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Sportpolitik: IOC-Präsident Bach wirbt um Agenda 2020

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Sportpolitik  

IOC-Präsident Bach wirbt um Agenda 2020

07.11.2014, 14:25 Uhr | dpa

Sportpolitik: IOC-Präsident Bach wirbt um Agenda 2020. Thomas Bach will das IOC reformieren.

Thomas Bach will das IOC reformieren. Foto: Jean-Christophe Bott. (Quelle: dpa)

Bangkok (dpa) - IOC-Präsident Thomas Bach hat gut einen Monat vor der Abstimmung auf der außerordentlichen Session in Monaco um seine Reformpläne bei der Agenda 2020 geworben.

"Wenn wir unsere Werte bewahren wollen, müssen wir uns bewegen. Stillstand ist ein Rückschritt", sagte Bach beim Treffen der Vereinigung der Nationalen Olympischen Komitees (ANOC) in Bangkok. Am 8./9. Dezember wird das Internationale Olympische Komitee (IOC) über Bachs Reformplan entscheiden, mit dem die Organisation modernisiert werden soll.

Dabei wird über 40 Reform-Vorschläge aus den Bereichen Nachhaltigkeit, Glaubwürdigkeit und Jugend abgestimmt. Unter anderem will das IOC zukünftig durch eine Kostenbeteiligung die Ausgaben der Olympia-Gastgeber reduzieren, mehr Flexibilität zeigen und auf die Individualität der Kandidaten eingehen. Olympia soll sich demnach dem jeweiligen Gastgeber anpassen und nicht die Stadt den Spielen.

Wie IOC-Generaldirektor Christophe De Kepper ergänzte, gehe es darum, die Kosten für das Bewerbungsverfahren und für die Ausrichtung der Spiele zu senken. "Das IOC möchte Vielfalt in den Bewerbungen und sieht den Bieterprozess als Einladung." Das Änderungen vonnöten sind, zeigt die Vergabe der Winterspiele 2022. Lediglich Peking und das kasachische Almaty sind als Kandidaten übrig geblieben. München, Oslo, Stockholm und Graubünden hatten unter anderem wegen der fehlenden Unterstützung innerhalb der Bevölkerung einen Rückzieher gemacht. Auch Krakau und das ukrainische Lwiw nahmen Abstand von einer Bewerbung.

Almaty warb in Bangkok für seine Kandidatur und setzt auf Spiele der kurzen Wege. Alle Sportstätten seinen in einem Radius von 35 Kilometern vorgesehen. Damit präsentiert sich die kasachische Stadt als Gegenstück zu Peking. Die chinesische Hauptstadt bewirbt sich zusammen mit dem 200 Kilometer entfernten Zhangjiakou als Co-Gastgeber. Alle Eiswettbewerbe sind in Peking geplant, die Ski-Wettkämpfe sollen in den Bergen rund um Zhangjiakou stattfinden. Almaty wäre die deutlich günstigere Lösung.

Mehr Flexibilität will das IOC auch beim olympischen Programm zeigen. Dabei sollen die zukünftigen Ausrichter auch beim Sportartenprogramm mitreden dürfen. Dazu ist ein olympischer TV-Sender geplant.

Die Reformen würden erstmals beim Bieterverfahren für 2024 in Kraft treten und damit auch Deutschland betreffen. Der Deutsche Olympische Sportbund will sich mit Hamburg oder Berlin um die Sommerspiele bewerben. Dabei wartet aber wohl große Konkurrenz. Bewerbungen aus den USA, Frankreich, Italien, Türkei, Katar und Südafrika werden diskutiert.

In Frankreich sprach sich Staatschef Francois Hollande für eine erneute Bewerbung der Hauptstadt Paris aus. Die Austragung einer solchen Veranstaltung würde der Nation einen "Moment der Leidenschaft" bescheren und "viele neue Jobs" bringen, sagte Hollande im französischen Fernsehen.

Paris hatte sich 2012 um die Spiele beworben, war aber gegen London gescheitert. Im Jahr 2024 wartet Frankreich exakt 100 Jahre auf die erneute Austragung der Sommerspiele. Das Ringe-Spektakel im Winter fand letztmals 1992 auf französischem Boden in Albertville statt.

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