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Borussia Dortmund in der Krise: Beim BVB macht sich Ratlosigkeit breit

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Abstiegskampf statt Königsklasse  

Beim taumelnden BVB macht sich Ratlosigkeit breit

26.10.2014, 09:50 Uhr | t-online.de

Borussia Dortmund in der Krise: Beim BVB macht sich Ratlosigkeit breit. Enttäuschung pur bei den BVB-Profis Marco Reus, Erik Durm und Sven Bender (v.l.n.r.) (Quelle: dpa)

Enttäuschung pur bei den BVB-Profis Marco Reus, Erik Durm und Sven Bender (v.l.n.r.) (Quelle: dpa)

Von Patrick Brandenburg

Im Prinzip hätte Schiedsrichter Tobias Stieler die Partie im früheren Westfalenstadion aus der Sicht von Borussia Dortmund schon nach 41 Minuten beenden können. Wegen Abseits war das Spiel da unterbrochen und alle Akteure hatten ihr Bemühen um den Ball eingestellt - außer Marco Reus. Doch sogar ohne Gegenwehr scheiterte der BVB-Star mit dem Versuch, wenigstens fürs Selbstvertrauen den Ball mal ins Tor von Hannover 96 zu bugsieren.

Da war es am Ende keine Überraschung, dass sich der in der Abwehr anfällige Vizemeister sogar noch den traditionellen Gegentreffer fing und erneut als Verlierer vom Platz ging. Nach dieser 0:1-Heimpleite blieb dem BVB nichts anderes übrig, als sich vom Saisonziel direkte Qualifikation für die Champions League zu verabschieden.

Enttäuschung bei Hummels und Zorc

"Was wir uns vorgenommen haben, ist wohl nicht mehr realisierbar", sagte Kapitän Mats Hummels nach der vierten Niederlage in Folge enttäuscht, auch Sportdirektor Michael Zorc äußerte, das sei "nicht mehr realistisch." Dabei sollte drei Tage nach der nächsten Königsklassen-Gala in Istanbul nun endlich die Trendwende auch in der Bundesliga her. Alles hatten die Dortmunder versucht, sogar eine Sondererlaubnis der DFL wurde eingeholt, um in den Glückstrikots der Champions League zu spielen. Doch es nützte nichts. Viel mehr erweiterten die Dortmunder lediglich die Facetten ihres Scheiterns. Nachdem es zuletzt gegen Köln an spielerischer Klasse fehlte, verzweifelten die Borussen nun an fehlender Effizienz vorm Tor.

Sechs Großchancen besaß der BVB, um die Trendwende zu erzwingen, doch nach dem schönen Freistoß-Treffer durch Hiroshi Kiyotake in der 61. Minute stehen die Westfalen bereits zum sechsten Mal in Folge ohne Sieg da. Mit lediglich sieben Zählern nach neun Spieltage auf dem Konto haben die Dortmunder den drittschlechtesten Saisonstart der Klubgeschichte hingelegt. Die Gefahrenzone ist nur noch einen Zähler entfernt. "Die Spiele werden weniger und wir stecken tief unten drin", sagte ein frustrierter Reus nach dem erneuten Debakel.

BVB fehlt Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor

Der Nationalspieler hätte Dortmund im Alleingang aus der Krise schießen können, vielleicht sogar müssen. Gleich drei Mal vergab er aus richtig guter Position die Möglichkeit, die zitternden Nerven der Schwarz-Gelben zu beruhigen (20./47./55.). Auch Antreiber Henrich Mchitarjan bot sich mit einem schönen Drehschuss (12.) eine Gelegenheit. Zudem hatte Hannovers Abräumer Ceyhun Gülselam bei einem Beinahe-Eigentor nach einer scharfen Flanke von Lukasz Piszczek viel Glück. Die allerbeste Chance entschärfte 96-Keeper Ron-Robert Zieler, der einen sehenswerten Kopfball von Mats Hummels an die Latte lenkte (18.). "Wir hatten vier oder fünf hundertprozentige Möglichkeiten, aber waren nicht konsequent genug", zeterte Trainer Jürgen Klopp und wirkte erneut ziemlich ratlos.

Es ist wie verhext für den BVB, der als Aufbaugegner für andere Krisenklubs fast schon Wettbewerbsverzerrung betreibt. Stuttgart und Hamburg kamen mit der Empfehlung von nur einem einzigen Saisontor und entführten insgesamt vier Punkte aus Westfalen. Köln hatte bis zum Heimsieg über Dortmund überhaupt noch nicht zuhause getroffen und freute sich dann gleich über zwei Tore. Und nun beendete Hiroshi Kiyotake Hannovers schwarze Serie von insgesamt 415 Minuten ohne Bundesliga-Treffer. Dabei sah sein Freistoß-Tor in der 61. Minute nicht nur für die unbeteiligten Beobachter haltbar aus. "Der Ball war lange in der Luft. Ich war überrascht, dass er im Tor gelandet ist", sagte Abwehrchef Hummels und gab in völlig ungewohnter Weise den Schwarzen Peter an den eigenen Torwart weiter, an Roman Weidenfeller.

Schwieriges Restprogramm macht die Lage zusätzlich brisant

Gegenseitige Schuldzuweisungen sind vermutlich das Letzte, was der Borussia in der prekären Situation jetzt helfen wird. Ohnehin liegen die Nerven blank beim erfolgsverwöhnten und ambitionierten Vizemeister. Als einziges Erfolgserlebnis konnte er aus der Partie mitnehmen, dass Weidenfeller gegen Kiyotake (65.), Joselu (66.) und den früheren Dortmunder Leonardo Bittencourt (79.) ein mögliches Debakel verhinderte.

Wie Dortmund aus der schlimmen Situation herauskommen will, ist unklar. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Zorc und auch Präsident Reinhard Rauball kamen direkt nach Spielschluss in die Kabine der Schwarz-Gelben, und es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich eine Krisensitzung zum Thema Abstiegskampf vorzustellen. Die Lage jedenfalls ist ernst, wenn man sich das Restprogramm der Hinrunde ansieht. Dass es gegen Teams aus dem oberen Tabellendrittel wie Bayern, Mönchengladbach, Hoffenheim oder Wolfsburg einfacher werden könnte, weil diese Mannschaften ähnlich wie die Champions-League-Gegner selbst mehr spielerisch überzeugen wollen - von diesem kleinen Hoffnungsschimmer hat sich BVB-Trainer Klopp verabschiedet: "Die wären ja schön doof, wenn sie das machen würden."

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