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MLB: Die Baseballer der Kansas City Royals begeistern die USA

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Baseball-Märchen aus Amerika  

Underdog Kansas City Royals mit historischem Rekord

17.10.2014, 14:46 Uhr | dpa

MLB: Die Baseballer der Kansas City Royals begeistern die USA. Die Baseballer der Kansas City Royals bejubeln ihren Einzug in die Endspielserie der MLB.  (Quelle: imago/UPI Photo)

Die Baseballer der Kansas City Royals bejubeln ihren Einzug in die Endspielserie der MLB. (Quelle: UPI Photo/imago)

Geschichten wie die der Kansas City Royals lieben sie in Amerika: Das Baseball-Team hatte 29 Jahre lang die Playoffs verpasst. Nun stehen die Royals nach acht Siegen in acht Spielen in der Endspielserie. Das Team von Trainer Ned Yost hat als erste Mannschaft in der Geschichte die Finalserie (World Series) der Major League Baseball (MLB) ohne Niederlage erreicht. Auf dem Weg dorthin hat Amerikas Mannschaft der Stunde nicht nur die eigene Anhängerschaft begeistert.

"Wir spielen aufregenden Baseball und ich denke, wir haben einige neue Fans in Amerika hinzugewonnen. Die haben sich in unser Team, unsere Athletik und Energie verliebt", sagte Yost stolz.

Ein klassisches Sportmärchen

Die Geschichte der "Königlichen" aus Kansas City ist ein Sportmärchen vom Kleinen, der jahrelang belächelt wird und auf einmal die ganz Großen nicht nur ärgert, sondern auch besiegt. Und das mit einer Low-budget-Truppe: Mit ihrem Etat von 92 Millionen Dollar stehen Royals in der Geldrangliste nur auf Platz 19 - Spitzenreiter Los Angeles Dodgers gab 235 Millionen aus.

Zudem spielt Kansas City Baseball, wie es ihn schon lange nicht mehr gegeben hat. In der Vorrunde hat keines der 30 Teams weniger Homeruns geschlagen, als KC (95). Die Baltimore Orioles wiesen in dieser Statistik 211 Homeruns auf - scheiterten in der Halbfinal-Serie aber glatt in vier Spielen an Kansas. Auf die immer häufiger gestellte Frage nach dem Grund für den Erfolg antwortete Yost: "Schnelligkeit, Defensive, Bullpen." Bessere Waffen gebe es im Baseball nicht.

Fast 30-jährige Durststrecke vorbei

Die Cinderella-Story ihres Teams entschädigt die Royals-Fans für fast drei Jahrzehnte Frust. Als der Verein 1985 letztmals in den Playoffs spielte, war Ronald Reagan US-Präsident und Michael Jordan stand vor seiner zweiten NBA-Saison. Damals wurden die Royals mit ihrem Star-Pitcher Bret Saberhagen zum ersten und einzigen Mal Meister.

Es folgten etliche Jahre voller Enttäuschungen und Tristesse. In dieser Zeit gab es sogar ein offizielles Teamfoto mit der Aufschrift: "Wer will eigentlich ein Bild von diesem Team?" Seit dem 26. Oktober 1985 haben sie in Kansas City auf Playoff-Baseball warten müssen - die längste Durststrecke im gesamten nordamerikanischen Profisport überhaupt.

Spektakuläre Spiele begeistern sogar die Polizei

Als es am 30. September endlich wieder eine Ko-Runden-Partie gab, war selbst die örtliche Polizei sofort im Baseball-Bann. Via Twitter wandten sich die Beamten an die Bevölkerung und baten darum, "keine Verbrechen zu begehen und vorsichtig zu fahren" - weil man das Wild Card Game gegen die Oakland Athletics verfolgen wolle.

In jenem Alles-oder-Nichts-Spiel lagen die Royals zum achten Inning 3:7 hinten, kamen aber zurück uns gewannen nach zwölf Innings 9:8. Schon nach diesem Spektakel waren sich die Fans einig: Die 29 Jahre lange Warterei hat sich gelohnt. "Von da an hat es Klick gemacht. Seitdem sind die Jungs immun gegen Druck und glauben einfach an sich", betonte Yost.

In der World Series jetzt gegen die San Francisco Giants

Anschließend schickten sie die Anaheim Angels und die Baltimore Orioles in die Saisonpause - die Teams mit den meisten Vorrunden-Siegen. Jeder Erfolg wurde von den Fans bis tief in die Nacht gefeiert. "Wir ändern das Leben in unserer Stadt, wir bringen die Freude zurück", sagte Outfielder Jarrod Dyson. Die Tageszeitung "Kansas City Star" schrieb gar, die Royals hätten "Kansas City's Sport-Identität transformiert".

Der Gegner in den bevorstehenden World Series ist ein Schwergewicht: die San Francisco Giants. Sie wurden 2010 und 2012 Meister.

Dennoch gelten die Royals längst als Favorit. "Es sieht so aus, als wenn in diesem Jahr alles passt. Du weißt nie, wann du es wieder ins Finale schaffst. Deshalb müssen wir unsere Chance nutzen", sagte Dyson. Er ist mit einem Jahresgehalt von 530 000 Dollar einer von 17 der 26 Royals-Profis, die weniger als das MLB-Durchschnittsgehalt von rund vier Millionen Dollar verdienen. Kansas City: kleiner Markt, große Show - und noch größerer Erfolg.

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