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Aufgepasst, FC Bayern: Erfolg des VfL Wolfsburg ist kein Zufall

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Aufgepasst, FC Bayern  

Der Wolfsburger Erfolg ist kein Zufall

29.01.2015, 07:13 Uhr | Johann Schicklinski, t-online.de

Aufgepasst, FC Bayern: Erfolg des VfL Wolfsburg ist kein Zufall. Kevin de Bruyne (re., hier mit Bas Dost) ist Wolfsburgs Schlüsselspieler. (Quelle: imago/MIS)

Kevin de Bruyne (re., hier mit Bas Dost) ist Wolfsburgs Schlüsselspieler. (Quelle: MIS/imago)

Gipfeltreffen zum Rückrundenstart: Mit dem VfL Wolfsburg empfängt der Tabellen-Zweite den Spitzenreiter FC Bayern München (ab 20.15 Uhr Live-Ticker von t-online.de). Dass der deutsche Rekordmeister zur Halbzeit von der Spitze grüßt, war vor der Saison zu erwarten. Doch dass Wolfsburg auf Rang zwei steht und bereits sechs Punkte Vorsprung auf den Dritten Bayer 04 Leverkusen hat, überrascht.

Allerdings nur auf den ersten Blick, denn die Platzierung ist kein Zufall, sondern das Resultat kontinuierlicher Aufbauarbeit von Wölfe-Trainer Dieter Hecking und Sportdirektor Klaus Allofs. Sie haben es geschafft, dass der VfL erstmals in der Klubgeschichte als Kronprinz überwintert.

Doch welche Faktoren sind es, die den VfL in dieser Spielzeit so stark machen? Wolfsburg pflegt einen offensiven Stil, der vom Kollektiv lebt. Zwölf verschiedene Torschützen weisen die Niedersachsen bereits auf, die erzielten 33 Treffer bedeuten einen Schnitt von fast zwei Toren pro Spiel. In 42 der letzten 43 Bundesligaspiele konnte ein Tor erzielt werden - die längste Serie der Liga.

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De Bruyne als "Satellitenstürmer"

Hecking fordert von seiner Mannschaft, dass sie das Heft des Handelns in der Hand hält und nicht bloß auf Fehler des Gegners wartet. 54,29 Prozent Ballbesitz und über 77 Prozent angekommene Pässe sprechen für ein dominantes Spielmodell, das meist im 4-2-3-1-System aufgezogen wird. Der VfL-Coach setzt auf sehr offensive Außenverteidiger, die ihre Außenbahnen komplett bearbeiten und sehr hoch in der gegnerischen Hälfte agieren. So weisen die Niedersachsen zusammen mit Frankfurt die meisten Flanken der Liga aus dem Spiel heraus (je 176) auf. Davon kamen aber nur 14.2 Prozent an, drei Tore fielen nach Flanken. An diesem Defizit hat der VfL im Wintertrainingslager in Südafrika verstärkt gearbeitet.

Weiter vorne spielt Kevin De Bruyne als "Satellitenstürmer" hinter der nominell einzigen Spitze Ivica Olic, der mit fünf Treffern bester Torschütze des VfL ist. De Bruyne hat von Hecking quasi einen Freifahrtschein, ist nicht an eine Position gebunden. Der Trainer möchte die Kreativität des 23-Jährigen zur vollen Entfaltung bringen und mögliche Defizite mithilfe des spieltaktischen Verhaltens der anderen Wölfe auffangen.

Prädikat "Weltklasse"

De Bruyne ist es schließlich, der - bei aller mannschaftlichen Geschlossenheit - aus dem Wolfsburger Kollektiv herausragt. Der Belgier ist Dreh- und Angelpunkt, ihm verlieh der "kicker" nach der Hinrunde als einzigem offensiven Mittelfeldspieler der Liga das Prädikat "Weltklasse". Der vor etwas mehr als einem Jahr vom FC Chelsea verpflichtete Edeltechniker hat sich diese Auszeichnung redlich verdient. Er ist mit zehn Tor-Vorbereitungen der beste Vorlagengeber der Liga, zudem ist er selbst torgefährlich. In 24 Pflichtspielen in dieser Saison war der Offensivspieler an 19 Toren direkt beteiligt (6 Tore, 13 Assists). Damit liegt er an der Spitze der Pflichtspiel-Scorerwertung aller Bundesligaspieler.

De Bruyne, der die meisten Ecken und Freistöße ausführt, ist es zu verdanken, dass die Wölfe bereits sieben Mal nach einer Ecke zuschlugen – der Ligahöchstwert. Ebenso wie die insgesamt zwölf Tore nach Standardsituationen. Bayerns Devise muss also lauten, unnötige Fouls - zumindest in der Nähe des eigenen Strafraums - unbedingt zu vermeiden.

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Naldo und Rodriguez sind brandgefährlich

Ein weiterer Pluspunkt des VfL ist die torgefährliche Abwehr. Bereits neun Treffer der Wölfe wurden durch Verteidiger erzielt – erneuter Ligahöchstwert. Innenverteidiger Naldo sicherte seiner Elf kurz vor der Winterpause in den Spielen beim BVB (2:2) und gegen Köln (2:1) mit seinen Treffern wichtige Punkte. Linksverteidiger Rodriguez glänzt als Torschütze und Torvorbereiter. Seit der Linksverteidiger in die Bundesliga wechselte (13. Januar 2012), war kein Abwehrspieler an so vielen Treffern beteiligt wie der Schweizer (24 Scorerpunkte: 8 Tore, 16 Assists). Auch wenn Rodriguez in der zweiten Häfte der Hinrunde verletzungsbedingt über weite Teile fehlte, so ist er nun topfit und wird im Spiel gegen den FCB voraussichtlich auf Rafinha treffen.

Die Bayern müssen in Wolfsburg von Beginn an hellwach sein. Bereits acht Tore erzielte Wolfsburg in der Anfangsviertelstunde – ebenfalls Bestwert innerhalb der Liga.

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Es wird ein Aufeinandertreffen fast auf Augenhöhe. Mit Wolfsburg (23 Punkte) trifft das zweitbeste Heimteam auf das beste (Bayern 27). Ausgerechnet gegen den FCB gab es die letzte Heimpleite in der Liga – und die fiel mit 1:6 im März 2014 mehr als deftig aus. Seitdem blieb der VfL in  13 Spiele in der heimischen Arena ohne Niederlage (9 Siege, 4 Remis) – die längste Serie ligaweit.

Doch die Bayern werden natürlich dagegenhalten. Schließlich sind sie selbst in vielen Bereichen Ligaspitze: die meisten Tore, die wenigsten Gegentore, die besten Zweikämpfer der Hinrunde, der meiste Ballbesitz, die meisten Pässe auf allen Ebenen des Spielfelds. Doch das Münchner Starensemble hat auch seine Schwächen. So ließ der FCB bereits 14 Torschüsse des Gegners nach eigenem Ballverlust und schnellem Umschalten der Kontrahenten zu.

Mit frühem Pressing die Bayern knacken?

Hier wird Hecking ansetzen und versuchen, den FCB mit energischem und frühem Pressing zu Fehlern zu zwingen. Bereits im Hinspiel ließen sie bei der 1:2-Pleite trotz klarster Chancen einen Punkt liegen. Dass sich die VfL-Verantwortlichen gegen den deutschen Rekordmeister etwas ausrechnen, sieht man auch an der Tatsache, dass die Niedersachsen einen Späher ins Bayern-Trainingslager nach Katar geschickt haben. Dieser hat nicht nur die Spiele gegen die Katar Stars (4:1) und Al-Hilal (4:1) beobachtet, sondern war auch bei den öffentlichen Trainingseinheiten der Bayern dabei.

Mit einem Sieg gegen den FCB könnte sich Wolfsburg angesichts der Schwäche der Dortmunder als aktuelle Nummer zwei im deutschen Fußball positionieren und mit Rückenwind das Unternehmen Champions-League-Qualifikation angehen. Vom Titel träumt beim Deutschen Meister von 2009 angesichts der Dominanz der Bayern zwar niemand, doch auf einen Achtungserfolg sind alle heiß. Der FC Bayern muss also gewarnt sein.

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