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Jan Frodeno vor Ironman-WM: "Keiner verrät, was auf Hawaii anders ist"

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Frodenos Debüt bei Ironman-WM  

"Keiner verrät, was auf Hawaii anders ist"

10.10.2014, 10:02 Uhr | Jens Berghaus, t-online.de

Jan Frodeno vor Ironman-WM: "Keiner verrät, was auf Hawaii anders ist". Jan Frodeno ist in Topform. Bereits im Frühjahr konnte er den Half-Ironman Oceanside in Kalifornien gewinnen. Im Herbst debütiert er bei der Ironman-WM auf Hawaii. (Quelle: Felix Rüdiger)

Jan Frodeno ist in Topform. Bereits im Frühjahr konnte er den Half-Ironman Oceanside in Kalifornien gewinnen. Im Herbst debütiert er bei der Ironman-WM auf Hawaii. (Quelle: Felix Rüdiger)

Am 11. Oktober startet das Triathlon-Highlight des Jahres: Die Ironman-WM auf Hawaii. Jan Frodeno, Olympiasieger von Peking, wird erstmalig in Kona an den Start gehen und gilt bei seinem WM-Debüt bereits als einer der Favoriten auf den Titel.

Sein starker Ehrgeiz und der unbedingte Siegeswille zeichnen ihn aus. So zeigte er sich sogar bei seiner Ironman-Premiere in Frankfurt, der Langdistanz-EM, über seinen zweiten Platz unzufrieden.

Das Interview führte Jens Berghaus

t-online.de: Herr Frodeno, Sie trainierten bis zum 24. September in Spanien. Was hat Sie dazu bewogen, nachdem Sie bereits am 7. September in Kanada über die Halbdistanz bei der 70.3-WM gestartet sind, noch einmal zurück nach Europa zu gehen und nicht wie andere Hawaii-Starter, beispielsweise Sebastian Kienle, in Amerika zu bleiben?
Jan Frodeno: Das hatte mehrere Gründe. Zum einem hat mein Mentor Rolf Ebeling, der damals unser Sportdirektor in Peking war, mir beigebracht, dass man vor dem Rennen nicht zu lange am Wettkampfort sein soll, damit es eben spannend und neu bleibt und das Ganze seinen Aufregungscharakter erhält. Zum anderen kenne ich mich in Girona perfekt aus und hatte mich diesen Sommer dort bereits für andere Wettkämpfe wie Frankfurt vorbereitet. Auch gefällt mir der Lebensstil in Spanien besser als in Amerika.

Wie ist Ihre Form so kurz vor dem Ironman Hawaii?
Gut, ich blicke dem Wettkampf optimistisch entgegen. Ich bin verletzungsfrei und gesund. Gesundsein ist die halbe Miete, insofern glaube ich, dass ich gute Chancen für mein Debüt habe.

Welches "Feintuning" haben Sie nach der Ankunft auf Hawaii betrieben?
Erstmal ein bisschen klimatisch angepasst. Es war in Spanien zwar warm, aber eben nicht so schwül wie auf Hawaii. Ansonsten habe ich die Strecke besichtigt und dann noch ein, zwei Schlüsseleinheiten absolviert.

Ist es ein Nachteil, nur eine kurze Eingewöhnungszeit von knapp zwei Wochen zu haben, gegenüber den Athleten, die bereits drei bis vier Wochen vor dem Rennen vor Ort waren?
Es hat alles immer seine Vor-und Nachteile, die man gegeneinander abwiegen muss. Für mich überwogen in diesem Fall die Vorteile, in Girona geblieben zu sein. In den zwei Wochen vor dem Ironman konnte ich mir die Gegebenheiten auf Hawaii noch ganz gut anschauen. Die endgültige Streckenerfahrung macht man erst im Wettkampf. Das ist, wenn überhaupt, der größte Nachteil für mich, dass ich dort noch keine Erfahrungen sammeln konnte.

Wann stand für Sie der Wechsel auf die Langdistanz fest, wann der Start auf Hawaii?
Als der Wechsel auf die Langdistanz in Frage kam, war für mich ein Hawaii-Start gleich klar. Es gibt im Triathlon nur zwei große Rennen. Das sind Olympia und Hawaii. Dass ich nicht nochmal einen olympischen Zyklus auf der Kurzdistanz machen wollte, das war für mich schon bereits vor Olympia 2012 klar. Dann habe ich 2011 bei meinem ersten Besuch auf Hawaii den Drang bekommen, auch mal eines Tages dort am Start zu sein. Davor war ich nie sonderlich davon angetan, aber das dortige Flair hat mich dann doch gepackt.

Was ist für Sie die besondere Herausforderung auf Hawaii?
Das kann ich leider noch nicht sagen. Das ist eben das Problem des Rookies. Alle sagen, dass das Rennen anders ist, aber sie verraten nicht, was daran anders ist. Von den äußeren Bedingungen her, wird es sicherlich eine Herausforderung, die Leistung an die Hitze anzupassen.

Der diesjährige Ironman in Frankfurt Anfang Juli war Ihre Premiere über die Langdistanz. Wie war die Erfahrung?
Was erstaunlicher Weise nicht hängen geblieben ist, ist wie schmerzhaft es wirklich war. Das vergisst man relativ schnell. Ich habe sehr viel dazu gelernt und viel davon auch in mein Training einfließen lassen. Du weißt einfach nie, was bei Kilometer 35 im Marathon passiert. Dementsprechend war es für mich spannend zu sehen, was möglich ist und was mein Körper aushält. Ich war super happy mit dem Rennen und, abgesehen von der Platzierung, war es doch ein sehr erfolgreiches Debüt.

Wie gehen Sie mit Ihrem deutschen Hauptkonkurrenten Sebastian Kienle um?
Ich habe ein super Verhältnis mit dem Sebi. Wir gehen auch gerne mal einen Kaffee trinken oder auch mal was essen.

Wer sind für Sie die Favoriten auf den Hawaii-Sieg?
Es ist schwer einen Topfavoriten auszumachen. Der Sebastian Kienle ist einer, der es drauf hat. Er hatte einen schlechten Tag in Kanada. Aber er wird in jedem Fall in Höchstform sein. Er hat ja auch in Frankfurt gewonnen und hat dort den Streckenrekord pulverisiert. Aber da gibt es noch einige andere "dark horses", wie man im Englischen sagt. Athleten, von denen man das ganze Jahr über nichts gehört hat, die sich aber im Stillen vorbereiten und dann am 11. Oktober sehr stark sein werden.

Was trauen Sie Andreas Raelert, dem Zweitplatzierten von 2012 zu, der sich erst im letzten Moment qualifizieren konnte?
Weltrekordhalter wird man nicht einfach so. Ich halte seine Vorbereitung für sehr unterbrochen aber er weiß natürlich, was er braucht. Er hat auch genügend Langdistanz-Rennen gemacht, um sich vielleicht schneller zu erholen als andere. Der Andi ist immer ein Kandidat für vordere Platzierungen.

Wie ausschlaggebend ist die Tagesform im Wettkampf?
Die Tagesform ist immer wichtig. Wenn du auf der Langdistanz einen schlechten Tag hast, wird es besonders gravierend. Das ist natürlich auch die große Kunst des Hochleistungssports, dass man sich nicht nur ewig vorbereitet, sondern am großen Tag auch seine Form abrufen kann. Das ist im Endeffekt der Unterschied zwischen dem Trainings- und dem echten Weltmeister.

Haben Sie spezielles Material für die Hitze auf der Strecke?
Ja, ich werde bezüglich meiner Kleidung vor Ort noch verschiedene Stoffe und Anzüge testen, um eine gute Kühlung für das Rennen gewährleisten zu können.

Glauben Sie, dass sich über das Material noch Zeit rausholen lässt?
Mit Sicherheit. Alleine das Zeitfahrrad ist wie ein kleines Formel 1-Auto, da kann man extrem viel machen. Da lässt sich sicherlich noch viel Zeit gutmachen. 

Was muss bei Ihnen alles zusammenkommen für eine optimale Leistung auf Hawaii? Ist dort ein optimales Rennen überhaupt möglich?
Warum sollte das nicht möglich sein? In den acht Stunden wird es Höhen und Tiefen geben. Wenn ich in der Birne klar bleibe und auch die Ruhe bewahre, habe ich in den letzten Wochen die Grundvoraussetzungen für ein gutes Rennen gelegt. Jetzt muss ich einfach noch einen kühlen Kopf bewahren, die letzten Einheiten möglichst präzise abarbeiten und dann ist sicherlich ein gutes Resultat möglich.

Was geht Ihnen bei dem Ironman, mit einer Dauer von über acht Stunden, durch den Kopf?
Man hat so viel Zeit, dass man wirklich an alles Mögliche denkt. Es sind Aufs und Abs. Da geht man in einem Moment durch die Hölle und versucht sich irgendwie für den nächsten Kilometer zu motivieren und im nächsten Moment denkt man schon, wie es doch gerade gut läuft. Ich versuche mich immer über gut absolvierte Trainingseinheiten zu motivieren und dieses Gefühl zu reproduzieren. Es geht darum, möglichst lange bei der Sache zu bleiben, nicht abzuschweifen und eben nicht an den Urlaub zu denken.

Was machen Sie nach dem 11. Oktober?
Da habe ich noch nicht daran gedacht, mein Fokus soll auf Hawaii bleiben. Das Einzige was ich organisiert habe, ist ein Urlaub bei meinen Eltern auf Mallorca. Ich bleibe nach dem Wettkampf noch zwei Tage auf Hawaii und dann geht es zu meinen Eltern.

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