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Formel 1: Die spannendsten WM-Entscheidungen

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Es ging schon oft eng zu  

Die spannendsten Entscheidungen in der Formel 1

19.11.2014, 11:39 Uhr | sid, t-online.de

Formel 1: Die spannendsten WM-Entscheidungen. Archivbild aus dem Jahr 1995: Michael Schumacher (links) und Damon Hill lieferten sich in ihrer Karriere einige packende Duelle - mit Unfällen inklusive.

Archivbild aus dem Jahr 1995: Michael Schumacher (links) und Damon Hill lieferten sich in ihrer Karriere einige packende Duelle - mit Unfällen inklusive.

Durch seinen Sieg in Brasilien hat Mercedes-Pilot Nico Rosberg für neue Spannung im Titelrennen gesorgt. Auch dank der Vergabe von doppelten Punkten beim Saisonfinale in Abu Dhabi am Sonntag (ab 13.45 Uhr im Live-Ticker bei t-online.de) hat der Deutsche im Duell mit Stallrivale Lewis Hamilton weiter realistische Chancen auf den WM-Sieg.

17 Punkte trennen die beiden Kontrahenten, in der Geschichte der Formel 1 ging es allerdings auch schon deutlich enger zu. Wir blicken zurück auf spannende Titel-Duelle in der Königsklasse.

1976: Niki Lauda gegen James Hunt

Der Kampf des Perfektionisten aus Österreich gegen den englischen Playboy ist so etwas wie die Mutter der WM-Duelle. Der Spannungsbogen der Saison 1976 bot sogar Material für die ganz große Leinwand: Im vergangenen Jahr erzählte der Kinofilm "Rush" von dem legendären Titelkampf. Lauda war damals der Dominator der ersten Saisonhälfte und führte das Klassement mit großen Vorsprung an, bevor ihn sein Feuerunfall auf dem Nürburgring fast das Leben kostete.

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Showdown in Abu Dhabi: Wen wünschen Sie sich als Weltmeister?

Nur 42 Tage später saß Lauda schon wieder in seinem Ferrari, zum Saisonfinale reiste er schließlich mit noch drei Punkten Vorsprung auf Hunt ins japanische Fuji. Bei strömendem Regen und schlechter Sicht stellte Lauda seinen Wagen kurz nach dem Start jedoch ab. "Das Leben ist mir wichtiger", sagte er - Hunt holte den nötigen dritten Platz und wurde mit einem Punkt Vorsprung Weltmeister.

1984: Niki Lauda gegen Alain Prost

Laudas dritter WM-Titel ging als knappste Entscheidung in die Geschichte der Formel 1 ein. Nur ein halber Punkt trennte am Ende den damaligen McLaren-Piloten von seinem Teamrivalen Alain Prost: Wegen starker Regenfälle war der Grand Prix in Monaco vorzeitig abgebrochen worden, Sieger Prost bekam wie alle anderen Piloten nur die halbe Punktzahl.

Zum Saisonfinale reiste der Franzose daher mit 3,5 Punkten Rückstand auf Lauda nach Portugal - und trotz seines Sieges reichte es nicht für den Titel. Denn Lauda fuhr von Startplatz elf auf den entscheidenden zweiten Platz.

1989: Alain Prost gegen Ayrton Senna

1989 fiel die Titel-Entscheidung schon im vorletzten Rennen. In dieser Auflistung sollte sie dennoch nicht fehlen. Wenn man so will, steht das McLaren-Duell Prost gegen Senna Pate für den aktuellen WM-Kampf der Silberpfeile. Damals wie heute dominierte ein Team die Formel 1 fast nach Belieben. Und wie heute entwickelten sich im Laufe der Saison Spannungen zwischen den beiden Top-Fahrern, die die Öffentlichkeit in Atem hielten.

Beim Großen Preis in Suzuka eskalierte der Streit schließlich: Senna musste gewinnen, um seine Chancen zu wahren, und attackierte den in Führung liegenden Prost. Doch der machte die Lücke zu, es kam zur Kollision. Prost stieg aus, Senna fuhr weiter, gewann und wurde hinterher disqualifiziert. Prost sicherte sich seinen dritten Weltmeistertitel.

1994: Michael Schumacher gegen Damon Hill

Vor seinem ersten WM-Titel ging es hoch her für Michael Schumacher. Wegen Schummel-Vorwürfen gegen ihn und Benetton wurde der Kerpener im Laufe des Jahres zweimal disqualifiziert und für zwei Rennen gesperrt. Dennoch kam der heutige Rekordweltmeister zum letzten Rennen des Jahres mit einem Punkt Vorsprung auf Damon Hill im Williams.

Als Schumacher in Australien von der Strecke rutschte, sah Hill die Chance vorbeizuziehen, doch es kam zur Kollision. Schumacher blieb liegen, Hill musste wenig später in der Box aufgeben, der erste von sieben Titeln für Schumacher war perfekt.

1997: Michael Schumacher gegen Jacques Villeneuve

In seinem zweiten Ferrari-Jahr war Schumacher dem Titel schon ganz nahe. Mit einem Punkt Vorsprung auf Jacques Villeneuve im Williams reiste er zum Finale nach Spanien. Der Kanadier musste etwas riskieren, doch als er einen Überraschungsangriff startete, kollidierten die Rivalen. Schumacher konnte das Rennen nicht beenden, Villeneuve wurde Dritter und sicherte sich den Titel.

Anders als beim Zusammenstoß mit Hill drei Jahre zuvor gab es in diese Fall kaum Zweifel an Schumachers Schuld am Unfall - dem Kerpener wurden alle WM-Punkte aberkannt.

2008: Lewis Hamilton und Felipe Massa

Felipe Massa war nur wenige Sekunden davon entfernt, sich in seiner Heimat zum König der Formel 1 zu krönen. In Sao Paulo fuhr der Ferrari-Pilot auf Pole und auch als Erster über die Ziellinie, doch der Jubel erstarb nach wenigen Sekunden, weil Lewis Hamilton in der letzten Kurve noch an Toyota-Fahrer Timo Glock vorbeizog, der im Regen auf Slicks chancenlos war. Hamilton wurde Fünfter und mit einem Punkt Vorsprung zum ersten Mal Weltmeister.

2010: Sebastian Vettel gegen Mark Webber, Fernando Alonso und Lewis Hamilton

Letztes Rennen in Abu Dhabi - und gleich vier Fahrer konnten noch Weltmeister werden, davon in den Red-Bull-Piloten Sebastian Vettel und Mark Webber zwei Teamkollegen. Vettels Rückstand auf Ferrari-Star Fernando Alonso betrug vor dem Rennen 15 Punkte, doch nach der Pole Position und einem Start-Ziel-Sieg vor McLaren-Fahrer Lewis Hamilton jubelte der Heppenheimer.

Die falsche Taktik ließ Alonso und Webber nur auf die Plätze sieben und acht kommen - zu wenig, um den ersten Triumph von Vettel zu verhindern.

2012: Sebastian Vettel gegen Fernando Alonso

Seinen dritten WM-Titel hatte Sebastian Vettel einer grandiosen Aufholjagd zu verdanken. Nach dem Großen Preis von Italien im September schien der WM-Sieg bereits an Fernando Alonso im Ferrari vergeben, doch der Red-Bull-Pilot gewann die folgenden vier Rennen und schob sich im Klassement wieder am Spanier vorbei. Nach Brasilien reiste er mit vermeintlich beruhigenden 13 Punkten Vorsprung - doch eines der aufreibendsten Finals der vergangenen Jahre sorgte noch einmal für Hochspannung.

Schon in der ersten Runde drehte sich der Titelverteidiger und fuhr dem Feld hinterher, virtuell war Alonso in diesem Moment Weltmeister. Doch bei starkem Regen kämpfte sich der Deutsche durch das Feld und beendete das Rennen auf Rang sechs. Alonsos zweiter Platz reichte nicht: Vettel war mit drei Punkten Vorsprung erneut Champion.

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