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Schottland-Referendum - Was passiert mit dem Sport?

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Sportpolitik  

Die Folgen von Schottlands Unabhängigkeit für den Sport

17.09.2014, 09:38 Uhr | dpa

Schottland-Referendum - Was passiert mit dem Sport?. Der schottische Tennisstar Andy Murray wollte sich bisher zum Referendum nicht äußern.

Der schottische Tennisstar Andy Murray wollte sich bisher zum Referendum nicht äußern. Foto: John G. Mabanglo. (Quelle: dpa)

London (dpa) - Der bekannteste Sport-Star Schottlands schweigt. Tennisprofi Andy Murray will sich nicht zum bevorstehenden schottischen Referendum äußern.

Bei der Abstimmung am Donnerstag wird entschieden, ob sich die Schotten von Großbritannien abspalten. Auch für den Sport und zahlreiche Athleten hätte dies Folgen.

Was sagen die bekanntesten schottischen Sportler zum Referendum?

Murray und Bahnrad-Legende Sir Chris Hoy beziehen öffentlich keine Stellung. Murray gab aber zuletzt zu, dass es ihm unangenehm war, als ein schottischer Politiker bei seinem Wimbledon-Sieg eine schottische Fahne auspackte. "Wenn Schottland unabhängig wird, würde ich wohl für Schottland spielen", sagte er bei den US Open. Dies ist nur bei Olympischen Spielen oder im Davis Cup von Bedeutung. Der gebürtige Glasgower lebt in London und ist daher nicht stimmberechtigt. Auch Hoy hält seine Meinung zurück. Der mit sechs Goldmedaillen erfolgreichste britische Olympia-Teilnehmer aus Edinburgh gab nur zu bedenken, dass eine Abspaltung negative Auswirkungen auf künftige Olympia-Teilnehmer aus seinem Heimatland haben könnte, da die meisten in England trainieren würden. Hoy, britischer Fahnenträger bei den London-Spielen 2012, hat seine Karriere beendet. Gegen eine Trennung ist Fußball-Trainer Sir Alex Ferguson. Der ehemalige Coach von Manchester United unterstützte die Kampagne "Better Together" sogar mit einer Geldspende.

Müssen schottische Athleten damit rechnen, dass sie bei den Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro nicht dabei sein können?

Nein. Im Falle einer Unabhängigkeit soll diese zwar erst am 24. März 2016 - also weniger als fünf Monate vor Beginn der Spiele - in Kraft treten, so dass die Zeit drängen würde. Schon jetzt erfüllt Schottland aber alle Kriterien für eine Anerkennung durch das IOC - außer der Unabhängigkeit. IOC-Präsident Thomas Bach stellte den schottischen Athleten in Aussicht, dass sie notfalls auch unter der olympischen Flagge an den Start gehen könnten und erinnerte u.a. an die Athleten aus Mazedonien, denen dies 1992 in Barcelona in der Folge der Unabhängigkeit vom ehemaligen Jugoslawien gestattet wurde. Die schottische Regierung will ihren Sportlern zudem die Entscheidung überlassen, ob sie weiter für Großbritannien oder für ein unabhängiges Schottland starten wollen.

Was bedeutet eine Abspaltung für das Team GB ?

Die Olympia-Mannschaft von der Insel müsste vermutlich auf einige Athleten aus Schottland verzichten und würde demnach geschwächt. Bei den Spielen in London zählten 55 Schotten zum Team. Das entsprach etwa zehn Prozent. Die Schotten waren an 13 der insgesamt 65 Medaillen beteiligt und gewannen sieben der 29 Goldmedaillen - durch Hoy und Murray. Die anderen sprangen in Teamwettbewerben wie Kanu, Rudern und Reiten heraus. Im einem hypothetischen Medaillenspiegel wäre Schottland auf dem zwölften Rang gelandet. Das Team GB wäre hinter Russland auf den vierten Platz zurückgefallen.

Bleibt der schottische Sport wettbewerbsfähig?

Das nationale Büro für Sport "sportscotland" sagt: Ja. "Wir werden gewährleisten, dass unsere Leistungssportler weiter die für sie besten Trainingsmöglichkeiten und die passende Unterstützung erhalten". Ob die Schotten aber weiter in diesem Maß von der finanziellen Unterstützung der nationalen Lotterie profitieren können, ist offen. Die Briten haben nach der Enttäuschung bei den Sommerspielen 1996 mit nur 15 Medaillen viel Geld in den Sport investiert. Die Infrastruktur der Radfahrer zum Beispiel gilt als weltweit unerreicht. Auch hier warnte Hoy: Schottland würden die Anlagen fehlen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Diese Einschätzung ist weitgehend richtig, obwohl durch die Ausrichtung der Commonwealth Games in Glasgow, unter anderem mit einem neuen Velodrom, schon gegengesteuert werden konnte.

Wird eine Abspaltung Auswirkungen auf den Fußball haben?

Nein. Allerdings wäre dadurch das immer wieder aufkommende Thema vom Tisch, dass die beiden erfolgreichsten schottischen Vereine Celtic Glasgow und Glasgow Rangers - ähnlich wie Clubs aus Wales - von der englischen Premier League aufgenommen werden könnten. Seit jeher nimmt Schottland genau wie England, Wales und Nordirland eigenständig an internationalen Wettbewerben teil. Daran würde sich nichts ändern. Dies gilt auch für die Sportarten Rugby und Golf. Auch dort gehen die Schotten schon immer eigenständig an den Start.

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