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Formel 1: Um Formel-1-Team Caterham entwickelt sich ein Schmierentheater

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Auch Ecclestone ratlos  

Um Formel-1-Team Caterham entwickelt sich ein Schmierentheater

23.10.2014, 17:16 Uhr | dpa

Formel 1: Um Formel-1-Team Caterham entwickelt sich ein Schmierentheater. Caterham-Pilot Kamui Kubayashi beim Grand-Prix im russischen Sotschi. (Quelle: imago/Crash Media Group)

Caterham-Pilot Kamui Kubayashi beim Grand-Prix im russischen Sotschi. (Quelle: Crash Media Group/imago)

Der Zoff zwischen den Käufern und dem ehemaligen Besitzer des Formel-1-Teams Caterham ist eskaliert und zum peinlichen Schmierentheater geworden. Ein paar Wochen nach seiner Amtsübernahme ist Manfredi Ravetto als Teamchef schon wieder Geschichte, in Leafield wurde die Fabrik vorübergehend geschlossen. Die eigentlichen Käufer wiesen nun in einer Pressemitteilung dem Vorbesitzer Tony Fernandes sogar wieder die Verantwortung zu.

Bei dem in der Konstrukteurswertung auf dem letzten Platz liegenden Team scheint nichts mehr zu gehen. Ein Start beim Großen Preis der USA in gut einer Woche ist mehr als fraglich. Der Formel 1 droht drei Rennen vor Saisonende das vorzeitige Aus von Caterham.

Ecclestone ist ratlos

Selbst Formel-1-Geschäftsführer Bernie Ecclestone wollte sich nicht festlegen, ob dem Rennstall noch zu helfen ist und ob dieser noch eine Zukunft hat. "Es ist ein bisschen zu kompliziert, etwas zu sagen ohne das richtige Wissen", sagte der Brite dem Sender BBC. "Alles was ich weiß, ist das, was mir erzählt wurde. Ich bin nicht sicher, ob das alles richtig ist". Ecclestone will nun aber offensichtlich helfen. Die Zeit wird jedoch knapp.

An diesem Samstag müssten die Rennwagen eigentlich in die USA transportiert werden. Drei Tage vorher erreichte der Streit der Eigentümer aber seinen Höhepunkt. "Wenn du etwas kaufst, solltest du auch dafür bezahlen. Ganz einfach", schrieb Vorbesitzer und Ex-Teamchef Tony Fernandes via Twitter. Eine Pressemitteilung des Rennstalls, in der vor allem er angeprangert wurde, bezeichnete er beim britischen Sender BBC als "Müll".

"Rückzug des Management Teams"

Fernandes hatte sich mit einer Investmentgruppe namens Engavest SA am 29. Juni über den Verkauf des Teams geeinigt. Weil die Investoren ihrer Schilderung nach alles richtig gemacht haben, Fernandes sich aber angeblich nicht an den Vertrag hielt, sei dieser nun wieder allein verantwortlich für den Formel-1-Rennstall, konterte Engavest SA. Wer genau hinter dem Konsortium steht, ist bis heute ungeklärt.

In einem vorherigen Statement warfen die neuen Besitzer dem alten Besitzer vor, sich seit der Einigung geweigert zu haben, die notwendigen rechtlichen Verpflichtungen einzugehen, um die Anteile dem Käufer zu übertragen. "Nach drei Monaten, in denen das Caterham F1-Team in gutem Glauben geführt wurde, sieht sich der Käufer nun gezwungen, alle Möglichkeiten zu sondieren, dazu zählt auch ein Rückzug des Management-Teams", hieß es in der Mitteilung.

Ravetto und Albers waren schnell Geschichte

Kurz danach twitterte der bisherige Teamchef Ravetto ein Selfie, im Hintergrund die Crew des Rennstalls bei einem Grand-Prix-Wochenende. Über dem gemeinsamen Foto standen die Worte geschrieben: "Stolz, so eine außergewöhnliche Gruppe Menschen geführt zu haben, wenn auch nur für wenige Wochen!"

Ravetto hatte den Posten erst Anfang September vom Niederländer Christijan Albers übernommen. Dieser hatte gerade mal fünf Rennen durchgehalten. Unter seiner Führung hatte auch der deutsche Sportwagen-Pilot André Lotterer einen (zumindest) medien- und PR-wirksamen Formel-1-Auftritt gefeiert, als er beim Großen Preis von Belgien in Spa-Francorchamps einen Caterham fahren durfte.

Zulieferer insolvent

Die Spekulationen um die großen finanziellen Probleme des Rennstalls halten sich schon lange. In Sotschi versuchte Ravetto zuletzt in einer ausführlichen Pressekonferenz Zweifel an einem Fortbestand des Teams zu zerschlagen. Nun ist aber auch noch Zulieferer Caterham Sports Limited insolvent. Ein Wirtschaftsprüfungs-Unternehmen kümmert sich um die Abwicklung und sperrte offensichtlich erst einmal die Tore auch zu der Fabrik des Rennstalls zu, der rechtlich noch dem "1Malaysia Racing Team" (1MRT) zu gehören scheint.

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