Startseite
Sie sind hier: Home > Sport >

Wolfsburg - FC Bayern: So kann der VfL die Münchener schlagen

...
t-online.de ist ein Angebot der Ströer Content Group

Taktik-Analyse  

So kann Wolfsburg die Bayern schlagen

29.01.2015, 10:40 Uhr | t-online.de

Wolfsburg - FC Bayern: So kann der VfL die Münchener schlagen. Zum Rückrunden-Auftakt treffen der FC Bayern mit Mario Götze (li.) und die Wölfe mit Ricardo Rodriguez aufeinander. (Quelle: imago/ActionPictures)

Zum Rückrunden-Auftakt treffen der FC Bayern mit Mario Götze (li.) und die Wölfe mit Ricardo Rodriguez aufeinander. (Quelle: ActionPictures/imago)

Es geht wieder los: Der Bundesliga-Zweite VfL Wolfsburg trifft im ersten Spiel der Rückrunde auf Tabellenführer Bayern München (Freitag, ab 20.15 Uhr im t-online.de Live-Ticker). Viele neutrale Fans sehnen sich nach einer spannenden Partie und vielleicht endlich mal einem Ausrutscher der übermächtigen Bayern. Aus diesem Grund hat Taktik-Experte Christian Titz nach einem Weg gesucht, wie man das Team von Pep Guardiola ärgern kann. Und er ist fündig geworden. Der 43-jährige Fußballlehrer erklärt, was die Wölfe tun sollten und an welchem Verein sie sich ein Beispiel nehmen könnten.

Herr Titz, am Freitag startet die Bundesliga mit der Partie VfL Wolfsburg gegen den FC Bayern München in die Rückrunde. Auf dem Papier ist es das Duell des Zweiten gegen den Ersten. Aber wie hoch sind die Chancen, dass das wirklich ein spannendes Spitzenspiel auf Augenhöhe wird?

Die Chancen stehen gar nicht schlecht. Der VfL Wolfsburg hat durchaus die Qualität, den FC Bayern zu fordern und das Spiel offen zu gestalten. Das Team von Dieter Hecking steht in der Defensive enorm kompakt und verfügt über ein sehr gutes und schnelles Umschaltspiel. Gleichzeitig können sie die Bayern aber auch weiter vorne anpacken, früh angreifen und ihr gelenktes Gegenpressing aufziehen. Das Hinspiel (2:1) hat gezeigt, wozu Wolfsburg in der Lage ist. Da war definitiv mehr drin.

Bayern gegen Wolfsburg 
Sammer lobt "fantastische Entwicklung" der Wölfe

Münchens Sportvorstand hat mächtig viel Respekt vor dem Gegner. Video

Letztlich hat der FC Bayern im Hinspiel trotz einiger guter Chancen der Wölfe keinen zweiten Gegentreffer zugelassen und damit den Startschuss für eine auch in der Defensive furiose Hinrunde gegeben. Manuel Neuer musste gerade einmal vier Gegentore hinnehmen. Wie kann man gegen den FC Bayern zum Torerfolg kommen?

Das ist in der Tat schwierig - aber nicht unmöglich. Die Bayern rücken in der Offensive beinahe mit allen Spielern hinten raus und stehen immer sehr hoch. Die Außenverteidiger ziehen ins Mittelfeld, die zentralen Mittelfeldspieler sind nicht selten in der Nähe des gegnerischen Strafraums zu finden und lediglich die beiden Innenverteidiger dienen als Absicherung. Wenn es Wolfsburg gelingt, den Spielaufbau entscheidend zu stören, im Mittelfeld Bälle zu gewinnen und dann schnelle Pässe in die Tiefe zu spielen, ist der FC Bayern verwundbar.

Das klingt ja theoretisch alles wunderbar. Aber wer bitteschön soll denn bei den Bayern im Spielaufbau den Ball verlieren?

Das ist leider eine berechtigte Frage. Der FC Bayern verfügt natürlich über eine unglaubliche Qualität im Mittelfeld. Bastian Schweinsteiger oder Xabi Alonso verlieren nicht mal eben den Ball. Aber: Wenn man diese Spieler gezielt unter Druck setzt, kann man ihnen wehtun und hoffen, dass sie für einen kurzen Augenblick nicht aufmerksam sind. Das hat in ein paar Spielen in dieser Saison durchaus schon funktioniert.

Allofs erteilt Absage 
Wolfsburgs Olic darf nicht zum HSV wechseln

Die geplante Rückholaktion des Kroaten scheitert wohl am Veto von Allofs. Video

Könnte Wolfsburg denn auch selbst das Spiel machen und die Bayern von sich aus aktiv unter Druck setzen?

Das ist natürlich möglich, erfordert aber eine extrem hohe Qualität. Das beste Beispiel ist das Halbfinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid im vergangenen Jahr. Die Madrilenen haben die Bayern kommen lassen, nach Ballgewinn in der eigenen Hälfte die ersten sieben bis zehn Sekunden des Pressings dank ihrer enormen Ballsicherheit überstanden und die Bayern auf eine Seite gelockt. Sobald sich die Münchner verschoben hatten und die Innenverteidiger sowie defensiven Mittelfeldspieler hoch aufgerückt waren, hat Real mit schnellen Seitenwechseln oder Pässen in die Tiefe pfeilschnelle Konter eingeleitet.

Bayern-Kapitän arbeitet am Comeback 
Lahm: "Bin zuversichtlich für die Rückrunde"

Der 31-Jährige sieht den Rekordmeister gerüstet für den Titelkampf. Video

In der Bundesliga scheint es derzeit zwei verschiedene Philosophien zu geben, wie man gegen den übermächtigen FC Bayern spielt: Die einen verschanzen sich mit zehn Mann am eigenen Sechzehner, die anderen rennen wie die Verrückten vorne drauf. Wirklich erfolgreich waren beide Herangehensweisen nicht. Was ist denn die bessere?

Das hat beides Vor- und Nachteile. Vorne anzugreifen ist auf die Dauer extrem kräftezerrend. Aufgrund der Ballsicherheit der Bayern laufen ihre Gegner oft völlig umsonst im höchsten Tempo an: Sie greifen gesammelt vorne an - und bekommen den Ball dann trotzdem nicht. Das hält kein Team über 90 Minuten durch, die Kräfte lassen irgendwann nach und die Bayern kommen fast wie von selbst zu eigenen Toren.

Also doch hinten reinstellen?

Das ist auch schwierig. Die Offensive der Bayern mit Robert Lewandowski, Thomas Müller, Arjen Robben und Franck Ribéry ist einfach zu torgefährlich. Diese Spieler finden selbst gegen die dichteste Abwehr irgendwann eine Lücke und kommen zum Torerfolg.

Gibt es denn eine Mannschaft, die es in dieser Saison besonders gut gemacht hat?

Borussia Mönchengladbach hat in der Hinrunde gezeigt, wie man die Bayern lenken und nach Ballgewinnen mit blitzschnellen Kontern in Bredouille bringen kann. In der Defensive erwarteten sie die Münchner auf Höhe der Mittellinie in einem 1-2-4-4-System. Die beiden Außenbahnspieler schoben hoch und stellten die Außenverteidiger zu. Sobald die erste Linie durchbrochen wurde, verschob sich alles in ein 1-4-4-2 mit zwei engmaschigen Viererketten. Auf diese Weise wurden die Bayern auf die Außen gedrängt und zu Flanken gezwungen. Diese fingen die Gladbacher dank ihres kompakten Zentrums ab und starteten so immer wieder Tempogegenstöße. In der zweiten Hälfte stellten sie dann um, konzentrierten sich vermehrt auf das Anlaufen von Dante und stellten den Außenverteidiger und die zentralen Mittelfeldspieler zu. Sie zwangen den Brasilianer vermehrt zu langen Bällen und störten so das Aufbauspiel immens.

Was raten Sie also dem VfL Wolfsburg?

Ich persönlich glaube, dass es auf den richtigen Mix ankommt. Die Wolfsburger können in Druckphasen vorne angreifen und versuchen, die Bayern in Ballverluste zu drängen. Dann aber auch wieder Luft rausnehmen und die Defensive stärken. Man sollte die Bayern beschäftigen und natürlich möglichst kein frühes Gegentor fangen. Sollten die Bayern einmal ins Rollen kommen, wird es sehr, sehr schwierig.

Gibt es denn eigentlich auch was, auf das die Bayern aufpassen müssen? Was ist die beste Waffe der Wolfsburger?

Die Wolfsburger treten wahrscheinlich - genau wie die Bayern - in einem 1-4-2-3-1-System mit drei starken offensiven Mittelfeldspielern an. Kevin de Bruyne, Ivan Perisic, Vierinha oder auch Aaron Hunt gehören derzeit mit zu dem Besten, was die Bundesliga zu bieten hat. Sie sind technisch stark, können durch Dribblings Räume schaffen oder auch mal aus der zweiten Reihe abziehen. Zudem schalten sich die beiden Außenverteidiger Sebastian Jung und Ricardo Rodriguez nach schnellen Ballgewinnen immer wieder geschickt ins Angriffsspiel ein. Da müssen die Bayern schon aufpassen.

Richtige Sorgen muss sich Pep Guardiola aber nicht machen?

Guardiola ist ja dafür bekannt, dass er auch während des Spiels immer wieder sein System umstellt, ständig nach neuen Lösungen sucht und diese auch meistens findet. Die Bayern werden sich strecken müssen gegen Wolfsburg, da bin ich mir sicher. Wir dürfen gespannt sein, für welche taktische Ausrichtung sich beide Trainer entscheiden und wie lange die Wölfe dagegenhalten können. In einem Spiel ist immer was drin, auf die ganze Saison gesehen sind meines Erachtens die Bayern aber zu stark. Die Meisterschaft wird ihnen wohl nicht mehr zu nehmen sein.

Das Interview führte Mark Weidenfeller

Mehr Informationen zu Christian Titz, der schon bei großen Vereinen wie Bayer Leverkusen, Schalke 04 oder Ajax Amsterdam hospitierte, bei Klubs wie Alemannia Aachen oder SV Waldhof Mannheim tätig war und den FC Homburg als Chefcoach 2012 in die Regionalliga Südwest führte, finden Sie bei Facebook, auf www.coaching-zone-portal.de und seinem YouTube-Channel (http://www.youtube.com/watch?v=1lTZxFxyVVU).

Liebe Leserin, lieber Leser, aktuell können zu diesem Thema keine neuen Kommentare abgegeben werden. Wir bitten um Ihr Verständnis.
Liebe Leser, bitte melden Sie sich an, um diesen Artikel kommentieren zu können. Mehr Informationen.
Neue Kommentare laden
Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre Adresse an.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht

Wählen Sie aus dem Pull-Down-Menü Ihren gewünschten Ansprechpartner aus. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail
Anzeige
Video des Tages
Wahnsinn 
Cleverer Hund überwindet Gartenzaun mit Trick

Kaum zu glauben, wie der Hund es schafft zu seinen Freunden zu gelangen. Video

Anzeige

Shopping
Shopping
Auf flachen Sohlen - Schuhe für die kühle Jahreszeit

Angesagte Stiefel, trendige Schnürer, klassische Stiefeletten u.v.m. jetzt entdecken bei BAUR.

Shopping
Mit dem Multitalent wird jedes Kochen zum Erlebnis

Krups Multifunktions-Küchenmaschine HP5031: Ihr Partner für kreative Kochideen! bei OTTO.de

tchibo.deOTTObonprix.deESPRITC&ACECILzalando.dedouglas.deKlingel.de
Sport von A bis Z

Anzeige
shopping-portal