nächsten Jahr, will den Weltmeister von 2005 und 2006 sehr gerne unter Vertrag nehmen. Ein verlockendes Angebot soll Alonso vorliegen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn er zuschlägt. Warum sollte er auch mit Ferrari noch tiefer in die Krise schlittern?

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