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HSV entscheidet Krisen-Derby gegen Bremen für sich

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Spielbericht  

HSV siegt im Krisen-Derby gegen Bremen

23.11.2014, 17:29 Uhr | dpa

HSV entscheidet Krisen-Derby gegen Bremen für sich. Bremens Assani Lukimya (li.) und Nicolai Müller im Zweikampf (Quelle: dpa)

Bremens Assani Lukimya (li.) und Nicolai Müller im Zweikampf (Quelle: dpa)

Der Hamburger SV hat dank Joker Artjoms Rudnevs im 101. Nordderby gegen den Erzrivalen Werder Bremen einen Befreiungsschlag gelandet. Rudnevs traf mit seinem ersten Bundesliga-Saisontor in der 84. Minute beim glücklichen 2:0 (0:0)-Erfolg in einer niveauarmen Begegnung zur Führung und verwandelte die Hamburger Arena damit in ein Tollhaus. Ein Eigentor von Werder-Schlussmann Raphael Wolf (90.+3) sorgte für die Entscheidung.

Durch den dritten Saisonsieg verließ der HSV die Abstiegsplätze, während Bremen unter Trainer Viktor Skripnik im vierten Pflichtspiel die erste Niederlage kassierte. Werder fiel damit wieder auf einen Abstiegsplatz zurück und hat zwei Zähler weniger als der HSV auf dem Konto. Neben dem Spiel verloren die Bremer auch Kapitän Clemens Fritz mit Gelb-Rot wegen wiederholten Foulspiels (89.).

Großen Worten folgen wenig Taten

"Es geht um viel. Wir müssen zeigen, dass wir Herr in unserem Haus sind", hatte HSV-Klubchef Dietmar Beiersdorfer vor der Partie gefordert: "Wir werden nicht mit Samthandschuhen auflaufen." Zudem wurden die Fans aufgerufen, einen neuen Lautstärke-Rekord für die Liga aufzustellen. Den großen Worten folgten aber nur wenig Taten.

Die Gastgeber, bei den Nachwuchshoffnung Mohamed Gouaida überraschend eine Chance von Beginn an bekam, starteten aber immerhin druckvoll. Werder fehlte hingegen mit Top-Torjäger Franco Di Santo (Außenbandverletzung im rechten Knie) eine wichtige Anspielstation in der Spitze. Der sechsfache Torschütze wurde durch HSV-Schreck Nils Petersen ersetzt. In vier Nordderbys erzielte Petersen bisher vier Tore für die Bremer, bis zu seiner Auswechslung in der 70. Minute blieb er aber blass.

HSV mit Übergewicht, aber ohne Biss

Die ersten Gelegenheiten hatte der HSV vor 57.000 Zuschauern in der ausverkauften Arena. Valon Behrami (9.) und der frech aufspielende Gouaida (11.) vergaben aber die frühe Führung für die Gastgeber. Die Bremer agierten aus einer stabilen Defensive und kämpften sich nach rund 20 Minuten besser ins Spiel. Zlatko Junuzovic scheiterte bei der besten Bremer Gelegenheit im ersten Durchgang aber an Torhüter Jaroslav Drobny (28.). In der von vielen Zweikämpfen geprägten Begegnung besaß der HSV auch weiterhin ein kleines Übergewicht, den Aktionen mangelte es allerdings oft an der notwendigen Präzision. So auch beim Schuss von Lewis Holtby, den Schlussmann Raphael Wolf parierte (33.).

Auch Rudnevs zunächst blass

Beiden Mannschaften merkte man auch nach der Pause an, dass viel auf dem Spiel steht. Der Einsatz stimmte auf beiden Seiten, fußballerische Höhepunkte blieben trotzdem Mangelware. Der HSV war der Führung aber weiterhin etwas näher. Nach Flanke von Matthias Ostrzolek verpasste Nicolai Müller nur knapp (52.), Trainer Joe Zinnbauer raufte sich an der Seitenlinie verzweifelt die Haare.

Auch in der Folge sah Zinnbauer wenig erfreuliche Szenen seiner Offensive, die sich schwer tat, Lücken in der Werder-Abwehr zu finden. Daran änderte zunächst auch die Einwechslung von Rudnevs als zweite Spitze neben dem erneut unauffälligen Torjäger Pierre-Michel Lasogga nichts.

SVW-Keeper Wolf unglücklich

Fast wäre der HSV sogar in Rückstand geraten, doch Drobny parierte bei einem Freistoß von Junuzovic stark (66.). Insgesamt waren die Bremer aber weiterhin darauf bedacht, kompakt zu stehen. Offensiv scheuten sie das letzte Risiko, während die Aktionen der Hamburger immer hektischer und ideenloser wurden.

Drobny zeigte sich aber weiter hellwach und verhinderte bei einem Kopfball von Santiago Garcia nach 79 Minuten das 0:1. Dann drückte Rudnevs den Ball nach einem weiten Einwurf von Ashton-Phillip Götz aus kurzer Distanz zur Vorentscheidung über die Linie. Nach einem HSV-Konter kurz vor Schluss traf Tolgay Arslan zunächst den Innenpfosten. Der Ball kullerte die Torlinie entlang, ehe Wolf ihn mit einer unglücklichen Tat ins eigene Netz bugsierte.

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