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Formel 1: Bernie Ecclestone dreht wieder am großen Rad

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Verrückte Formel-1-Welt  

Ecclestone dreht wieder am großen Rad

21.09.2014, 11:19 Uhr | sid

Formel 1: Bernie Ecclestone dreht wieder am großen Rad. Nach Ende des Bestechungsprozesses hat Bernie Ecclestone die Formel 1 wieder fest im Griff. (Quelle: imago/Marca)

Nach Ende des Bestechungsprozesses hat Bernie Ecclestone die Formel 1 wieder fest im Griff. (Quelle: Marca/imago)

Ein drittes Auto für die Top-Teams, Sebastian Vettel zu Ferrari, komplettes Telemetrie-Verbot und ein Rennen auf dem Mond - zugegeben, letzteres hat Bernie Ecclestone in Singapur nicht aus dem Hut gezaubert. Aber der 83 Jahre alte Formel-1-Zampano dreht nach dem Ende seines Bestechungsprozesses wieder das ganz große Rad. Und alles scheint möglich.

Sogar ein Wechsel von Weltmeister Vettel zur angeschlagenen Scuderia. "Sollte er wechseln wollen, wäre Sebastian Vettel der richtige Mann für Ferrari. Er hat die Eigenschaften", sagte Ecclestone der "Gazzetta dello Sport". Ein neuer Fahrer könnte für den seit mehr als einem Jahr sieglosen Traditionsrennstall ein Weg aus der Krise sein. "Ein Wechsel ist in jedem Umfeld gesund. Sollte Ferrari jemanden finden, der dieselben Perspektiven wie Fernando Alonso bietet, könnte man den Wechsel vollziehen", sagte Ecclestone.

"Würde lieber Ferrari mit drei Autos sehen"

Überhaupt liegt ihm ein gesunder und siegfähiger Rennstall aus Maranello am Herzen, zu erkennen an einer weiteren sehr radikalen Idee. "Es war immer Thema, dass die anderen drei Autos einsetzen, wenn wir drei Teams verlieren. Ich finde, wir sollten es ohnehin machen. Ich würde lieber Ferrari mit drei Autos sehen - oder jedes der anderen Top-Teams - als Teams, die Probleme haben", sagte Ecclestone.

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Und zog sich damit den Zorn der "kleinen" Rennställe zu. Noch in Singapur wehrten sich diese mit Händen und Füßen gegen die in dem Vorschlag mitschwingende Drohung, dass der Formel-1-Zirkus in Zukunft ohne sie um den Globus zieht.

Sauber-Teamchefin: "Wir werden da sein"

Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn gab sich kämpferisch: "Wir erleben gerade die schlimmste Saison unserer Geschichte, und trotzdem sind wir schon mehr als 21 Jahre in der Formel 1. Wir wurden in dieser Zeit oft gefragt, ob wir im nächsten Jahr noch in der Startaufstellung stehen werden, und wir haben immer gesagt: Nun, wir werden da sein. Und so beantworte ich diese Frage auch jetzt: Wir werden da sein."

Unterstützung erhalten die neben Sauber angezählten Teams wie Caterham und Marussia auch von ihren Konkurrenten. "Ich denke, wir wollen eine gesunde Startaufstellung mit zehn Teams, die jeweils zwei Autos haben. Keine vier Teams mit drei Autos", sagte Claire Williams vom gleichnamigen Traditionsteam: "Das ist nicht die DNA unseres Sports."

Auch Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff steht der Idee kritisch gegenüber. "Ich glaube nicht, dass es gut für den Sport ist. Es bedeutet zusätzliche Kosten, die man nicht refinanzieren kann", sagte der Österreicher und bezifferte die Summe auf bis zu 32 Millionen Euro für ein Spitzenteam wie Mercedes.

Ecclestone brachte auch Funkverbot auf den Weg

Wie schnell es in der Formel 1 gehen kann, wenn Ecclestone etwas nicht in den Kram passt, zeigte die Farce um die Funkverbote in dieser Woche. Um die Fahrer nicht mehr wie ferngesteuert aussehen zu lassen, wurde der Boxenfunk per Dekret radikal eingeschränkt - nur um wenige Tage später nach heftigen Diskussionen wieder zurückzurudern. "Man hätte das vorher schon wissen können - und manche haben es auch gewusst", sagte Wolff.

Ecclestone macht keinen Hehl daraus, wer auch hinter dieser Idee steckte. "Ich habe es in Gang gebracht. Die Fahrer sollten wissen, was falsch und was richtig ist", sagte der Formel-1-Boss in Singapur. "Sie brauchen niemanden am Kommandostand, der ihnen sagt, was sie tun sollen. Die Fahrer müssen die Autos ohne Hilfe fahren." 2015 werden alle zunächst angedachten Verbote greifen, doch Ecclestone deutete bereits an, am liebsten die komplette Telemetrie, also den Eingriff von der Box am Rennwagen, verbieten zu wollen.

Mit seinen 83 Jahren hält Bernie Ecclestone seine Formel 1 also weiter gehörig auf Trab. Und niemand würde sich ernsthaft wundern, wenn er bereits einen Vorvertrag mit dem möglichen Besitzer des Mondes in der Tasche hätte.

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