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Bundesliga-Schiedsrichter in der Kritik: "Der Untergang des Fußballs"

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Umstrittene Handspiele  

Bundesliga-Schiedsrichter im Kreuzfeuer

22.09.2014, 11:31 Uhr | dpa, sid

Bundesliga-Schiedsrichter in der Kritik: "Der Untergang des Fußballs". Streitpunkt Handspiel: Frankfurts Keeper Kevin Trapp diskutiert mit Schiedsrichter Markus Schmidt. (Quelle: imago)

Streitpunkt Handspiel: Frankfurts Keeper Kevin Trapp diskutiert mit Schiedsrichter Markus Schmidt. (Quelle: imago)

Den Schiedsrichtern dröhnen in der Bundesliga weiter die Ohren. Pfiffe und lautstarke Kritik an den Referees gab es auch am Wochenende wieder, vor allem das Dauerthema Handspiel im Strafraum erhitzte die Gemüter. Mit harten Worten kritisierte Trainer Dieter Hecking vom VfL Wolfsburg die jüngsten Regelauslegungen. "Ich bin für ganz einfache Regeln", sagte der Coach nach dem 4:1 gegen Bayer Leverkusen bei Sky: "Aber über die Handspielregel ist so viel diskutiert worden, man meint ja immer, man muss irgendwas verändern. Dann sollen sie es weiter machen. Irgendwann werden sie merken, dass das der Untergang des Fußballs ist."

Hecking bezog sich vor allem auf die veränderte Auslegung des Handspiels. "Mir geht das ganz klar auf den Keks", sagte er: "An unserem Spiel wird rumgedoktert wie an einem offenen Herzen. Man will es immer noch schneller machen, irgendwann haben wir die Auszeiten, damit wir noch Werbung haben. Die sollen das endlich begreifen: Fußball ist das einfachste Spiel der Welt."

Eintracht Frankfurt hat "die Nase voll"

Erst vor einer Woche hatte die Headset-Panne in Frankfurt für Aufregung gesorgt. Am 4. Spieltag fühlt sich die Eintracht erneut betrogen. Man habe von solchen gravierenden Fehlentscheidungen "einfach die Nase voll", sagte der SGE-Vorstandsvorsitzende Heribert Bruchhagen, zugleich Mitglied im Vorstand des Ligaausschusses.

"Doppelpass" 
Bruchhagen hat von Schiris die Schnauze voll

Der Frankfurt-Boss regt sich nach dem Remis auf Schalke fürchterlich über den Schiedsrichter auf. Video

"Wir machen uns doch alle total verrückt. Was ist Hand, was nicht? Absicht oder angeschossen? Was ist eine natürliche Handbewegung? Was ist eine kurze Distanz? 1,30 Meter, 1,40 Meter? Das Regelwerk ist so oft verändert worden. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie es früher war", kritisierte Frankfurts Trainer Thomas Schaaf.

"Total unzufrieden mit der Schiedsrichterleistung"

Auch einen Tag nach dem 2:2 bei Schalke 04 äußerte Bruchhagen bei Sport1 seinen Unmut über Referee Markus Schmidt. "Ich bin total unzufrieden mit der Schiedsrichterleistung", sagte der 66-Jährige. Die Frankfurter beklagten vor allem einen Elfmeter gegen sich, den Schmidt pfiff, nachdem Slobodan Medojevic angeschossen worden war. Als Schalkes Innenverteidiger Kaan Ayhan den Ball im Strafraum mit dem Oberarm abwehrte, blieb Schmidts Pfeife hingegen stumm. "Eine Farce", schimpfte Bruchhagen.

Bereits vergangene Woche hatten die Frankfurter beim 0:1 gegen Augsburg mit Spielleiter Manuel Gräfe gehadert, der den Hessen keinen Strafstoß zusprach, weil beim Schiedsrichter-Gespann offensichtlich das Headset versagte.

Umstrittener Elfer auch in Mainz

Absichtliches Handspiel oder nicht? Eine ähnliche Situation wie in Gelsenkirchen hatte auch beim 2:0-Sieg des FSV Mainz 05 gegen Borussia Dortmund für Aufregung gesorgt. Diesmal war der Mainzer Torjäger Shinji Okazaki der Pechvogel, hatte aber ebenso wie sein Team das Glück, das Ciro Immobile den Elfmeter verschoss.

UMFRAGE
Ist die Kritik an den Bundesliga-Schiedsrichtern berechtigt?

"Wo soll er mit den Händen denn hin?", verteidigte der Mainzer Manager Christian Heidel den japanischen Profi. Es sei zwar "ganz, ganz schwierig" für die Schiedsrichter. Aber man habe wohl vergessen, dass man irgendwann gesagt habe: Wer aus einem Meter Entfernung den Ball an die Hand oder an den Arm bekommt, sei angeschossen worden. Aufsteiger Paderborn wiederum hatte Glück, dass der Unparteiische Knut Kircher beim Stand von 1:0 gegen Hannover in der 90. Minute kein Handspiel von Daniel Brückner anzeigte.

Dutt wütet und rudert zurück

Und noch ein Aufreger vom Wochenende: Bei der 2:4-Niederlage in Augsburg war Bremens Chefcoach Robin Dutt stinksauer, weil Referee Marco Fritz in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit Strafstoß gegen Werder pfiff - dabei hatte Augsburgs Stürmer Sascha Mölders kurz zuvor im Abseits gestanden. Der Elfmeter sei "ein Witz", wütete Dutt. "Das werden wir so nicht akzeptieren." In der "Bild am Sonntag" ruderte er dann ein paar Meter zurück: "Was da entschieden wurde, war kein Bundesliga-Niveau. Aber wir können ja nichts machen."

Dass Freiburgs Trainer Christian Streich an der Seitenlinie herumtobt, kennen die Unparteiischen längst. Beim Ausgleich für Hertha BSC in der sechsten Minute der Nachspielzeit am Freitagabend bekam Schiedsrichter Florian Meyer verbale Prügel, weil er den Freistoß gepfiffen hatte, den Ronny zum 2:2 nutzte. Vereinspräsident Fritz Keller fühlte sich "im wahrsten Sinne des Wortes beschissen". Wie so einige mehr an diesem turbulenten Bundesliga-Wochenende.

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