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Vor IOC-Versammlung: Die wichtigsten Vorschläge zur Olympia-Reform

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Sportpolitik  

Die wichtigsten Vorschläge zur Olympia-Reform

04.12.2014, 10:08 Uhr | dpa

Vor IOC-Versammlung: Die wichtigsten Vorschläge zur Olympia-Reform. Thomas Bach hat einige Reformen auf der Agenda.

Thomas Bach hat einige Reformen auf der Agenda. Foto: Jean-Christophe Bott. (Quelle: dpa)

Berlin (dpa) - Die Außerordentliche Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) wird am 8./9. Dezember in Monte Carlo über 40 Reformempfehlungen abstimmen. Die Deutsche Presse-Agentur dokumentiert die wichtigsten Vorschläge der "Agenda 2020" von IOC-Präsident Thomas Bach.

BEWERBUNG um Olympische Spiele:

Insgesamt Anpassung des IOC an die Gegebenheiten eines Bewerbers durch Reduzierung von Anforderungen, dadurch geringere Kosten und größere Nachhaltigkeit:

Maximale Nutzung bestehender und vermehrter Rückgriff auf temporäre Anlagen.

Ausrichtung von Vorrunden-Wettkämpfen auch außerhalb der Ausrichter-Stadt, bei Sportarten und Disziplinen in Ausnahmefällen aus Gründen der Geografie und der Nachhaltigkeit auch außerhalb des Ausrichter-Landes.

Mehr Transparenz durch Veröffentlichung des Ausrichtervertrags durch das IOC, einschließlich der Zahlungen an den Olympia-Organisator.

Strikte Trennung zwischen den Etats für die Durchführung der Spiele und den Investitionen in die Langfrist-Entwicklung einer Stadt-Infrastruktur. Dazu genaue Unterscheidung zwischen privaten und öffentlichen Mitteln.

Kritischere Bewertung der Evaluierungskommission als bisher im abschließenden Report an die IOC-Mitglieder. Er soll mehr Risiko-Bericht sein und zu einer besseren Unterscheidbarkeit der Kandidaten führen. Unabhängige Kompetenz aus den Bereichen Soziales, Politik, Wirtschaft und besonders aus Umwelt/Nachhaltigkeit soll beim Zustandekommen des Reports mit einbezogen werden.

Bei der Bewerbung Kostenreduzierung durch die Begrenzung auf nur noch vier Präsentationen: Vor den IOC-Mitgliedern, den beteiligten internationalen Verbänden, der Vollversammlung der NOKs und der entscheidenden IOC-Session. Das IOC übernimmt jeweils Reise- und Unterbringungskosten.

Das IOC will die Nachhaltigkeit zu einem Gebot für den gesamten olympischen Sport machen und dabei Standards setzen. Dazu gehört die Bildung einer Kommission Umwelt/Nachhaltigkeit und eine Kooperation mit der UNO-Umweltorganisation UNEP.

In die fundamentalen Prinzipien der IOC-Charta soll als Reaktion auf die Winterspiele im russischen Sotschi das Verbot auf sexuelle Diskriminierung hinzugefügt werden.

PROGRAMM Olympischer Spiele:

Größere Flexibilität durch ein Programm, dessen Umfang künftig nicht über Sportarten (bisher maximal 28 im Sommer, sieben im Winter) sondern über die Anzahl der Disziplinen bestimmt wird. Dabei Festschreibung der Wettkämpfe im Sommer auf 310 (bisher 302) und die Beibehaltung der Gesamtzahl der Athleten auf maximal 10 500. Bei den Winterspielen maximal 100 Wettkämpfe (zuletzt 98) und 2900 Athleten (zuletzt 2841).

Das IOC räumt der veranstaltenden Stadt das Recht ein, für ihre Heimspiele einen Wettbewerb oder sogar Sportarten vorzuschlagen, die - abhängig von einem IOC-Votum - dann ins Programm aufgenommen werden können.

IOC-MITGLIEDSCHAFT:

Generelle Bestätigung der Altersgrenze von 70 Jahren bei Mitgliedern, die ab dem Jahr 2000 gewählt worden sind. Ausnahmeregelung in maximal fünf Fällen, die über zusätzliche vier Jahre im IOC bleiben können. Es bleibt bei der Maximalzahl der Mitgliedschaften von 115 (70 individuelle, je 15 aus den Bereich der Athleten, Verbände und NOKs). Die Nominierungskommission erhält den Auftrag, maximal fünf individuelle Mitglieder zu benennen, um Vakanzen aus Bereichen wie Medizin, Kultur und Wissenschaften ausfüllen zu können. Es soll beim Besuchsverbot von Olympia-Kandidatenstädten bleiben.

SCHUTZ SAUBERER ATHLET:

Jeweils 10-Millionen-Dollar-Einsatz für die Entwicklung neuer wissenschaftlicher Nachweismethoden von Doping und den zu verstärkenden Kampf gegen Wett-Betrug und Korruption.

ETHIK-KOMMISSION:

Künftig Wahl der Mitglieder durch IOC-Session statt Benennung durch IOC-Präsident. Kommission hat Befugnis für Weiterentwicklung des Ethik-Codes, für die Untersuchung von Verfehlungen und für das Vorschlagsrecht von Sanktionen gegenüber der IOC-Exekutive. Das IOC beansprucht das Recht, auch die Ethik-Regeln von Partnerorganisationen zu überwachen und sich notfalls einzuschalten.

TRANSPARENZ:

Darstellung der Finanzen des IOC durch IFRS (Internationale Rechnungslegungsvorschriften für Unternehmen). Veröffentlichung eines jährlichen Aktivitäts- und Finanzberichts einschließlich der Zuwendungen für IOC-Mitglieder. Ihnen steht ein jährlicher Beitrag für administrative Kosten in Höhe von bis zu 6000 Dollar (4800 Euro) zu sowie Tagegelder von 400 Dollar bei Olympischen Spielen und Kommissionssitzungen. Mitglieder des Exekutivkomitees können jeweils 2000 Euro pro Sitzungsserie erhalten. Ersetzt werden Kosten für Anreise und Unterbringung.

OLYMPISCHER FERNSEHKANAL:

Schaffung eines globalen digitalen TV-Senders ("Die Heimat des olympischen Sports") als Plattform, um den olympischen Sport zwischen den Olympischen Spielen zu promoten. Das IOC ist Finanzier und Organisator über sein Tochter-Unternehmen OBS, das bei Olympischen Spielen als sogenannter Host Broadcaster das Hauptsendesignal für alle TV-Stationen mit Senderechten liefert. Der olympische TV-Kanal ist ein Prestigeprojekt von IOC-Präsident Thomas Bach. Zum OBS-Chef hatte er das kanadische IOC-Mitglied Richard Pound berufen.

OLYMPISCHE JUGENDSPIELE:

Überprüfung der erstmals 2010 in Singapur und 2012 in Innsbruck abgehaltenen Wettkämpfe für Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren durch eine Dreiparteien-Kommission mit Sportverbänden und NOKs. Verschiebung der Spiele auf nichtolympische Jahre erstmals 2023 statt wie bisher vorgesehen 2022.

OLYMPISCHER SONDERPREIS:

In der Wiederaufnahme einer alten Tradition die Vergabe eines Preises bei Olympischen Spielen ("Olympic Laurel") für herausragende Verdienste im Zusammenhang mit Olympismus aus den Bereichen Kultur, Erziehung, Entwicklung, Frieden. Dafür stellt das IOC 1,5 Millionen Schweizer Franken (1,25 Millionen Euro) zur Verfügung.

VERSAMMLUNGEN:

Alle vier Jahre soll ein Kongress "Olympismus in Aktion" unter Teilnahme der Vertreter der olympischen Bewegung, seiner Partner und Organisationen der Zivilgesellschaft abgehalten werden. Dazu Umwidmung der jährlichen IOC-Vollversammlung zu interaktiven Diskussionen über Grundthemen unter Einbeziehung von Gastsprechern.

PARTNERSCHAFTEN:

Nach dem Abschluss eines Kooperationsvertrags mit den Vereinten Nationen sucht das IOC nach weiteren Partnerschaften mit internationalen und zwischenstaatlichen Organisationen. Geplant ist eine Übereinkunft mit der UNESCO über gemeinsame Projekte der Erziehung und Förderung des Schulsports. Kooperationen werden angestrebt mit den Profi-Ligen im Eishockey und Basketball sowie den World Games in den nichtolympischen Sportarten, den Senioren-Weltspielen und den Organisationen für Behinderten-Sport über den Paralympischen Sportverband hinaus.

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