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Asienspiele: Nordkoreas Teilnahme sorgt für Dilemma

18.09.2014, 14:48 Uhr | dpa

Asienspiele: Nordkoreas Teilnahme sorgt für Dilemma. Nordkorea nimmt an den Asienspielen in Südkorea teil.

Nordkorea nimmt an den Asienspielen in Südkorea teil. Foto: Kim Chul-Soo. (Quelle: dpa)

Inchon (dpa) - Anfeuern erlaubt, Winken mit nordkoreanischen Flaggen verboten. Die Teilnahme der 150 nordkoreanischen Athleten an den 17. Asienspielen in Südkorea zieht angesichts der Spannungen zwischen den beiden Staaten erneut große Aufmerksamkeit auf sich.

Durch ihre Anwesenheit gibt die Delegation aus dem Nachbarland der sonst im Westen wenig beachteten Großveranstaltung ihre eigene politische Bedeutung. Schon vor der offiziellen Eröffnung am Freitag zeigten die ersten Auftritte der nordkoreanischen Nationalmannschaften der Frauen und Männer beim bereits laufenden Fußballturnier das Dilemma im Umgang mit den Besuchern des weithin abgeschotteten Nachbarlandes. Zuschauer, die eine Nationalflagge des einstigen Kriegsgegners auspacken, müssen wegen Verstoßes gegen das umstrittene Nationale Sicherheitsgesetz mit einer Strafe rechnen, verbale Unterstützung ist hingegen zulässig.

Für Nordkoreaner ist die Teilnahme an Spielen in Südkorea keine neue Erfahrung. Schon vor zwölf Jahren waren sie in Pusan dabei. Die Diskussionen darüber waren von großen Problemen belastet. So verzichtete das kommunistische Regime im Norden diesmal auf die Entsendung eines Cheerleading-Teams zur Unterstützung der eigenen Sportler. Das Nationale Komitee (NOK) Nordkoreas bezichtigte Seoul, die Fangruppe als "politische Staatsfeinde" bezeichnet zu haben - ein Vorwurf, der von der Gegenseite zurückgewiesen wurde. Auch gab es Unstimmigkeiten bei der Frage der Kostenübernahme.

Der nächste Ärger stand ins Haus, als konservative Gruppen in Südkorea gegen das Hissen der nordkoreanischen Nationalflagge auf den Straßen der Wettbewerbsorte protestierten. Um weitere Probleme zu vermeiden, zogen die Organisatoren alle Nationalflaggen der 45 teilnehmenden Nationen wieder ein. "Wir folgen damit der Politik des Olympischen Rats Asiens (OCA)", sagte eine Sprecherin. An den Wettkampfstätten in Inchon und neun weiteren Städten in der Umgebung können die Nationalflaggen einschließlich der nordkoreanischen allerdings gehisst werden.

Die Nordkoreaner wurden unterdessen freundlich empfangen. Ansonsten würden sie sich bisher im Athletendorf so gut wie möglich abschotten, berichteten südkoreanische Medien. "Jeder Athlet ist für uns wichtig, doch weil die Nordkoreaner für uns wie eine Familie sind, gilt das für sie in noch höherem Maße", sagte die für das Athletendorf zuständige frühere Weltklasse-Tischtennisspielerin Lee Elisa in einem Interview der Nachrichtenagentur Yonhap. Angesichts des großen Interesses an den Nordkoreanern sorge man aber dafür, dass sie weitgehend ungestört blieben.

Trotz der Spannungen befinden sich in Nordkoreas Delegation auch die höchsten Sportfunktionäre des Landes. Damit verbunden ist auch die Hoffnung auf den Ausbau des Sportaustausches. "Bisher sind allerdings keine Gespräche geplant", sagt Ji Woon Seok vom NOK Südkoreas der Nachrichtenagentur dpa. "Das ist eine delikate Angelegenheit." Ji betont, dass dabei die Nordkorea-Politik der Regierung berücksichtigt werden müsse. Zuletzt hatte Nordkorea Vorschläge Seouls über hochrangige Regierungsgespräche zurückgewiesen.

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