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Sportpolitik: Situation der Dopingopfer immer prekärer

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Sportpolitik  

Situation der Dopingopfer immer prekärer

01.12.2014, 14:08 Uhr | dpa

Sportpolitik: Situation der Dopingopfer immer prekärer. Bisher haben sich 700 Geschädigte des DDR-Sports mit ihren gravierenden gesundheitlichen Problemen an die Einrichtung gewandt.

Bisher haben sich 700 Geschädigte des DDR-Sports mit ihren gravierenden gesundheitlichen Problemen an die Einrichtung gewandt. Foto: Patrick Seeger. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Die gesundheitliche Situation vieler Opfer des DDR-Dopings hat sich 25 Jahre nach dem Mauerfall dramatisch verschlechtert.

In ihren Schilderungen verwiesen ehemalige DDR-Spitzensportler in Berlin auf ihre prekäre Lebenslage und die Gleichgültigkeit von Politik und Sport in Deutschland. Die seit reichlich einem Jahr bestehende Beratungsstelle für Dopingopfer verzeichnet einen kontinuierlichen Zulauf. Bisher haben sich 700 Geschädigte des DDR-Sports mit ihren gravierenden gesundheitlichen Problemen an die Einrichtung gewandt, berichtete Ines Geipel, die Vorsitzende der Doping-Opfer-Hilfevereins DOH, bei einer Veranstaltung der Grünen-Fraktion im Deutschen Bundestag.

Bisher seien alle Initiativen zu einer Entschädigungs-Rente verpufft, beklagte sie. "Die katastrophale Situation der Geschädigten geht einher mit der Ignoranz der Institutionen in Deutschland", kritisierte die DOH-Vorsitzende. "Es gibt da eine Blockade-Politik", sagte Geipel. Seit vier Monaten bitte sie um einen Gesprächstermin beim DOSB und habe die Verantwortlichen des deutschen Sports dreimal zu DOH-Mitglieder-Versammlungen eingeladen. Ohne Erfolg.

"Wir nehmen wie eine 'Black Box' die Schädigungen auf und können nicht handeln, wie es erforderlich wäre", beklagte Geipel. Sie rechne damit, dass sich insgesamt 2000 Doping-Geschädigte bei der Beratungsstelle melden werden. "Der Sport muss endlich Geld in die Hand nehmen. Die Geschädigten haben keine Zeit mehr, die Sterbeliste ist wirklich lang", warnte sie und verwies auf den Tod des durch Doping schwer beeinträchtigten Gewichthebers Gerd Bonk am 20. Oktober. Die Medaillen würden gern vereinnahmt, aber die Hinterbliebenen des Sachsen hätten "bis heute keine Kondolenzkarte vom organisierten Sport erhalten", kritisierte Geipel. Zugleich kündigte sie Aktionen von Doping-Geschädigten vor dem Bundestag und der DOSB-Mitgliederversammlung am 6. Dezember in Dresden an.

Bisher haben DDR-Dopingopfer jeweils einen Einmalzahlung von 10 500 Euro aus einem bundeseigenen Fonds erhalten. "Nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein - wie lächerlich", schimpfte der schwer nierengeschädigte Ex-Radsportler Uwe Trömer und warf den Verantwortlichen vor: "Die Politik wartet auf eine biologische Lösung." Er kritisierte jene, die davon reden, dass nach 25 Jahren endlich ein Schlussstrich unter das Doping-Thema gezogen werden muss. "Schluss ist erst, wenn der Deckel zu ist", unterstrich Trömer.

Grünen-Sportpolitikern Monika Lazar versprach den Dopingopfern, im Sportausschuss Gespräche mit Vertretern des Bundesinnen- und Justizministeriums anzuregen, um die Problematik weiter auf die Tagesordnung zu setzen. "Vielleicht kann man das Jubiläum zu 25 Jahren deutscher Vereinigung als Druckmittel benutzen", meinte sie.

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