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Leichtathletik: Harting legt sich mit IAAF an - wegen Gatlin

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Leichtathletik  

Harting legt sich mit IAAF an - wegen Gatlin

05.10.2014, 15:10 Uhr | dpa

Leichtathletik: Harting legt sich mit IAAF an - wegen Gatlin. Robert Harting verzichtet lieber auf die Wahl zum Welt-Leichtathleten als neben einem Ex-Dopingsünder auf der Kandidatenliste zu stehen.

Robert Harting verzichtet lieber auf die Wahl zum Welt-Leichtathleten als neben einem Ex-Dopingsünder auf der Kandidatenliste zu stehen. Foto: Rainer Jensen. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Der dreifache Diskuswurf-Weltmeister Robert Harting will nicht mit dem früheren Dopingsünder Justin Gatlin auf einer Kandidatenliste stehen und hat sich deshalb mit dem Leichtathletik-Weltverband IAAF angelegt.

Der 29-jährige Berliner meldete sich selbst von der Wahl zum "Welt-Leichtathleten des Jahres" ab. "Als ich die Liste sah, sagte ich zu mir, da hast du alles mit tiefster harter Ehrlichkeit getan. Und das internationale Gremium kann nicht einmal Athleten, die sich bewusst für den Betrug entschieden haben, ausgrenzen... Deine Werte sind völlig egal!", teilte Harting der dpa mit. IAAF-Spitzenfunktionär Helmut Digel äußerte Verständnis für Hartings Entscheidung.

Weiter ausgeführt würde dies laut Harting bedeuten, "dass es keinen wirklichen moralischen Kern in der Leichtathletik mehr geben kann. Zumindest nicht bei den Leuten, die entscheiden." Tags zuvor hatte der Olympiasieger erklärt: "Ich bitte die IAAF, mich von der Liste zu streichen. Zwar finde ich die Nominierung als solche toll. Dennoch stehe ich zusammen mit einem ehemaligen Dopingsünder zur Wahl - und das ist für mich der Grund auf den Verzicht."

Ohnehin glaubt Olympiasieger Harting: "Ich kann und darf gar nicht gewinnen. Die Marke Robert Harting stört das Verbands-Gen. Ich glaube zu fühlen, dass Deutschland sehr kritisch ist, was moralische Bewertungen angeht." Die IAAF sei von Deutschland und seiner Haltung genervt. "Sicherlich sollten wir nicht ständig alles kritisch hinterfragen. Dennoch haben andere Länder nicht begriffen, worum es geht", sagte der Diskus-Riese. "Andere Länder beugen sich nicht der Moral, sondern nur der Flagge."

Auf der Shortlist des Weltverbandes steht auch US-Sprinter Gatlin, der von 2006 bis 2010 wegen Dopings gesperrt war. Das empfindet Harting als Brüskierung, er sieht "nicht nur mich, sondern auch meine Fans beleidigt". Die IAAF sollte auch "Ehrlichkeit in ihr Bewertungsschema aufnehmen". Er selbst, meinte Harting, habe alles mit "tiefster Ehrlichkeit" getan. "Wenn der IAAF dieser Unterschied nichts bedeutet, dann sollte sie es lassen. Ich bitte offiziell um Abnominierung!"

Digel, seit vielen Jahren engagierter Anti-Doping-Kämpfer, heißt die Reaktion des in den vergangenen Jahren erfolgreichsten deutschen Leichtathleten im Prinzip gut. "Ich denke, das ist seine persönliche Entscheidung, die jeder nachvollziehen kann", sagte das Mitglied des IAAF-Councils. Die Nominierung Gatlins sei eine "fragwürdige Entscheidung", da für so eine Auszeichnung nicht nur sportliche Kriterien gelten würden. Gleichzeitig betonte Digel, dass der amerikanische Sprinter seine Strafe abgesessen habe. "Dann muss man auch die Re-Integration ermöglichen, das gilt auch für den Sport."

Gatlin war in diesem Jahr mit 9,77 Sekunden der schnellste 100-Meter-Sprinter auf der Welt. Dem einstigen Weltrekordler hatte einst eine lebenslange Sperre gedroht, diese wurde dann von acht auf vier Jahre reduziert. 2012 in London war er bereits Olympia-Dritter, im vergangenen Jahr in Moskau WM-Zweiter.

Die IAAF hatte am Freitag bei den Männern neben Harting und Gatlin unter anderen Stabhochspringer Renaud Lavillenie (Frankreich), Hochspringer Mutaz Essa Barshim (Katar) und Marathon-Weltrekordler Dennis Kimetto (Kenia) nominiert. Nicht dabei ist Jamaikas Super-Sprinter Usain Bolt, der in dieser Saison nach einer Fußverletzung kaum in Erscheinung getreten war. Bolt hatte die Wahl 2008, 2009, 2011, 2012 und 2013 gewonnen. Bei den Frauen ist keine deutsche Athletin dabei.

"Ich starte in einer Disziplin, die keinen wirtschaftlichen Gewinn für die IAAF bedeutet", erklärte Harting. "Sprung oder der weitaus wichtigere Sprint sind die fossilen Chromosomen der IAAF. Es würde schlichtweg nichts bringen, mir diesen Titel zu verleihen."

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