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Triathlon - Hawaii-Sieger Kienle: "Habe die Scheuklappen aufgehabt"

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Triathlon  

Hawaii-Sieger Kienle: "Habe die Scheuklappen aufgehabt"

12.10.2014, 12:36 Uhr | dpa

Triathlon - Hawaii-Sieger Kienle: "Habe die Scheuklappen aufgehabt". Sebastian Kienle lässt erst im Ziel seinen Emotionen freien Lauf.

Sebastian Kienle lässt erst im Ziel seinen Emotionen freien Lauf. Foto: Bruce Omori. (Quelle: dpa)

Kailua Kona (dpa) - Sebastian Kienle ist seiner Favoritenrolle beim Ironman auf Hawaii gerecht geworden. Souverän setzte sich der Triathlon-Europameister bei dem Klassiker durch und krönte sich zum Weltmeister.

Von einem perfekten Tag mochte er aber nicht reden. "Auch mit einem perfekten Tag kann man Fünfter werden, wenn vier andere auch einen perfekten Tag haben", sagte der 30-Jährige im Interview mit der Nachrichtenagentur dpa. Das eine, einen perfekten Tag zu haben, und das andere, das Rennen zu gewinnen, gingen nicht immer Hand in Hand. "Das Ausgang war aber auf jeden Fall perfekt für mich."

Nach Ihrem dritten Platz im vergangenen Jahr sagten Sie, dass irgendwann Ihr perfekter Tag käme. War das der perfekte Tag?

Kienle: Die Profi-Sportler und diejenigen, die das auf diesem Niveau betreiben, sind extrem anspruchsvoll. Das war sicher nicht der perfekte Tag. Auch mit einem perfekten Tag kann man Fünfter werden, wenn vier andere auch einen perfekten Tag haben. Das eine, einen perfekten Tag zu haben, und das andere, das Rennen zu gewinnen, gehen nicht immer Hand in Hand. Das Ausgang war aber auf jeden Fall perfekt für mich.

Wann waren Sie sich sicher, dass Ihnen niemand mehr den Sieg nehmen würde?

Kienle: Wirklich ganz, ganz, ganz zum Schluss erst. Auch wenn es sich blöd anhört, weil der Abstand zwischenzeitlich einigermaßen komfortabel war, erst 100 Meter vor dem Ziel. Ich mache den Sport schon so lang. Ich habe so viele Leute hier gesehen, die sahen noch gut aus und 500 Meter später war Wandern angesagt. Ich hatte noch Angst, einen Krampf zu bekommen oder hinzufallen.

Ist Ihnen bewusst, jetzt zu den Großen Ihres Sports zu gehören?

Kienle: Es ist schon noch Wahnsinn. Aber es ist mir absolut bewusst. Man beschäftigt sich mit dem Ziel schon eine ganze Weile. Erst war es ein Traum und irgendwann ein Ziel. Dementsprechend beschäftigt man sich damit. Aber das andere ist der Moment eben jetzt und heute. Den kann auch jeder Amateur nachvollziehen. Das Rennen verlangt einem körperlich alles ab. Deswegen ist es so euphorisch, es zu schaffen.

Warum sind Sie vor dem Zielband einen Moment stehen geblieben, bevor Sie den letzten Schritt gemacht haben?

Kienle: Ich habe die Scheuklappen aufgehabt bis ganz zum Schluss. Ich wollte nichts, was mich ablenkt, sondern ich wollte fokussiert bleiben. Ich habe das erst die letzten 100 Meter zugelassen und wollte den Moment ein bisschen hinauszögern.

Das erwartete Duell mit Jan Frodeno fand nicht statt, auch weil er einen Platten hatte und noch eine Zeitstrafe kassierte. Was sagen Sie zum dritten Platz Ihres Freundes?

Kienle: Gerade weil er Pech gehabt hat, ist seine Leistung nicht hoch genug zu bewerten. Wenn die Sache gegen einen läuft und wenn nicht alles geradeaus geht und alles super ist, dann zeigt sich, wer den Charakter hat, das Rennen zu gewinnen. Der Jan hat nicht nur die körperlichen Möglichkeiten, auch mental ist er bereit, auf diesem Level zu leiden. Das hat er heute bestätigt.

Ihren schwersten Kampf mussten Sie vor drei Wochen im Training bestehen, als Sie einen Tiefpunkt erlebten. Wie haben Sie diesen überwunden?

Kienle: Ich bin nach dem 18. Platz bei der 70.3-WM nicht gerade euphorisch nach Kona gereist. Klar fängt man da an, ein bisschen zu zweifeln, an der Vorbereitung, am Training, an sich selber. Auf der einen Seite habe ich die Erfahrung - das war ja nicht der erste Tiefpunkt im Sport in meinem Leben -, zum anderen weiß ich, wie ich mir da selbst gut zureden kann. Und da ist das Team um mich herum, das auf mich aufpasst und die richtige Ansprache findet. Vor allem mein Trainer Lubos Bilek und meine Freundin Christine. Das ist ein Einzelsport, aber in solchen Situationen, wenn es scheiße läuft, merkt man, wie wichtig so ein Team ist.

ZUR PERSON: Sebastian Kienle zählt seit einiger Zeit zur Ironman-Weltklasse. Schon vor dem Sieg auf Hawaii hatte der 30-Jährige etliche Erfolge. So holte er den EM-Titel im Juli in Frankfurt/Main und wurde 2012 und 2013 70.3-WM. Kienle studiert neben seiner Karriere International Management in Ansbach.

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