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FIA-Kommission gibt Formel-1-Pilot Jules Bianchi starke Mitschuld

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"Nicht ausreichend abgebremst"  

FIA-Kommission gibt Jules Bianchi starke Mitschuld am Crash

03.12.2014, 19:17 Uhr | dpa, sid

FIA-Kommission gibt Formel-1-Pilot Jules Bianchi starke Mitschuld. Erstversorgung am Unfallort: Mediziner und Helfer am Wrack von Jules Bianchi.  (Quelle: dpa)

Erstversorgung am Unfallort: Mediziner und Helfer am Wrack von Jules Bianchi. (Quelle: dpa)

Der 25-jährige Formel-1-Pilot Jules Bianchi war zu großen Teilen selbst schuld an seinem schweren Unfall Anfang Oktober beim Großen Preis von Japan. Zu diesem Ergebnis kam die eingesetzte Expertenkommission des Automobil-Weltverbandes FIA, die in Doha einen 396-seitigen Bericht mit ihren Untersuchungsergebnissen vorstellte.

Zwar schrieb das Gremium um den mehrfachen Weltmeister-Teamchef Ross Brawn und den früheren Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali sowie Ex-Weltmeister Emerson Fittipaldi von einer "Verkettung mehrerer Umstände", die jeder für sich "nicht alleinschuldig" seien - Punkt drei der elf Schlussfolgerungen scheint aber der entscheidende zu sein: "Bianchi hat nicht ausreichend abgebremst, um zu verhindern, dass er an derselben Stelle die Kontrolle über seinen Wagen verliert wie Sutil."

Auch Marussia wird in die Pflicht genommen

Aber auch Bianchis inzwischen insolventer Rennstall Marussia wurde in die Pflicht genommen. Der Aufprall habe unter Umständen schwächer ausfallen können, wenn ein Sicherheitssystem richtig gegriffen hätte. Die Vorrichtung ("Fail-Safe-System") regelt den Schub normalerweise automatisch ab, sobald ein Pilot Gas- und Bremspedal gleichzeitig bedient. Dieses System habe nicht funktioniert. Inwiefern das die Heftigkeit des Aufpralls beeinflusst habe, sei aber nicht nachvollziehbar. Auch könne Bianchi davon überrascht worden sein.

Horror-Crash 
Hier raste Bianchi in einen Bergungskran

Französischer Formel-1-Pilot verletzte sich bei dem Unfall schwer. Video

Bianchi nach Nizza verlegt

Der Franzose war am 5. Oktober beim Großen Preis von Japan auf regennasser Piste von der Strecke abgekommen und mit seinem Boliden unter ein Abschleppfahrzeug gerast, das den eine Runde zuvor verunglückten Wagen von Adrian Sutil barg. Bianchi erlitt bei dem Unfall schwerste Kopfverletzungen.

Er befindet sich mittlerweile nicht mehr im künstlichen Koma, aber immer noch in einem kritischen Zustand. Vor zwei Wochen wurde Bianchi aus der Klinik im japanischen Yokaichi in ein Krankenhaus in Nizza verlegt, wo er auf der Intensivstation weiter behandelt wird.

Streckenposten trifft keine Schuld

Nach Ansicht der FIA habe Bianchi zudem die doppelten Gelben Flaggen nicht entsprechend befolgt: "Wenn Fahrer sich an die Anforderungen der doppelten Gelben Fahnen halten, sollten weder andere Fahrer noch Offizielle in unmittelbare oder körperliche Gefahr gebracht werden." Außerdem sei die ansonsten "halbtrockene" Strecke in diesem Abschnitt deutlich nasser gewesen.

Den Rennkommissaren und den Streckenposten, die Sutils Sauber abtransportierten, attestierte die Kommission korrektes Verhalten in der Situation. In der Runde vor Bianchis Unfall war Sauber-Pilot Adrian Sutil an gleicher Stelle von der Strecke abgekommen. Deshalb war der Bergungskran aktiviert worden. Es habe zudem keinen Grund gegeben, das Safety Car auf die Strecke zu schicken.

Maßnahmenkatalog für 2015 geplant

Als Folge des schweren Unfalls schlug die Kommission einen Maßnahmenkatalog vor. So sollen in Zukunft Geschwindigkeitsbegrenzungen bei doppelten Gelben Flaggen gelten, die Sicherheits-Software der Wagen soll ebenso überprüft werden wie die Drainage der einzelnen Strecken. Geschlossene Cockpits und Schutzpolster an den Abschleppfahrzeugen seien dagegen nicht in der Lage, die Wucht eines solchen Aufpralls entscheidend zu mindern.


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