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Fußball: Treffen der FIFA-Ethikhüter - Platini für Offenlegung

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Fußball  

Treffen der FIFA-Ethikhüter - Platini für Offenlegung

18.11.2014, 14:56 Uhr | dpa

Fußball: Treffen der FIFA-Ethikhüter - Platini für Offenlegung. Michael J.

Michael J. Garcia (l) und Hans-Joachim Eckert haben ein Treffen vereinbart. Foto: Walter Bieri. (Quelle: dpa)

Zürich (dpa) - In den FIFA-Skandal um die Untersuchung der WM-Vergabe an Russland und Katar kommt neue Bewegung: Bereits am Donnerstag wollen sich die kritisierten Ethikhüter Hans-Joachim Eckert und Michael Garcia zu einem geheimen Spitzengespräch treffen.

Die Zusammenkunft des deutschen Richters mit dem Top-Ermittler aus den USA wurde am Dienstag vom Fußball-Weltverband bestätigt. Ort und Zeit des Treffens sind aber vorerst nicht publik. Eckert hatte am Wochenende angekündigt, den Kontakt zu Chefermittler Garcia aufzunehmen. Der Amerikaner hatte zuvor Einspruch bei der FIFA-Berufungskommission gegen Eckerts WM-Urteil angekündigt. Dieser hatte die WM-Gastgeber 2018 und 2022 vom Vorwurf der Korruption freigesprochen und damit weltweit Empörung ausgelöst.

Unterdessen hat sich in UEFA-Präsident und FIFA-Vizechef Michel Platini ein weiterer Top-Funktionär wieder für eine Veröffentlichung des sogenannten Garcia-Berichts ausgesprochen, auf dessen Grundlage Eckert sein Urteil fällte. "Präsident Michel Platini hat erneut seine Unterstützung für die vollständige Veröffentlichung des Garcia-Berichts bestätigt, wenn Vertraulichkeitsregeln nicht verletzt werden", twitterte UEFA-Medienchef Pedro Pinto.

Platini ist der einzige Funktionär, der seine Stimmabgabe bei der umstrittenen Wahl im Dezember 2010 für Katar 2022 publik gemacht hat. Für eine Veröffentlichung des Garcia-Reports hatten sich zuvor schon zahlreiche andere Funktionäre eingesetzt. Die FIFA-Spitze lehnt dies unter Berufung auf die Regularien ihres Ethikcodes bislang ab. Auch das deutsche FIFA-Exekutivmitglied Theo Zwanziger hat sich für eine Publikation der 430 Seiten umfassenden Untersuchungsergebnisse zu den insgesamt neun WM-Bewerbungen ausgesprochen.

Mit Spannung wird nun erwartet, wie die FIFA-Ethikkommission nach dem Treffen ihres Führungsduos agieren wird. Eckert hatte schon in seiner Stellungnahme klargemacht, dass er weitere Ermittlungen gegen "Einzelpersonen" auf Grundlage der Garcia-Untersuchungen für angemessen hält. Alle WM-Kandidaten inklusive der Sieger der skandalösen Abstimmung vor vier Jahren hatte er aber nicht belangt, obwohl Unregelmäßigkeiten bei praktisch allen Bewerbern dokumentiert wurden. Garcia sprach unmittelbar nach der Veröffentlichung von einer "erheblich unvollständigen und fehlerhaften" Darstellung durch Eckert.

Besonders kritisch wurde in den Medien die Belobigung von FIFA-Chef Joseph Blatter durch Eckert kommentiert. Auch die Darstellung, die offensichtlich korrupten Aktivitäten des Katarers Mohamed bin Hammam hätten nichts mit der WM-Kandidatur des Emirats zu tun, stießen weltweit auf Unverständnis. Zudem hatten sich zwei frühere Mitarbeiterinnen der Bewerbungskomitees aus Katar und Australien zu Wort gemeldet, die sich als Kronzeuginnen Garcias durch den Eckert-Bericht diskreditiert fühlen.

In den USA ermittelt das FBI verstärkt in der FIFA-Causa. Auch in England werden mögliche Untersuchungen durch Parlamentarier vorangetrieben. Der frühere Chef des englischen Fußball-Verbandes David Bernstein hatte zum WM-Boykott durch die europäischen Teams aufgerufen, sollte sich die FIFA nicht reformieren. Ligaverbandspräsident und DFB-Vizechef Reinhard Rauball hatte sogar einen Austritt der UEFA aus der FIFA zu einer Option erklärt. Blatter, der im Mai 2015 für eine fünfte Amtszeit als FIFA-Chef kandidiert und bislang ohne ernsthaften Gegenkandidaten ist, hat sich noch nicht explizit zu den Vorfällen geäußert.

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