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Sportpolitik: Hamburg oder Berlin? Entscheid wohl erst 2015

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Sportpolitik  

Hamburg oder Berlin? Entscheid wohl erst 2015

16.10.2014, 17:48 Uhr | dpa

Sportpolitik: Hamburg oder Berlin? Entscheid wohl erst 2015. Alfons Hörmann ist der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB).

Alfons Hörmann ist der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Foto: Britta Pedersen. (Quelle: dpa)

Frankfurt/Main (dpa) - Der Deutsche Olympische Sportbund hat seinen groß angelegten Dialog über ein Bewerbungskonzept für die Sommerspiele 2024 begonnen. Eine endgültige Entscheidung über den deutschen Kandidaten wird aber wahrscheinlich erst im kommenden Jahr fallen.

"Wir neigen mittlerweile dazu, das Thema natürlich bei der Mitgliederversammlung des DOSB zu diskutieren, aber noch keine konkrete und abschließende Entscheidung zu fällen. Wir wollen ganz einfach die Ergebnisse der Agenda 2020 des IOC einbeziehen", erklärte DOSB-Präsident Alfons Hörmann nach dem ersten "Dialog mit der deutschen Zivilgesellschaft" in Frankfurt am Main.

Entscheiden muss sich der deutsche Sport zwischen zwei Bewerbern: Berlin und Hamburg. Am Donnerstag stimmte auch das Berliner Abgeordnetenhaus einer Olympia-Bewerbung grundsätzlich zu - allerdings unter Bedingungen. Wichtigste Kriterien in dem mit Stimmen von SPD, CDU und Piraten verabschiedeten Beschluss sind die Beteiligung der Berliner am Konzept und eine verbindliche Bürgerabstimmung am Ende. Genau um diese Beteiligung der Bürger ging es parallel dazu auch beim DOSB-Dialog in Frankfurt.

"Die Frage ist: Wir schaffen wir es, die vom Grundsatz her sehr positive Zustimmung für Olympische Spiele in Deutschland auf ein konkretes Bewerbungskonzept zu übertragen? Wir wollen die Bürger von Beginn an beteiligen und nicht erst ein Konzept entwickeln, von dem wir die Bürger danach erst überzeugen", sagte Hörmann. Zu diesem Zweck hatte der DOSB rund 70 Vertreter verschiedenster gesellschaftlicher Institutionen in die Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes eingeladen - von den Kirchen über Gewerkschaften und Umweltschützern bis hin zu Athleten und Sportfunktionären.

"Ich finde die Veranstaltung gut. Man muss sehr früh mit so etwas anfangen, damit man überhaupt noch diskutieren kann und die Bürger auch aktiv mitwirken können", sagte Ulrike Spitz, Mitglied der Arbeitsgruppe Sport von Transparency Deutschland, und fügte hinzu: "Man hat natürlich sehr viel gelernt aus den Münchener Ereignissen." Die Bewerbung Münchens für die Olympischen Winterspiele 2022 fiel vor einem Jahr bei einem Bürgerentscheid durch.

Den Fahrplan für die nächste Olympia-Bewerbung will der DOSB nun noch einmal ändern. Ursprünglich sollte bei der Mitgliederversammlung am 6. Dezember darüber entschieden werden, ob man mit Hamburg oder Berlin ins Rennen geht. Nun will der deutsche Sport aber erst einmal die außerordentliche Sitzung des Internationalen Olympischen Komitees abwarten, bei der drei Tage später eine Reform des Vergabeverfahrens für Olympische Spiele beschlossen werden soll.

"Ich habe die Hoffnung und Erwartung, dass Anfang Dezember klare Beschlusslagen beim IOC erfolgen", sagte Hörmann. "In Zukunft müssen sich die Olympischen Spiele mehr der jeweiligen Stadt anpassen als umgekehrt." Die Anti-Korruptions-Organisation Transparency sieht das ähnlich, traut den Plänen des deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach aber noch nicht. "Ich hätte mir gewünscht, dass jetzt schon ein bisschen klarer ist, was am 9. Dezember beim IOC herauskommen wird", sagte Spitz. "Uns bei Transparency geht das nicht weit genug. Wir möchten gerne, dass so ein Prozess auch öffentlich begleitet wird."

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