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Fußball - FIFA-Krise: England bringt WM-Boykott ins Gespräch

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Fußball  

FIFA-Krise: England bringt WM-Boykott ins Gespräch

17.11.2014, 22:49 Uhr | dpa

Fußball - FIFA-Krise: England bringt WM-Boykott ins Gespräch. UEFA-Präsident Michel Platini (L) im Gespräch mit dem ehemaligen FA-Chef David Bernstein.

UEFA-Präsident Michel Platini (L) im Gespräch mit dem ehemaligen FA-Chef David Bernstein. Foto: Kerim Okten. (Quelle: dpa)

Frankfurt (dpa) - Der frühere englische Verbandschef David Bernstein hat die europäischen Fußball-Nationen zum gemeinsamen Kampf gegen die FIFA aufgerufen und einen Boykott der Weltmeisterschaft ins Gespräch gebracht.

"Es sind 54 Länder in der UEFA. Es gibt Deutschland, Spanien, Italien, Frankreich und die Niederlande - alle mächtig - und man kann ohne sie keine ernsthafte WM abhalten. Sie haben die Macht, das zu beeinflussen, wenn sie den Willen dazu haben", sagte Bernstein in einem BBC-Interview für den Fall, dass der Weltverband keine wirkungsvollen Reformen auf den Weg bringen sollte.

Die Turbulenzen rund um die FIFA werden auch am 1. und 2. Dezember in Frankfurt ein Thema sein, wenn der Deutsche Fußball-Bund Gastgeber für andere europäische Verbände ist. "Es ist kein Krisengipfel, sondern ein turnusmäßiges Treffen", betonte Ralf Köttker, Mediendirektor des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), am Montag.

Es seien Diskussionen über Wettbewerbe der Nationalteams und "allgemeine fußballpolitische Angelegenheiten" zu erwarten, teilte die Europäische Fußball-Union UEFA auf Anfrage mit. Es steht das "lange geplante" siebte sogenannte Top-Executive-Programm-Meeting an. Teilnehmen werden die Präsidenten und Generalsekretäre aus Deutschland, Österreich, Ungarn, Israel, Liechtenstein, Luxemburg, Polen und der Schweiz.

Bei dem Treffen dürfte es wohl auch um den umstrittenen Untersuchungsbericht der FIFA-Ethikkommission zur Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 und 2022 gehen, auch wenn dieses Thema nicht speziell auf der Agenda steht. Zumal der deutsche Ligapräsident Reinhard Rauball das Urteil der FIFA-Ethikkommission zu den WM-Vergaben nach Russland 2018 und Katar 2022 scharf kritisiert und angedroht hatte: "Eine Option, über die ernsthaft nachgedacht werden müsste, ist sicherlich, dass die UEFA sich von der FIFA löst."

Keine Reaktion gibt es nach den turbulenten Tagen, die die FIFA in ihre größte Glaubwürdigkeitskrise gestürzt haben, von Präsident Joseph Blatter. Der Schweizer bekommt jetzt erneut Zunder aus England. Ein von Bernstein angeregter WM-Boykott hätte die Unterstützung der englischen Öffentlichkeit. Dessen ist sich der frühere Chef des Englischen Fußball-Verbandes (FA) sicher, der inzwischen aus der Anti-Diskriminierungs-Kommission der FIFA zurückgetreten ist. Dieses Gremium nannte er ineffektiv.

Die FIFA bezeichnete Bernstein als "totalitär" und "lächerlich". Sie erinnere ihn als das ehemalige Sowjet-Regime. Die Glaubwürdigkeit des Fußballs habe unter der jetzigen Verbandsführung erheblich gelitten. Die Wahl Katars zum WM-Gastgeber 2022 bezeichnete Bernstein als "die lächerlichste Entscheidung in der Sportgeschichte". Blatter werde so lange an der Spitze stehen, "bis jemand etwas dagegen" tue.

"England allein kann das nicht beeinflussen, ein Land allein kann das nicht. Aber innerhalb der UEFA hat England zweifellos die Macht, etwas zu bewirken. Und dafür muss man auch einen Rückzug von der nächsten WM in Betracht ziehen, sollte die FIFA keine richtige Reform durchführen", führte Bernstein aus. Dies schließe auch ein, dass es für Blatter keine fünfte Amtszeit als FIFA-Präsident gebe.

Bernstein reagierte mit seinen Äußerungen auf die weltweit kritisierten Ermittlungen der FIFA-Ethikkommission zu den WM-Vergaben 2018 und 2022 an Russland und Katar. Darin war den beiden Ausrichtern kein gravierendes Fehlverhalten bescheinigt worden.

Eine frühere FIFA-Informantin beschwerte sich unterdessen formell über ihre Behandlung in dem umstrittenen Bericht. Phaedra Almajid, Ex-Mitarbeiterin von Katars Bewerbungskomitee und wichtige Zeugin des FIFA-Sonderermittlers Michael Garcia, beklagt sich über den Verstoß gegen die Vertraulichkeit durch Eckerts Darstellung. Demnach fühlt sich Almajid "in Verruf gebracht". Damit habe Eckert den unhaltbaren Schluss stützen wollen, dass die Bewerbung im Dezember 2010 komplett akzeptabel gewesen ist. Ihre Aussagen würden durch den Bericht "plump, zynisch und fundamental fehlerhaft" als unzuverlässig dargestellt, schrieb Almajid in ihrem Brief an Garcia.

Laut "Süddeutscher Zeitung" (Dienstag-Ausgabe) sieht eine weitere FIFA-Informantin in der Darstellung Eckerts einen Vertrauensbruch. Bonita Mersiades war Öffentlichkeitschefin der australischen WM-Bewerbung. Sie kritisierte in einem Gespräch mit der Zeitung, dass der Ethik-Bericht auch ohne Namensnennung Schlüsse auf die beiden Frauen zulasse, so dass sie kurz nach der Freigabe identifiziert worden seien.

FA-Präsident Greg Dyke schloss sich indes in einem Brief an FIFA-Exekutivmitglieder der Forderung an, den gesamten Untersuchungsbericht zur WM-Vergabe zu veröffentlichen. "Wir können nicht so weitermachen", schrieb er laut bbc.com. Auch die Verbände der Niederlande und Belgiens hatten die Offenlegung verlangt.

Der Münchner Jurist Eckert hatte am Donnerstag einen Report auf der Basis des umfangreichen Garcia-Berichtes vorgelegt und die Vergabe der WM-Endrunden 2018 und 2022 für zulässig erklärt. Garcia kritisierte dies als "unvollständige und fehlerhafte Darstellung von Fakten und Schlussfolgerungen" und legte Einspruch ein.

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